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Lokales Daniel Hope mit neuer CD – Die Musik der Belle Époque
Dresden Lokales Daniel Hope mit neuer CD – Die Musik der Belle Époque
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20:13 26.02.2020
Der südafrikanisch-britische Geiger Daniel Hope. Quelle: Robert Michael/zb/dpa
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Dresden

Die Zeit nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges war eine kreative, hoch produktive. Sie war vom Fortschrittsdenken und -glauben, von Aufgeschlossenheit und Begeisterung für wissenschaftliche Entdeckungen ebenso gekennzeichnet wie von wachsenden sozialen Verwerfungen – so „belle“ (schön) war sie wohl nicht. Doch sie fasziniert und begeistert – als „Secession“, „Golden Age“ oder „Fin de Siècle“ bezeichnet – noch heute mit ihrem Schöpfertum.

Zentral: Chaussons Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett

Daniel Hope beeindrucken besonders die Sinnlichkeit und Sehnsucht, die sich darin, in den europäischen Ländern ganz unterschiedlich, niedergeschlagen haben. Der Künstlerische Leiter des Zürcher Kammerorchesters hat mit seinem Ensemble und weiteren Kammermusikpartnern zwei CDs mit Musik der „Belle Époque“ herausgebracht.

Als zentrales Werk ist Ernest Chaussons Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett, das in einer Fassung für Streichorchester am Anfang steht, eine Entdeckung, die durch die tiefen Streicher der Kontrabässe gegenüber der Quartettversion noch an tragischer Weite gewinnt. Meist ist dem Orchester die Rolle eines beiläufig-eleganten Begleiters vorbehalten, während die Solisten – an Hopes Seite die Pianistin Lise de la Salle – hingebungsvoll zu betören wissen.

Die nachfolgende „Rêverie“ Claude Debussys wie Jules Massenets „Méditation“ aus „Thaïs“ sind beliebte Zugabenstücke – nach Chaussons Konzert fällt damit die Spannung jedoch ab, statt die ambivalente Beziehung der Komponisten aufzuzeigen, wie Daniel Hope es beabsichtigte (Chausson war kraft seines Vermögens auch ein Förderer Debussys). Die Titel chronologisch ihrer Entstehungszeit nach zu reihen, lässt manchmal die Dramaturgie missen, und die Aufteilung in „Orchesterwerke“ (CD Nr. 1) und „Kammermusik“ (CD Nr. 2) ist nicht immer zutreffend, denn einige der Orchestertitel sind Fassungen oder Arrangements von Kammermusik.

Ganz ohne Worte geht es nicht

Doch immer wieder überzeugen die Entdeckungen. Der Pianist Simon Crawford-Philips trägt einen Großteil der kammermusikalischen Arbeit, daneben kommt Stefan Dohr (Horn) in Charles Koechlins zauberhaften „Vier kleinen Stücke“ für Klavier, Violine und Horn zum Einsatz, in Frank Bridges „Valse russe“ der Cellist Yibai Chen. Manche der Stücke sind um eine Violinstimme ergänzt wie Debussys „Mädchen mit den Flachshaaren“ oder Alban Bergs „Schließe mir die Augen beide“. Doch ganz ohne Worte geht es nicht: Für die erste CD und Gustav Mahlers „Morgen“ hat Daniel Hope die Sopranistin Mojca Erdmann gewonnen.

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Nicht nur bei Fritz Kreislers „Liebesleid“ wird es mitunter ein wenig süß – Erdbeeren und Schlagsahne gehören auch zur Belle Époque. Die Entdeckungen wiegen die Einschränkungen auf und laden zum Nachspüren ein. Dabei ergeben sich hier oder da erstaunliche Fallhöhen (oder Sprünge), wie im Übergang von Reynaldo Hahns elegischer „À-Chloris“-Bearbeitung zu Claude Debussys grazil-originellem „Minstrels“ (Minnesänger), nach dem Alban Bergs „Vier Stücke“ op. 5, die am Ende der Aufnahme stehen, bereits den Sprung in die Moderne markieren.

Daniel Hope: „Belle Époque“ Quelle: Cover

Daniel Hope: „Belle Époque“, Daniel Hope (Violine und Leitung), Zürcher Kammerorchester, Simon Crawford-Phillips (Klavier), Stefan Dohr (Horn), Lise de la Salle (Klavier), Mojca Erdmann (Sopran), Zürcher Kammerorchester, erschienen bei Deutsche Grammophone.

Von Wolfram Quellmalz

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