Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Das Landespolizeiorchester macht Prävention mit Pauken und Posaunen
Dresden Lokales Das Landespolizeiorchester macht Prävention mit Pauken und Posaunen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:13 03.10.2019
Chef und Dirigent Torsten Petzold und Flötistin Anne Güldner sind mit dem Orchester das ganze Jahr in Sachsen unterwegs, um mit ihren musikalischen Programmen Kinder und Senioren für Alltagsgefahren zu sensibilisieren. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

In der Schallstraße 43 b geht die Post ab, oder eher die Posaune. Oben sorgen die Krawallkes für ordentlich bumms, Familie Scharfblech beschallt die erste Etage, ganz unten geben die Hölzers den Ton an. Und mittendrin steht Thomas Müller und schießt ein Tor.

Ein „Haus voller Musik“

Gut, es handelt sich nicht um den „echten“ Thomas Müller, sondern um einen gleichnamigen Polizeivollzugsbeamten. Und das „Haus voller Musik“ ragt auch nicht in der Schallstraße in den Himmel, sondern hat sich an einem Frühlingstag im Plenarsaal des Dresdner Rathauses aufgebaut. Dort, wo sonst der Stadtrat über die Geschicke der kommunalen Politik entscheidet, hat das Landespolizeiorchester Sachsen zu einem Konzert geladen.

Anzeige
36 Mitglieder musizieren für das Landespolizeiorchester – hier bei einem Kinder-Konzert im Plenarsaal des Rathauses. Quelle: Anja Schneider

Genauer zu einem Kinderkonzert für Kita-Gruppen, in dem die Kleinen für eine Reihe von Alltagsgefahren sensibilisiert werden sollen. Und so klingen bekannte Melodien durch den Raum, reihen sich „Biene Maja“, „Pippi Langstrumpf“, aber auch das „Phantom der Oper“ und die „Tatort“-Töne aneinander. Und es ist eben jener Thomas Müller, der durch das Programm führt und seine Geschichten vom „Haus voller Musik“ erzählt. Es sind Auftritte wie diese, mit denen das Polizeiorchester auch Schüler und Senioren mithilfe von Musik präventiv aufklären und für Verständnis für die Arbeit der Polizei werben.

In Sachsen steht die Musik im Fokus

Polizisten mit Pauken und Posaunen sind die Mitglieder des Orchesters im eigentlichen Sinne aber nicht, auch wenn das viele vermuten. Vielmehr handelt es sich um Vollzeitmusiker. „Polizeiarbeit im Nebenjob und professionelle Musik, das funktioniert nicht“, weiß Torsten Petzold, Chef und Dirigent des Orchesters. Der 53-Jährige hat das Beispiel eines Kollegen aus einem anderen Bundesland vor Augen, der nicht selten ohne seine vier Posaunen proben muss, weil etwa ein Gefangenentransport ansteht. In Sachsen steht die Musik im Fokus.

Zahlen und Fakten

Das Polizeiorchester Sachsen wurde 1991 als Fachdienst der Polizeidirektion Zentrale Dienste gegründet.

Es hat 36 feste Mitglieder, die zwischen 26 und 60 Jahre alt sind.

Das Orchester absolviert 170 bis 180 Auftritte pro Jahr im gesamten Freistaat, die für Kita-Kinder und Schüler, aber auch für Senioren konzipiert sind.

Das Repertoire reicht von Klassik, Operette, Musical und Filmmusiken über traditionelle volkstümliche Blasmusik, sinfonische Blasmusik bis hin zur Tanz- und Unterhaltungsmusik, Dixieland und Kammermusik.

Alle Musiker verfügen über ein abgeschlossenes Studium an einer Musikhochschule oder eine Tätigkeit in einem gleichrangigen Orchester.

Alle Orchestermusiker können einen Abschluss an einer Hochschule vorweisen. So auch Anne Güldner. Die 39-Jährige erfuhr vor sieben Jahren, dass für das Ensemble eine Flötistin gesucht wird. Nach dem Studium von Zeitvertrag zu Zeitvertrag gewechselt, kam ihr diese Möglichkeit einer festen Anstellung gerade recht. Auch, wenn sie anfangs selbst nicht genau wusste, worauf sie sich da einlässt, wie sie erzählt.

Die Lyra auf der Schulter

Wie bei ihr glänzt auch bei den meisten der anderen Mitglieder kein Stern auf der Schulter, sondern eben eine Lyra. Aber eine Uniform tragen die Musiker bei ihren Auftritten doch, und das kann bisweilen zu Verwirrung führen. Denn nur die Orchester-Mitglieder mit einem Stern auf den Schulterstücken sind nicht nur ausgebildete Musiker, sondern auch richtige Polizisten.

