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Lokales Das Gebot der Stunde: Dresden bereitet sich auf die 6. Humorzone vor
Dresden Lokales Das Gebot der Stunde: Dresden bereitet sich auf die 6. Humorzone vor
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16:11 05.11.2019
Olaf Schubert ist Schirmherr der Humorzone. Quelle: Amac Garbe
Dresden

Wolodymyr Selensky in der Ukraine, Jimmy Morales in Guatemala, Beppo Grillo in Italien, Jon Gnarr in Island – immer mehr Komiker machen in der Politik Karriere. Manchmal geht die Sache sogar gut aus. Jon Gnarrs Wahlprogramm war Nonsens, aber als Bürgermeister von Reykjavík machte er keinen schlechten Job.

Ob ein künftiger Volksvertreter unter all den Akteuren ist, die im Rahmen der 6. Humorzone Dresden auftreten, wird sich erweisen – hier sollen sie erstmal ihre Kernkompetenz demonstrieren: das Publikum zum Lachen zu bringen.

6. Humorzone mit 18 Spielstätten

Zwischen dem 11. und 15. März 2020 werden gut hundert Künstler aus Nah und Fern auftreten, darunter ist mit Mario Basler ein Mann, der den Beweis antreten soll, dass es Fußballer gibt, die sich auch außerhalb des Feldes als Rasenkasper erweisen und es diesbezüglich nicht immer auf die Präsidiumsmitglieder des FC Bayern München hinausläuft. Der Vorverkauf für die 6. Humorzone hat begonnen.

Insgesamt gibt es 18 Spielstätten bzw. „Locations“, wie man im Berliner Hipsterproletariat zu sagen pflegt. Man habe sogar zwei neue Spielstätten „aufgerissen“, ulkte Humorzonen-Schirmherr Olaf Schubert in seiner ureigenen Art gestern bei der Präsentation des Programms. Da wäre zum einen der Kulturpalast, zum anderen die Lukaskirche, die von der bayerischen Kabarettistin Martina Schwarzmann laut Schubert im Rahmen einer „satanisch schwarzen Messe entweiht“ werde. Schwarzmann, Christine Prayon, Gayle Tufts, Hildegart Scholten, Tamika Campbell, das Duo Suchtpotenzial... – Trotzdem ist, mit Blick aufs Gesamtprogramm, die Frauenquote ausbaufähig, auch wenn sie nach Lage der Dinge bereits verbessert worden ist.

Kollektive Lachanfall für Dresden

Bei der Programmgestaltung, die Dresden einen kollektiven Lachanfall bescheren soll, zog nicht zuletzt die Agentur Haubold & Mendrok GmbH die Strippen. Katina Haubold und ihre Mitstreiter zeigten sich einmal mehr für alle Spielarten des Humors offen. Es wird sogar – und zwar am 12. März im Schauspielhaus – einer alten Kulturtechnik gefrönt, die in Zeiten eines ziemlich abschüssigen Bildungsgefälles längst keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt: des flüssigen Lesens. Horst Evers hat mit Andres Martin Hofmeir, Sven Kemmler, Johann König und Torsten Sträter vier Männer gewonnen, die in der Lage sind, Texte zu verfassen und vor allem zu lesen, die nicht lediglich ein Haufen aneinandergereihter Buchstaben sind, sondern ein Sack voll Samenkörner.

Schirmherr Olaf Schubert, Weltmeister der Zauberkunst und Comedy-Zauberer Marc Weide und Comedian Archie Clapp. Quelle: Amac Garbe

Nun mag ja den einen oder anderen ob der täglichen Trump-Tweets und Umwelt-Katastrophen-Meldungen das Gefühl beschleichen, dass das Leben bald zu Ende ist, aber die Humorzonen-Macher um Schirmherr Schubert versuchen, dem gegenzusteuern. Nachhaltigkeit wie Achtsamkeit sind das Gebot der Stunde. Um das Festival klimaneutral zu gestalten, würden viele Künstler ihre Programme umweltschonend recyceln und ihre Pointen mehrfach gestalten, aber auch länger spielen, wie Schubert wissen ließ. Und was die Achtsamkeit angeht – da wolle man ein Auseinanderdriften der Gesellschaft verhindern. Witze auf Kosten der Schwachen gingen gar nicht, insofern habe sich der Besucher auf „viele Gewichtheber- und Ringer-Witze einzustellen“.

Humorzone setzt bewusst nicht auf ständiges Wachstum

Konträr handelt man auf alle Fälle zu diversen Theorien und Vereinbarungen, die auf stetes Wirtschaftswachstum als zentrale Lösung für soziale, ökonomische aber auch gewisse ökologische Probleme setzen. Die Humorzone setzt nämlich bewusst nicht auf ständiges Wachstum, sondern soll von der Größe her weitestgehend so bleiben, wie sie ist. Im Prinzip sei man zufrieden, wenn es auf etwa 15 000 Besucher wie im vergangenen Jahr hinauslaufe, sagte Haubold. Ein paar mehr könnten es dennoch werden, schon allein weil die beiden neuen Veranstaltungsorte Kulturpalast und Lukaskirche viele Plätze zu füllen haben.

Was den Newcomer-Wettbewerb angeht, kriegt man zum einen Zusendungen, zum anderen schaut man sich auf bestimmten Veranstaltungen wie der Kulturbörse in Freiburg oder dem Köln Comedy Festival um. Bislang habe man „ein gutes Gespür bewiesen“, wie Haubold gegenüber den DNN versicherte. In der Tat: Viele Preisträger der bisherigen fünf Dresdner Newcomer Wettbewerbe sind heute gefragte Größen im Kabarett- und Comedybereich, ob nun Alain Frei oder Maxi Gstettenbauer. Der beste Nachwuchs-Humorist darf sich über den Güldenen August freuen, wobei die Auszeichnung kein Pokal ist, sondern in liebevoller Handarbeit gefertigte Handwerkskunst aus dem Erzgebirge. Dieser August wird in Seiffen geschaffen, es läuft also auf ein Holzmännel auf einem Pferd hinaus, das gewisse Ähnlichkeiten zum Goldenen Reiter hat.

www.humorzone.de

Von Christian Ruf

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