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Lokales Coronavirus erreicht Dresden – insgesamt zehn Fälle in Sachsen
Dresden Lokales Coronavirus erreicht Dresden – insgesamt zehn Fälle in Sachsen
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18:24 08.03.2020
Ein Rentnerpaar aus Dresden und ein aus Osteuropa stammender Fernfahrer sind positiv auf die Infektion mit dem Coronavirus getestet worden (Symbolbild). Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Dresden

Das Corona-Virus ist nun erstmals auch bei Patienten in Dresden nachgewiesen worden. Betroffen sei ein Rentnerpaar aus Dresden, teilte das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt am Sonntagmittag mit. Die Frau und der Mann wurden am Wochenende positiv auf die Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Das Paar war am 29. Februar aus dem Norditalien-Urlaub zurückgekehrt und hatte zu Hause Erkältungssymptome bekommen. Deshalb ließen sich beide am Dresdner Uniklinikum auf Coronaviren testen. Das Paar befindet sich in häuslicher Isolation, bei beiden sei der Gesundheitszustand stabil. Da die zwei Dresdner seit ihrer Rückkehr aus dem Urlaub fast ausschließlich zu Hause waren, hatten sie ohnehin kaum Kontakte zu weiteren Personen. Diese werden derzeit ermittelt.

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Auch Trucker aus Osteuropa betroffen

Auch bei einem aus Osteuropa stammenden Fernfahrer wurde das Virus festgestellt. Der Trucker war auf seiner Tour auch durch Norditalien gefahren. Er meldete sich mit Fieber, Krankheitssymptomen an den oberen Atemwegen und Schwächegefühl beim Arzt. Ein Labortest bestätigte den Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus. Der Fernfahrer wird derzeit im Leipziger Klinikum St. Georg stationär behandelt. Sein Zustand ist stabil.

Alle Infizierte waren in Norditalien

Mit diesen drei neuen Fällen gibt es nun insgesamt zehn bestätigte Coronavirus-Infizierte in Sachsen. Alle waren durch Norditalien gereist oder von dort zurückgekehrt. Am Sonnabend waren bei einem Mann aus dem Landkreis Leipzig und einer Frau aus dem Landkreis Bautzen die Infektionen festgestellt worden. Beide Patienten sind in häuslicher Quarantäne. Am Freitag war die Infektion bei einem Leipziger bestätigt worden. Er wird stationär im Leipziger Klinikum St. Georg behandelt. Am 2. März war bei einem Busreisenden aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine Coronainfektion diagnostiziert worden. Er befindet sich in häuslicher Isolation. In allen Fällen wurden mögliche Infektionsketten ermittelt, so das Ministerium. Auch die Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolation. Die Labortests bei ihnen fielen negativ aus.

Sozialbürgermeisterin lobt Patienten

Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprachen den Betroffenen ihre Genesungswünsche aus. Kaufmann lobte die „kooperative und gute Zusammenarbeit“ zwischen den Patienten und den Behörden. „Das ist bei einer häuslichen Isolation nicht selbstverständlich und in meinen Augen bemerkenswert!“ Auch Köpping betonte, dass sich die Infizierten richtig verhalten hätten, indem sie ihren Verdacht auf Corona erkannten und schnell überprüfen ließen. Sie dankte zudem den beteiligten Behörden, Ärzte und Kliniken für ihren Einsatz. „Die Fälle in Dresden zeigen, dass die Meldewege funktionieren und alle Bereiche, von den niedergelassenen Ärzten, über die Krankenhäuser bis zum Gesundheitsamt Hand in Hand arbeiten“, ergänzte Sozialbürgermeisterin Kaufmann.

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Von ttr