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Lokales Das ist Dresdens hippstes Hotel: Neueröffnung an der Prager Straße
Dresden Lokales Das ist Dresdens hippstes Hotel: Neueröffnung an der Prager Straße
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20:21 22.11.2018
Tische zum Sitzen, Stehpulte zum Arbeiten am Computer – das Café im Erdgeschoss des Hauses ist zentraler Treffpunkt der Bewohner, steht aber auch allen Dresdnern jederzeit offen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Age ist not a Problem. Joost Ser­rarens lacht. Das Alter, sagt der Mann mit den immerhin auch schon leicht er­grauten Haaren, ist kein Problem. Und Sprache of­fenbar auch nicht. Joost Serrarens wechselt fließend hin und her, zwischen Deutsch und Englisch, wirft, wenn ihm das Wort in Deutsch nicht einfällt, kurzerhand das englische Pendant da­zwischen. Joost Serrarens leitet das operative Geschäft bei The Student Hotel (TSH), das am Dienstag in Dresden an der Prager Straße eröffnet. Und das ist al­les andere als ein normales Hotel.

Industrial-Chic im ehemaligen „Lilienstein“

Vor mehr als einem Jahr hat TSH einen der drei Ibis-Hotel-Blöcke an der Prager Straße gekauft. Das ehemalige „Li­lien­stein“, also der Quader, der am nächsten zum Zentrum und direkt neben der Centrum-Galerie steht. In den vergangenen zehn Monaten packten die Handwerker dort gründlich an, verwandelten das zu­vor eher bieder-zweckmäßige eingerichtete Hotel in ei­nen hippen Kasten. Wände wurden bunt ge­tüncht, Versorgungsrohre verlaufen freiliegend in Chromeoptik an den Decken, vielfach ist der nackte Beton zu sehen. Industrial-Chic, so, wie es überall auf der Welt in den Büros von Start-ups aussieht, jungen Unternehmen, die sich und ih­re Produkte für hipp halten.

Joost Serrarens sitzt lässig inmitten ei­nes bunt zusammengewürfelten Stuhlpotpourri, neben ihm ein Bildschirm, zu sehen ist eine Präsentation – mit einer Vi­sion. „Wir bauen in Europa eine internationale Community auf“, sagt er, also eine Gemeinschaft, mit „Co-Working und Co-Living“. Kurz: ein innovatives Arbeits- und Wohnmodell, das auf Gemeinschaft setzt – und ab Dienstag mit ei­ner Dependance in Dresden, der ersten überhaupt in Deutschland. „Dresden ist speziell“, meint Joost Serrarens, der Ge­schichte, Kultur, aber auch High-Tech und Silicon Saxony als Schlagworte aufzählt. Und genau des­halb setze TSH auf Dresden als Ausgangspunkt für die deutsche Expansion.

Der Name The Student Hotel mag nach bil­ligem Hostel für Studenten klingen, die Intension ist freilich eine ganz an­dere: „Wir wollten in Dresden einen Treffpunkt für die Generation, die sich ei­ne innovative und kreative Zukunft wünscht, anbieten“, so Joost Serrarens. Jung ist dabei wie eingangs gesagt relativ – vielmehr geht’s um die Idee.

Der Gedanke einer großen Gemeinschaft

Und die umschreibt den Ge­danken ei­ner großen Ge­meinschaft, die hier zu­sam­menkommt: Hotelgäste einerseits, Studenten, die für längere Zeit in einem Zimmer wohnen, aber auch Berufsanfänger oder kleine Firmen, die sich in eines der Büros einmieten, ebenso wie die Dresdner, für die das Haus offen steht. Miteinander ins Gespräch kommen, neue Ideen entwickeln. Und auch Dresdner Institutionen sollen Teil der Ge­mein­schaft werden, darunter beispielsweise VW und die Semperoper, die sich an Veranstaltungen be­teiligen, aber auch ihre Gäs­te künftig hier un­terbringen.

Das Herz ist das Café im Erdgeschoss, das den ganzen Tag geöffnet sein wird. Hier kann jeder herkommen, um zu ar­beiten oder um mit anderen ins Gespräch zu kommen. „Wir kicken hier niemanden raus, nur weil er sich keinen Café be­stellt hat“, sagt Joost Serrarens. Gleich in der ersten Etage finden sich Büros, die über längere Zeit von Firmen fest gemietet werden können, zugleich aber auch Schreibtische bieten, die für eine Stunde oder nur einen Tag zu haben sind. Das Prinzip des Co-Working, Arbeitsraum der mit an­deren ge­teilt wird. Eines der insgesamt sechs fest vermietbaren Büros hat be­reits einen künftigen Nutzer, ein weiteres ist reserviert, für das dritte gibt es eine konkrete Anfrage, erklärt Mathias Weise, der Manager des Dresdner Standorts.

Joost Serrarens ist zuversichtlich, dass sich das in Barcelona, Paris und anderswo erfolgreiche Konzept von The Student Hotel auch in Dresden durchsetzt. Quelle: Anja Schneider

Gewohnt wird in den Stockwerken da­rüber. 306 Zimmer werden an­geboten, 175 davon als Studentenzimmer, 122 Ho­telzimmer und neun Zimmer für Kurzaufenthalte. Das Hotelzimmer kostet je nach Saison ab 64 Euro, das sehr bunt aber auch zweckmäßig eingerichtete Studentenzimmer 459 Euro im Mo­­nat.

Dachterrasse mit Whirlpools offen für alle

Wer sich genauer umschaut, findet in den Zimmern noch viel vom Interieur des alten „Li­lienstein“. Man ha­be eben nicht einfach alles weggeschmissen, sondern viel be­halten und aufgearbeitet, er­klärt Joost Serrarens. Die Garderobenschränke zum Beispiel, oder die kompletten Bäder.

Im Keller entstand ein Fitnessraum, ei­ne Tischtennisplatte und ein Tischkicker wurden aufgestellt. Sogar Waschmaschinen und Trockner sind vorhanden. Und auch fürs Dach gibt es Pläne. Dort sollen zwei Whirlpools hin, die Terrasse zur Er­holungslandschaft umgebaut werden. Je­der könne dorthin seinen Café mit hochnehmen, sagt Mathias Weise. Und mit jeder sei tatsächlich jeder gemeint – auch der Ca­fégast von der Straße.

In die Herrichtung des Hotels hat TSH elf Millionen Euro investiert. 17 Festangestellte werden dort arbeiten. Und das niederländische Unternehmen hat noch viel vor. Be­reits jetzt gibt es zwölf Häuser in Eu­ropa, darunter in Amsterdam, Barcelona und Paris. Mehr als 50 sollen bis 2023 hinzukommen. Als zweite deutsche Stadt folgt nächstes Jahr Berlin. Einblicke in das ungewöhnliche Ho­tel erhalten Neugierige übrigens an diesem Sonnabend ab Mittag bis abends 20 Uhr – an ei­nem Tag der offenen Tür.

www.thestudenthotel.com/de

Von Sebastian Kositz

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