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Lokales Chinesischer Sensorkonzern kauft Dresdner Firma
Dresden Lokales Chinesischer Sensorkonzern kauft Dresdner Firma
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15:23 20.12.2018
Um die Ernte zu verbessern, sind in der Landwirtschaft Sensor-Funknetze mit geringem Stromverbrauch schon heute gefragt – und da sind Spezialisten wie Commsolid gefragt. Quelle: Foto: Claas
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Dresden/Shenzhen

Der chinesische SensorkonzernGoodix“ aus Shenzhen hat die Dresdner Funktechnologie-Firma „Commsolid“ übernommen. Das hat der vormalige Eigentümer „Hightech-Gründerfonds“ (HTGF) aus Köln mitgeteilt, der sich im Gegenzug aus dem Unternehmen zurückzieht. Den Kaufpreis gaben die Beteiligten nicht bekannt. Die Chinesen, die als Marktführer für Fingerabdruck-Sensoren gelten, waren laut dem Fonds scharf auf die sächsischen Stromspar-Vernetzungslösungen für das „Internet der Dinge“ (IoT) und wollen nun in Dresden weiter investieren.

Eine lange und verschlungene Vorgeschichte

Vom Eigentümerwechsel profitieren alle Beteiligten, schätzte HTGF-Investitionsmanagerin Lucille Bonnet ein. „Jedes der beiden Unternehmen bringt seine hervorragende Technologie-Expertise ein, um gemeinsam schneller innovative Lösungen am IoT Markt anzubieten.“ Ähnlich sieht das Commsolid-Chef Matthias Weiss, der laut eigenem Bekunden gemeinsam mit Lars Melzer auch nach der Übernahme weiter das Dresdner Unternehmen leiten soll. „Durch diese Lösung können wir uns hier weiterentwickeln“, schätzte er ein.

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Commsolid hat eine lange und verschlungene Vorgeschichte. Die Firma geht letztlich auf die TU-Ausgründung „Systemonic“ zurück, die 1999 als Entwicklungsfirma für WLAN-Funkchips entstand. 2002 übernahm Philips-NXP das Unternehmen. Als die Holländer das Interesse an den Dresdner Forschungen verloren, gründeten die Ingenieure 2008 wieder eine neue Firma, die „Blue Wonder“. Die wurde 2010 zunächst von Infineon erworben und kurz darauf an Intel weiterverkauft. Als der US-Halbleiterkonzern sein sächsisches Entwicklungszentrum Dresden im Sommer 2015 dicht machte, gründete im Oktober ein Teil der ehemals 130 Dresdner Intel-Mitarbeiter die „Commsolid“ im Dresdner Waldschlösschen-Areal.

Erlaubnis der Genehmigungsbehörden ließ auf sich warten

Seitdem entwickeln die Commsolid-Ingenieure Chip-Lösungen für den Mobilfunk-Standard „Schmalband für das Internet der Dinge“ (NB-IoT), der als Vorstufe und Teil des neuen 5G-Mobilfunks gilt. Damit lassen sich insbesondere zwischen mobilen Geräten drahtlose Verbindungen herstellen, die zwar nicht allzu schnell sind, dafür aber sehr wenig Strom verbrauchen. Dies ist für jene Sensoren und andere „Dinge“ im „Internet der Dinge“ wichtig, die monate- oder jahrelang autonom arbeiten, also ohne externen Stromzufluss, auskommen müssen.

Die Fortschritte der Dresdner in diesem Segment weckten zunächst das Interesse deutscher Risikokapitalgeber: 2016 stiegen der teilstaatliche „High-Tech-Gründerfonds“ (HTGF) aus Köln und die „Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen“ (MBG) in die „CommSolid GmbH“ ein. Und auch die Technologiegrößen im Reich der Mitte interessierten sich für die Dresdner Firma, die inzwischen auf 35 Mitarbeiter gewachsen ist. Der HTGF und die MBG stiegen zu Gunsten von Goodix aus. Die Übernahme selbst geschah zwar schon im Februar 2018, aber erst jetzt liegt die Erlaubnis dafür von den deutschen Genehmigungsbehörden vor.

Goodix-Sensoren ermöglichen Smartphones ohne Knöpfe

Der chinesische Halbleiterkonzern Goodix hat 1300 Mitarbeiter und ist eine „fabless Company“ – lässt also seine Elektronikprodukte bei Auftragsfertigern herstellen. Das Unternehmen dominiert unter anderem den Markt Fingerabdruck-Sensoren: Goodix-Sensoren stecken in den meisten Android-Smartphones. Seit einiger Zeit bieten die Chinesen auch Fingerabdruck-Erkenner an, die unter Glas arbeiten – dadurch sind Smartphones ohne Öffnungen und Knöpfe möglich.

Die Commsolid-Mannschaft ist jedenfalls zuversichtlich, dass die Chinesen nicht nur Know-How absaugen wollen, sondern sich dauerhaft in Dresden engagieren. „Unser Wissen gibt es nur bei uns“, betonte Weiss. „Deutschland wird unser zweiter F&E Standort außerhalb Asiens. Und „Goodix Technologie“-Chef Goodix David Zhang versprach: „Wir werden in Dresden investieren, dort sollen neue Arbeitsplätze entstehen.“

Von Heiko Weckbrodt

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