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Lokales Corona: Wochenmärkte nun auch in Dresden dicht
Dresden Lokales Corona: Wochenmärkte nun auch in Dresden dicht
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18:49 25.03.2020
Vor einer Woche war Doris Göhler, Verkäuferin bei Obsthof Beck aus Borthen, die einzige, die auf dem Wochenmarkt an der Lingnerallee eine Schutzmaske trug. Jetzt darf der Markt überhaupt nicht mehr öffnen.
Vor einer Woche war Doris Göhler, Verkäuferin bei Obsthof Beck aus Borthen, die einzige, die auf dem Wochenmarkt an der Lingnerallee eine Schutzmaske trug. Jetzt darf der Markt überhaupt nicht mehr öffnen. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Jetzt ist das Aus amtlich: Die Stadt Dresden schließt ab sofort alle Wochenmärkte. Sie reagiert damit auf geänderte Bestimmungen des Freistaats. Bis deren Interpretation vom Land klargestellt worden ist, hatte es einige Zeit gedauert.

Wöller bekräftigt Verbot für Wochenmärkte

Vergangene Woche hatte der Freistaat den Wochenmärkten noch als Ausnahme von der allgemeinen Geschäftsschließung erlaubt zu öffnen. In einer seit Sonntag geltenden Verfügung fehlten sie dann in der Liste. Dresden ließ die Märkte daraufhin zunächst gewähren und verlangte vom Innenministerium eine rechtliche Klarstellung. Das dauerte eine Weile.

Am Mittwoch bekräftigte Innenminister Roland Wöller (CDU) erneut, dass Wochenmärkte nicht geöffnet werden dürfen und schließlich erreichte eine entsprechende Klarstellung seines Ministeriums auch die Kommunen.

Handwerker: Entscheidung überzogen

Der Präsident des sächsischen Handwerkstags, Roland Ermer, sprach sich am Mittwoch in Dresden gegen ein pauschales Verbot der Wochenmärkte aus. „Bei allem Verständnis für konsequente Maßnahmen zur Eindämmung der grassierenden Pandemie müssen Lösungen her, die es sowohl Verbrauchern als auch Handwerkern erlauben, weiterhin Waren des täglichen Bedarfs zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen“, sagte er am Mittwoch.

Alle Wochenmärkte unter freiem Himmel zu untersagen, bezeichnete Ermer als „überzogen“. Stattdessen sollten wie in den Supermärkten den Betreibern von Wochenmärkten „eindeutige Auflagen sowohl für die Regulierung von Kundenströmen als auch für das Feilbieten von Waren erteilt werden. Unterm Strich erwarte das sächsische Handwerk von der Politik, auch in Zeiten eines stark eingeschränkten öffentlichen Lebens Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen. Es sollte allen daran gelegen sein, „so viele Handwerker wie möglich vor dem wirtschaftlichen Ruin und möglichst ohne Anspruch auf staatliche Hilfe zu bewahren.“

Stadt Dresden: Vermarkter hart getroffen

In diesem Sinn äußerte sich auch die Stadt Dresden. Nachdem der Freistaat Sachsen gegenüber den Kommunen seine Regelungen noch einmal präzisiert und klargestellt habe, sei nun „eine Rechtsunsicherheit geklärt und die Wochenmärkte in Dresden schließen mit sofortiger Wirkung“, hieß es aus der Stadt. „Fakt ist aber auch, dass viele Kleinbauern und Direktvermarkter davon hart getroffen sind, da sie ihre Waren nun nicht mehr vor Ort anbieten können.“

OB: Supermärkte müssen mehr regionale Produkte anbieten

Dies sei umso bedauerlicher, als dass in den großen Lebensmittel-Ketten in der Regel Obst und Gemüse angeboten wird, welches aus Italien, Frankreich oder Spanien komme und damit in der jetzigen Situation durch halb Europa gefahren wird. Die Stadt will nun nach Möglichkeiten suchen, die betroffenen Direktvermarkter zu unterstützen. „Wir müssen dafür sorgen, dass sie nicht auf ihren Waren sitzen bleiben“, erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert gegenüber DNN. „Ich fordere die großen Supermärkte deshalb auf, mehr regionale Produkte bei unseren Produzenten einzukaufen“, fügte das Stadtoberhaupt hinzu. Der Konsum mache das bereits vorbildlich, bei anderen sei das noch nicht so.

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