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Lokales Dresdner Keksparadies – Kexerei für den DNN-Wirtschaftspreis nominiert
Dresden Lokales Dresdner Keksparadies – Kexerei für den DNN-Wirtschaftspreis nominiert
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18:21 17.09.2019
Matthias Walther mit einem Tablett Frauenkirchen-Kekse. Die Silhouette des Dresdner Wahrzeichens ist mit dunkleren Keksteig geformt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Verführerischer Duft zieht durch eine offene Ladentür auf die Sporergasse heraus und lockt so höchst effektiv Passanten ins Innere. Die derart Geköderten waren vermutlich nicht auf der Suche nach einem guten Kekshändler. Trotzdem verlässt die Mehrheit das Geschäft, das Bäckermeister Matthias Walther hier 2018 eröffnet hat, mit ei­ner Tüte süßer Versuchung in der Hand.

Der liebevoll dekorierte Shop zwischen Frauenkirche und Georgentor ist die vierte Filiale der KeXerei. In der Mitte thront eine große Transmission. Mit dieser Vorrichtung wurde bis in die späten 1920er Jahre auch in Bäckereien die Kraft eines Motors per Riemen auf mehrere Maschinen verteilt. Später bekam jede Knet-, Rühr- oder Schlagmaschine ihren eigenen Antrieb verpasst.

Neue Ideen braucht das Land: Mit dem DNN-Wirtschaftspreis „So geht’s aufwärts“ zeichnen wir innovative und verantwortungsvolle Unternehmer aus. Heute im Fokus: die süßen Verführungen der KeXerei.

Von 13 Kekssorten auf 100

In allen vier KeXerei-Filialen – weitere gibt es im Elbepark, am Dresdner Hauptbahnhof und im Paunsdorf Center in Leipzig – finden sich Relikte des althergebrachten Bäckerhandwerks. Inhaber Matthias Walther sucht mit Begeisterung nach Fundstücken für seine einzigartigen Filialen. „Ich entwerfe den Ladenbau komplett selbst und zeichne ihn auf Millimeterpapier“, erklärt der Bäckermeister. Die Zahl der Schubladen und Regale, die Dicke der Arbeitsplatten – alles hat der 51-Jährige vorher genau durchdacht.

Kurzporträt

Unternehmensname: KeXerei – die Keksmanufaktur

Inhaber: Matthias Walther

Sitz: Industriestraße 19, 01129 Dresden

Geschäftsfelder: Herstellung und Verkauf von Dauergebäck, vor allem Kekse

Belegschaft: In vier Filialen und der Bäckerei arbeiten gegenwärtig 45 Mitarbeiter, darunter etwa 15 Aushilfen.

Mehr Infos gibt es im Internet auf der Seite des Unternehmens:www.baecker-walther.de/kexerei

Dass der Dresdner einmal nur noch Kekse – und Stollen, denn auf den kann hier kein Bäcker verzichten – fertigen wird, war aber nicht unbedingt absehbar. Sein Vater Eberhard eröffnete 1962 das erste Bäckereigeschäft der Walther-Firmengeschichte in Oberwiesenthal. Fünf Jahre später zog die Familie nach Dresden und übernahm die Bäckerei Fiedler am historischen Standort Leipziger Straße 111. Im Angebot war, was es beim Bäcker eben so gibt: Brot und Brötchen, Kuchen und ein wenig Dauergebäck.

Als Sohn Matthias Walther 2002 das Geschäft seiner Eltern, bestehend aus einem Laden und ei­nem Verkaufswagen übernahm, lag der Gedanke an ein eigenes Keksimperium noch in weiter Ferne. 2007 hatte der Bäckermeister die ersten Ideen, 2009 musste dann alles ganz schnell gehen. Im August war der Entschluss gefasst und schon im November feierte die erste KeXerei in der Centrum-Galerie Eröffnung. Dem voraus ging wochenlanges Probebacken. Vater Eberhard Walther hatte zuletzt 13 Kekssorten im Sortiment. Die KeXerei startete mit rund 60. Heute sind es 100 verschiedene Kreationen.

Nüsse, Schoko, Kokos – oder Knoblauch

In den Regalen warten sorgsam abgepackt Cookies und Buttermürbchen auf Leckermäuler. Es gibt süße Kekse mit Schoko, mit Nüssen, mit Cranberry oder Kokos, aus 100 Prozent Roggenvollkorn oder ohne Gluten. Und es gibt auch herzhafte Kekse, etwa Chilli-Cheese-Cracker, Knoblauch- und Zwiebeltaler. Auch Pralinen, Kekse mit der Frauenkirche aus dunklerem Teig, Baiser und Sandtaler bevölkern die Regale. Pro Tag gehen im Schnitt etwa 15 000 Kekse pro Filiale über die Ladentheke. Kurz vor Weihnachten kann sich das auf 60 000 täglich steigern.

Romy Hänig leitet den Laden an der Sporergasse Quelle: Anja Schneider

800 bis 1000 Kilogramm Keks backen die Profis dann pro Tag. Einen winzigen Teil direkt in den Läden – daher der leckere und so effektive Duft – den Rest im 2015 neu eröffneten Produktionsstandort an der Industriestraße. Zunächst wurde hier auch noch Brot gebacken, doch 2018 entschied der Inhaber: „Wir machen nur noch Kekse. Die KeXerei kennt und liebt man mittlerweile in der ganzen Region.“

Damit auch eingefleischten KeXerei-Fans nie langweilig wird, erfinden Matthias Walther und seine Mitarbeiter regelmäßig neue Kreationen. Als nächste steht Himbeere mit weißer Schokolade auf dem Plan. Alle Neuerfindungen werden von Chef selbst entwickelt.

DNN-Wirtschaftspreis

Alle Infos und die Nominierten im Porträt finden Sie in unserem Special!

Kekse im Überfluss – und ständig kommen neue hinzu. Quelle: Anja Schneider

Der Appetit auf Kekse ist ihm bei all der Beschäftigung mit Backwerk nicht vergangen. Sein Liebling ist der auch von Heino persönlich für gut befundene Schwarz-braun-ist die-Haselnuss-Keks. Auf die Hüften schlägt sich Keksessen natürlich schon, aber auch dafür hat Matthias Walther eine Lösung: „Kekse sind nicht zum sattessen da, sondern zum genießen.“

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