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Lokales Coronabedingt ruhiger 1. Mai in Sachsen
Dresden Lokales Coronabedingt ruhiger 1. Mai in Sachsen
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16:46 01.05.2020
Polizisten beobachten einen Teilnehmer einer Kundgebung der Satirepartei "Die Partei" zum 1. Mai in Dresden unter dem Motto "Proletarier aller Länder vereinzelt euch!", der unter einer Gasmaske die Auflagen der Versammlung vorliest. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d
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Leipzig/Dresden

Keine Gewerkschaftsdemos, keine großen Versammlungen. In der Corona-Krise fanden in Sachsen zum 1. Mai dennoch zahlreiche Kundgebungen statt - überwiegend friedlich.

In Dresden fanden mehrere Versammlungen zum 1. Mai statt. Laut Polizei verliefen sie friedlich. Auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche machten Gastronomen und Beschäftigte aus Hotel- und Veranstaltungsbranche auf Probleme durch die Coronaviurs-Pandemie aufmerksam, indem sie mit Stühlen großflächig die Buchstaben „SOS“ stellten.

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In Pirna versammelten sich am Morgen laut Polizei „deutlich weniger“ Menschen als die 50 zugelassenen Teilnehmer. Die AfD hatte zur Kundgebung unter dem Motto „Sicherung unserer Freiheitsrechte laut Grundgesetz“ aufgerufen. Auch in Borna (Landkreis Leipzig) fand eine Kundgebung der AfD statt – nach Angaben der Polizei ohne Störungen.

Jan Zwerg, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD sowie Mitglied im Sächsischen Landtag, trägt bei der Demo in Pirna Nase und Mundschutz. Quelle: Daniel Förster

In Leipzig demonstrierten mehrere Hundert Menschen. Die Initiative #NichtaufunseremRücken hatte unter dem Motto „Kämpferisch zum Ersten Mai“ zum Protest aufgerufen. Die Demonstranten waren mit Mundschutz „vermummt“. Der Demonstrationszug lief vom Südplatz zum Connewitzer Kreuz im alternativ geprägten Stadtteil Connewitz. Das Ordnungsamt hatte dem spontan zugestimmt, so eine Polizeisprecherin. Nach Angaben der Polizei verlief der Aufzug friedlich.

Zunächst waren wegen der Corona-Krise nur zwei stationäre Kundgebungen am Südplatz und am Connewitzer Kreuz mit höchstens 25 Teilnehmern genehmigt worden. In anderen Stadtteilen fanden weitere Versammlungen statt. Am Nachmittag wurden am Rande eines Spontanaufzuges die Personalien von etwa 20 Menschen aufgenommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Nach ihren Angaben hatten sie die Abstandsregeln nicht eingehalten.

Mit Blick auf die deutlich höhere Anzahl von Demonstrationsteilnehmern als zugelassen, kündigte die Stadt Leipzig an, die Situation im Nachgang rechtlich zu bewerten. Gegebenenfalls sollten „entsprechende juristische Konsequenzen“ gezogen werden, erklärte ein Stadtsprecher. Insgesamt seien die Auflagen der Versammlungsbehörde im Süden Leipzigs aber „weitestgehend eingehalten“ worden.

In Plauen versammelten sich am 1. Mai Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei Der dritte Weg. Wie ein Polizeisprecher sagte, waren bei der einstündigen Kundgebung keine anderen Zuschauer anwesend. Der Polizei waren bis zum Nachmittag keine Störungen bekannt. Zunächst hatte der Vogtlandkreis die Aktion, die eine Einzelperson angemeldet hatte, abgelehnt. Wie der Polizeisprecher sagte, entschied das Verwaltungsgericht Chemnitz am Donnerstagabend, dass die Kundgebung unter Auflagen doch stattfinden darf.

Nach Angaben der Polizei in Chemnitz verliefen auch dort die Aktionen zum 1. Mai friedlich. In Chemnitz waren Infostände von AfD und der Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ zugelassen worden. Außerdem fand eine Kundgebung der Linkspartei statt.

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Von dpa

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