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Lokales DDR-Computerschmiede: 50-jähriges Jubiläum von Robotron
Dresden Lokales DDR-Computerschmiede: 50-jähriges Jubiläum von Robotron
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08:47 31.03.2019
Eines der ehemaligen Robotrongebäude entlang der St. Petersburger Straße. Quelle: Foto: Neon Müller
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Dresden

Vom Vorzeigebetrieb zum Insolvenzfall – so könnte man das Schicksal des DDR-Computerkombinats Robotron umschreiben, das am 1. April 2019 sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert hätte.

Robotron stand für die am weitesten entwickelte Computerschmiede im gesamten Ostblock. 1989 arbeiteten 68 000 Beschäftigte in 21 Betrieben an der Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Elektronischen Datenverarbeitungsanlagen, Klein- und Mikrorechnern, Personalcomputern sowie den dazugehörigen Betriebssystemen und Softwareprogrammen. Der Jahresumsatz betrug seinerzeit 12,8 Milliarden DDR-Mark.

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E Quelle: dpa-Zentralbild

Begonnen hatte es eigentlich schon früher. Kombinate aus dem damaligen Karl-Marx-Stadt und Radeberg hatten in den 1960er Jahren den Großrechner „Robotron 300“ produziert. Im Zuge einer zentral gesteuerten Umstrukturierung der DDR-Industrie wurde dann am 1. April 1969 das Kombinat Robotron gebildet. Produktionsstandort bliebe zunächst das Fernsehwerk Rafena in Radeberg, ehe 1970 das neu gebaute Robotrongelände am Pirnaischen Platz bezogen wurde. Robotron wuchs und hatte mehrer Außenstellen unter anderem in Gruna, aber auch in Riesa, Karl-Marx-Stadt, Hoyerswerda und Sömmerda.

Mit der Wende wurde schnell klar, dass der Vorzeigebetrieb des Ostens nur der einäugige unter den Blinden war. Robotron wurde mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 als Kombinat aufgelöst, die einzelnen Betriebe fielen an die Treuhand. Da ein wirtschaftlich erfolgreicher Betrieb nicht mehr möglich war, gingen diese Betriebe in die Liquidation.

Heute erinnert an Robotron nur noch die Heimstatt an der St. Petersburger Straße, die seit zwei Jahren offiziell Lingnerstadt heißt, und eine Firma namens Robotron Datenbank-Software Dresden, die sich die Markenrechte gesichert hat. Außerdem haben Robotron-Mitarbeiter nach der Wende zahlreiche Technologie-Unternehmen gegründet, darunter Xenon, Dresden-Elektronik, SMT & Hybrid, Bus Elektronik, Comped (heute: Coool Case) und viele andere.

Von Anno Dazumal