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Dresden Lokales Das Handwerk feiert seine Meister
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16:44 25.11.2017
260 Männer und Frauen haben am Sonnabend in der in der Messe Dresden ihre Meisterbriefe entgegengenommen. Im Bild: die neun besten Absolventen.
260 Männer und Frauen haben am Sonnabend in der in der Messe Dresden ihre Meisterbriefe entgegengenommen. Im Bild: die neun besten Absolventen. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Es ist besser, unvollkommen zu beginnen als perfekt zu zögern. Diesen Aphorismus hat Dresdens Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich am Sonnabend 260 Männern und Frauen mit auf den Weg gegeben, ehe sie am Ende einer gelungenen Meisterfeier 2017 ihre Meisterbriefe überreicht bekamen.

Gut 2000 Gäste – unter ihnen viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik – wurden in der Messe Dresden auf Trab gehalten von den in Blues-Brothers-Manier tanzenden Bläsern des Brass Balletts, von Freestyle Artisten und von den unterhaltsam aufgelegten Kammerchefs Jörg Dittrich und Andreas Brzezinski (Hauptgeschäftsführer).

Die Handwerkskammer Dresden hat für die 260 neuen Meister des Jahrgangs 2017 und deren Familien am Sonnabend eine Riesenparty in der Messe Dresden gegeben.

Ohne Reden ging es natürlich nicht ab, und so nutzte Jörg Dittrich in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) und dem designierten sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) die Bühne, um einerseits den neuen Meistern für ihre Zielstrebigkeit zu danken, zum anderen aber, um die wuchernde Bürokratie und eine nervende Verrechtlichung des Alltags anzuprangern, eine steuerliche Entlastung kleiner Handwerksfirmen zu fordern und den kaum zu überschätzenden Anteil des Handwerks an der Ausbildung in Deutschland hervorzuheben. Obwohl das Handwerk nur 13 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse stelle, biete es 27 Prozent aller Ausbildungsplätze.

In die gleiche Kerbe schlug Gastredner Rolf-Dieter Krause, ehemaliger Leiter des ARD-Studios in Brüssel. Doch er nahm die EU-Kommission ein wenig in Schutz, als er die Gründe dafür anführte, dass dort seit Jahren am dualen System in Deutschland gesägt wird. Die Vereinheitlichung des Binnenmarktes, dem inzwischen 28 Länder angehören, sei ein großes Ziel. Und selbst wenn das deutsche Ausbildungssystem mit seinen Qualität garantierenden Meisterbetrieben weltweit viele Fans habe, gebe es nun mal mehr Länder ohne eine solche Tradition. „Es liegt in der Natur der EU“, sagte er, „dass sie jedem auch ein bisschen fremd ist“. Andererseits sichere eben genau diese Union Frieden und wirtschaftliche Prosperität – in Zeiten wachsender nationalistischer Bestrebungen ein hohes Gut.

Auch Dresdens Oberbürgermeister trat ans Pult und sagte in einer launig-ernsten Rede zwei erstaunlich selbstironische Sätze. An die Adresse der frisch gekürten Metallbauer-Meister rief er in den Saal: „Dresden ist eine Stadt der Doppelgeländer!“ Und setzte in den johlenden Saal noch diesen in Richtung Tischler und Maler drauf: „Wir haben unsere Staatsoperette geflutet. Ran ans Werk!"

Meisterbonus und Meisterdarlehen 2017

Seit 2016 gibt es in Sachsen den Meisterbonus in Höhe von 1000 Euro für neue Meister, die im Freistaat leben und/oder arbeiten. 180 der 260 neuen Meister im Kammerbezirk Dresden werden 2017 davon profitieren. Stellvertretend für alle bekam Orthopädieschuhmachermeisterin Sarah Bätz aus Chemnitz die Urkunde und Förderzusage für den Meisterbonus vom Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sowie von Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) überreicht.

Bereits seit 2010 helfen Meisterdarlehen jungen Meistern auf den Weg. Einmalig bis zu 100 000 Euro reicht die Sächsische Aufbaubank dafür als zinsverbilligtes Darlehen aus. Die Minister Dulig und Schmidt überreichten in diesem Jahr die Meisterdarlehens-Angebote an Tischlermeister Sebastian Schmidt aus Vierkirchen, Zimmerermeister Stefan Pietzsch aus Dresden sowie Steinmetz- und Steinbildhauermeister René Wittke aus Radeburg.

Neue Meister und ihre Gewerke

Die 260 neuen Meister vertreten insgesamt 25 Gewerke. Allein 40 kommen aus dem Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk, es folgen Bäcker (24), Elektrotechniker und Tischler (je 21) sowie Friseure (17).

Bei den Uhrmachern, Zahntechnikern sowie Schilder- und Lichtreklameherstellern gab es im Jahr 2017 nur jeweils einen Absolventen im Meisterstudium im Kammerbezirk Dresden

Von Barbara Stock

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