So werde ich Polizist

Polizist werden kann jeder, der die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllt. Dazu zählen unter anderem die gesundheitliche Eignung und ein sauberes Vorstrafenregister. Außerdem müssen Interessenten ein Auswahlverfahren bestehen. Am Tag seiner Einstellung darf der angehende Beamte nicht älter als 35 Jahre sein.

Die Karriere startet mit einer Ausbildung oder einem Studium.

Die Ausbildung dauert 30 Monate und ist an einer der Polizeifachschulen in Leipzig, Chemnitz oder Schneeberg möglich. Mit bestandener Laufbahnprüfung erfolgt die Ernennung zum Polizeimeister.

Das Studium dauert drei Jahre und beinhaltet ein einjähriges Grundstudium in Bautzen und zwei weitere Jahre an der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg. Im Anschluss winkt die Ernennung zum Polizeikommissar.

Geld verdient wird bereits in der Ausbildung. Der Polizeimeisteranwärter bringt es anfangs monatlich auf 1182,02 Euro, ein Po­lizeimeister dann zum Einstieg auf 2078,38 Euro. Wer studiert erhält anfangs 1227,19 Euro, der Polizeikommissar steigt mit 2 319,66 Euro ein (alle Angaben für ledige Personen, Stand 1. Januar 2018).

Weitere Infos zur Karriere bei der sächsischen Polizei, zu Einstiegsmöglichkeiten und den späteren Verwendungsmöglichkeiten gibt es unter verdaechtig-gute-jobs.de.

Es sind nicht nur Bierzelte oder Rathäuser, in denen das Orchester auftritt. Regelmäßig sind die Musiker mit ihrem „Tourbus“ unterwegs und spielen in Schulen, Turn- oder Konzerthallen in ganz Sachsen. Gestern Freiberg, heute Dresden, morgen Chemnitz – das Pensum ist straff. Und auch bei derDNN-Aktion Sicherer Schulweg, die alljährlich im Juni angehende Erstklässler auf den Start in den Schulalltag vorbereitet, stehen die Musiker in Uniform auf der Bühne.

Wichtigstes Credo: Es muss unterhalten

Acht verschiedene Programme haben die Mitglieder dafür gemeinsam erarbeitet, die sich an die entsprechenden Zielgruppen richten. „Jeder bringt seine Ideen mit ein“, sagt Torsten Petzold. Die Themen reichen von Neuen Medien über Fremdenfeindlichkeit und Drogen bis hin zum Enkeltrick, das Repertoire von Rock über klassische Blasmusik bis zu Filmmusik.

Wichtigstes Credo: Es muss unterhalten. Und das tut es an diesem Frühlingstag im Dresdner Rathaus allemal. Die Kinder wippen mit, lauschen den Erzählungen von Thomas Müller und sind kaum zu halten, als sie selbst ein paar der Percussion-Instrumente ausprobieren dürfen. Genau das haben die Orchestermitglieder und Torsten Petzold gehofft. Denn: „Kinder, die sich für Musik interessieren, schmeißen keine Steine.“

Tatort Dresden – Die komplette Serie

Der Kriminaldauerdienst

Die Schießausbildung

Die Notrufzentrale

Die Brandursachenermittlerin

Das Lagezentrum

Die Verkehrspolizei

Das Polizeiorchester

Die Streifenpolizei

Der Mordermittler

Die Ausrüstung

Der Staatsschutz

Die Pressestelle

Das Interview mit dem Kripo-Chef

Von Christin Grödel

Mehrere Zehntausend Menschen wollen am Sonnabend ein Zeichen für eine offene und freie Gesellschaft setzen. Die DNN erklären, was geplant ist, wie der Tag abläuft und auf was sich Nutzer von Bus und Bahn sowie Autofahrer gefasst machen müssen.

24.08.2019

2016 hat der Stadtrat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, den Wiederaufbau des Narrenhäusels in die Wege zu leiten. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit. Bauunternehmer Frank Wießner soll ein Angebot für den Kauf der Grundstücke erhalten. Knackpunkt ist der Denkmalschutz.

22.08.2019

Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben bei Bombardier 30 neue Trams geordert. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2021 ausgeliefert werden. Bis dahin gibt es aber noch ein paar Baustellen.

22.08.2019