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DVB peilen 40 Millionen zusätzliche Fahrgäste an

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07:55 20.09.2020
Derzeit werden rund 20 Prozent der Wege in Dresden mit Bus und Bahn zurückgelegt. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sehen das Potenzial für 40 Millionen zusätzliche Fahrgäste im Jahr bis 2030. Dafür sind aber Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro erforderlich, heißt es in einem Strategiepapier der DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach und Lars Seiffert. 360 Millionen Euro sollen für den Ausbau der Infrastruktur fließen und 140 Millionen Euro für den Kauf von neuen Fahrzeugen.

Ein größeres Streckennetz verursache aber auch höhere Betriebskosten. Deshalb werde der jährliche Zuschuss für die DVB um bis zu 19 Millionen Euro pro Jahr steigen, prognostizieren Hemmersbach und Seiffert. Sie schlagen vor, für die Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nicht nur die Nutzer zur Kasse zu bitten, sondern auch die Nutznießer – zum Beispiel Beschäftigte von Firmen.

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Die DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach und Lars Seiffert Quelle: Anja Schneider

Planung beschleunigen, weniger Parkplätze

„Der ÖPNV erzeugt betriebswirtschaftliche, kommunalwirtschaftliche und volkswirtschaftliche Werte und Effekte. Von einem gut funktionierenden Straßenbahn- und Busnetz profitieren nicht nur die Fahrgäste, sondern der gesamte Wirtschaftskreislauf von Stadt und Region“, heißt es in dem Strategiepapier.

Weiterlesen: Das sind die Details aus dem Strategiepapier 2030 der DVB

Gegenwärtig würden die Endverbraucher zu 60 Prozent die ÖPNV-Angebote finanzieren. Das Wiener Modell mit einer zweckgebundenen Nahverkehrsabgabe für jeden Arbeitsplatz könne ein Ansatz sein, wie ein Teil der Kosten für Ausbau und Betrieb des Bahn- und Busnetzes künftig finanziert werden könnten, so Hemmersbach und Seiffert.

Die Vorstände fordern von der Kommunalpolitik mutige Entscheidungen. So sollten die Verkehrsträger des Umweltverbundes bei allen Planungen vorausschauend und mit Priorität gefördert werden. Der ÖPNV benötige dringend Ressourcen für eine beschleunigte Planung. Das gelte für die neuen Stadtbahnstrecken ebenso wie für den bustauglichen Ausbau von Nebenstraßen. Konzepte zur Verkehrsberuhigung des Stadtzentrums sowie der Stadt- und Ortsteilzentren seien ebenso gefragt wie Beschleunigungskonzepte oder eine Verknappung der Parkplätze.

Lesen Sie auch: So sehen die neuen Stadtbahnwagen für Dresden aus

Mobilität neu denken

Um den städtischen Haushalt nicht überproportional zu belasten, müssten neue Finanzierungsquellen erschlossen werden. Die DVB-Vorstände plädieren dafür, Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung in den ÖPNV umzulenken. Auf Landes- und Bundesebene müsse über Betriebskostenzuschüsse für den ÖPNV diskutiert werden.

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Die DVB-Vorstände halten es für möglich, den Anteil des ÖPNV an den zurückgelegten Wegen in Dresden von gegenwärtig 20 Prozent bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern. „Mit dem weiteren Wachstum unserer Stadt wird der öffentliche Raum zu einer immer wertvolleren Ressource. Mobilität muss neu gedacht und gerechter sowie nachhaltiger organisiert werden“, fordern die beiden DVB-Vorstände.

Von Thomas Baumann-Hartwig