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Lokales Drogendeal nach erstem Kuss: Neue Kolumne über Dating in Dresden
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Dating in Dresden: Neue Kolumne über Sex und Liebe in der Stadt

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12:31 02.11.2021
Was gibt der Single-Markt in Dresden her? Lou hat sich für uns einige männliche Exemplare angeschaut.
Was gibt der Single-Markt in Dresden her? Lou hat sich für uns einige männliche Exemplare angeschaut. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Je älter, desto vernünftiger. So lautete meine neue Dating-Devise. Nach den Mittzwanziger-Männern mit ihren Technopartys, Sechser-WGs und Tütensuppen dachte ich: Hat er die 30 geschafft, sind Bindungslust und Ernsthaftigkeit garantiert. Umso zuversichtlicher war ich bei meinem ersten Date mit Ferdinand (33).

Im Neustädter Pizzarestaurant harmonierten wir wie Essig und Öl. Eine Gemeinsamkeit jagte die nächste. Keine Gesprächspausen, schmerzende Lachmuskeln. Der Sachse mit den Surfer-Locken gefiel mir so gut, dass ich mich zu einem Wohnungsbier überreden ließ. Doch kaum fiel die Eingangstür hinter uns zu, fing Ferdinands Fassade an zu bröckeln.

Ein Casanova mit Hang zum Horten

Während wir uns den Weg durch Dreckwäsche, Kletterausrüstung und Pfandflaschen bahnten, spürte ich das dringende Bedürfnis, das Messie-Team von RTL 2 anzurufen, das es seit 2014 leider nicht mehr gibt. Der nächste Schock lauerte auf Ferdinands Schlafzimmerfensterbank, wo ich eine Etagere fand. Wo gelangweilte Hausfrauen ihre Cupcakes drapieren, legte er seine Kondomsammlung aus. Drei Etagen, alle Farben, alle vegan. Auf unserem weiteren Wohnungsrundgang schossen Ferdinands Komplimente wie aus Kanonen, dazwischen Annäherungsversuche wie aus einer langjährig geschliffenen Choreographie. Es war nicht zu überhören – der Mann gab alles, damit er sich heute an seiner bunten Tütchensammlung bedienen konnte.

Von der Schönheit geblendet

Ich muss zugeben: Die Goldlöckchen und der vom morgendlichen Yoga geformte Oberkörper schienen die bisherigen Fauxpas so gut zu kaschieren, dass ich mich küssen ließ. Doch als hätten höhere Mächte von meiner Unvernunft Wind bekommen, klingelte es im nächsten Moment an der Tür. Fünf Minuten ließ Ferdinand mich und mein angebrochenes Bier sitzen. Bis er mit Scheinen in die Küche zurückkam, zielgerichtet zwischen Haferflocken und Weizenkleie griff, wo er ein winziges Tütchen hervorholte, mit dem er anschließend wieder verschwand.

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Zwischen Erregung und Schock

Nach Abschluss seines Geschäfts setzte Ferdinand seine Mission ungeniert fort und versuchte alles, um mich in Richtung Schlafzimmer zu lotsen. Doch für mich gab es nur eine Richtung: Raus. Zeitgleich erregt (vom Kuss) und schockiert (vom Drogendeal) trat ich in meine Fahrradpedale. Je älter, desto vernünftiger? Eine Hoffnung, die ich wie einen nassen Sack über Bord werfen musste, zurück ins große Meer der Dating-Möglichkeiten. Und nun? Auf zu neuen Ufern!

Eure Lou

Von Lou