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Lokales Caspar David Friedrich in Lego-Art
Dresden Lokales Caspar David Friedrich in Lego-Art
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09:22 04.05.2019
Two men contemplating the cheese Quelle: eatmybricks
Dresden

Paraphrase oder Persiflage? Das Gemälde „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ von Caspar David Friedrich gehört zu den Hauptwerken der Galerie Neue Meister im Albertinum. Zwei Dresdner haben das Motiv des Künstlers, der den größten Teil seines Lebens in Dresden wirkte und zu den wichtigsten Malern der deutschen Romantik zählte, jetzt nachgestaltet. Allerdings auf ihre ganz eigene Art und Weise – in (und bewusst nicht auf) Lego-Art.

Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ von Caspar David Friedrich,Öl auf Leinwand, 35 x 44,5 cm, Galerie Neue Meister, Albertinum Quelle: SKD

Vom Mond zum Käse

Titel des Werkes „Two men contemplating the cheese“ (Zwei Männer betrachten den Käse“). Holger Birkholz, Kurator in der Galerie Neue Meister, entdeckte das Bild auf Instagram, fand es witzig und schrieb die beiden Dresdner an.

„Es hat mich interessiert, warum sich die beiden die Mühe machen, das nachzubauen“, sagt der Kurator. Er versuche, auf möglichst vielen Wegen – so auch über soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram – mit Menschen über Kunst ins Gespräch zu kommen. Seiner Beobachtung nach „greifen viele junge Menschen Bilder von Caspar David Friedrich auf, schreiben, was sie daran interessiert. Oft finden sie sich wieder in den Gefühlen, die der Künstler in seinen Werken vermittelt“.

Two men contemplating the cheese Quelle: eatmybricks.de

Humorvolle karikierende Nacherzählung

„Auf den ersten Blick mag das Lego-Bild dem Betrachter ein bisschen einfach und wie ein Scherz vorkommen. Aber dieser humorvollen, karikierenden Nacherzählung steckt eine Analyse des Originalbildes“, findet Holger Birkholz. Zudem sei die Umsetzung, der Bau des 3D-Bildes, sehr aufwändig und detailreich umgesetzt.

„Wir haben als Museum überhaupt keine Berührungsängste damit. Im Gegenteil, wir freuen uns, wenn sich Menschen mit Kunst beschäftigen und auseinandersetzen. Denn es ist immer die Frage, wie gehen wir heute mit diesem Erbe um?“, so der Kurator.

Sören Grochau (42) und Michael Feindura (41) übergaben am Freitag im Albertinum ein großes Fotoposter, das ihre Schöpfung „Two men contemplating the cheese“ zeigt, an Holger Birkholz. Er will es in sein Büro hängen und eine kleinere Version davon auch den Objektakten beifügen, die im Albertinum für die Kunstwerke geführt werden.

Hobby mit großem Spaßfaktor. Sören Grochau und Michael Feindura gestalten originelle Szenen mit Lego-Figuren.

200 Jahre altes Werk

„Wir haben erst durch Herrn Birkholz erfahren, dass das Gemälde „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ in diesem Jahr 200 Jahre alt ist“, sagt Sören Grochau. Er ist gelernter Schriftsetzer, hat sich viele Jahre mit Grafikdesign im Medienbereich befasst und dann eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher absolviert. Mit der Geburt seines Sohnes wurde Lego für ihn aktuell. „Ich habe es sehr genossen, mit meinem Sohn diese Welt auch zu entdecken.“

Staubsauer frisst Teddy

Irgendwann habe er angefangen, Legofiguren in selbst gebauten szenischen Bildern zum Leben zu erwecken und das dann zu fotografieren. „Eines der ersten Miniatur-Settings war richtig dramatisch. Da rannten zwei Lego-Kinder vor einem Staubsauger weg. Und der Junge verliert dabei seinen Teddy“, so Sören Grochau. Das positive Echo in der Familie und im Freundeskreis motivierte, weiterzumachen.

Fast 200 kleine Geschichten mit Lego-Figuren

Sören holte seinen Freund, den Marketingfachmann Michael Feindura, mit ins Boot. „Ich habe eine stärkere Affinität zur Fotografie“, erklärt dieser. Denn Makro-Fotos in Spitzenqualität sind wichtig, um die Legografie in sozialen Netzwerken weiter zu verbreiten. So entstand das gemeinsame Projekt „eat my bricks“ von „Soeren und Mic“. Fast 200 Bilder mit Lego-Figuren haben die beiden nach eigenen Angaben schon inszeniert – meist witzig, manchmal nachdenklich oder auch gesellschaftskritisch und um die Ecke gedacht.

Auftrag aus den USA

Mit Legografie beschäftigen sich einige, aber die beiden sind offenbar besonders gut. Nicht nur das ZDF hat schon einen Beitrag über sie gedreht, auch Warner Bros. Interactive Entertainment (USA) engagierte die beiden Dresdner.

Spaß am Gestalten ist das A & O

„Sie haben in Lizenz für Lego ein Computerspiel herausgebracht. Wir sollten die Figuren in Szenen setzen und fotografieren“, erzählt Michael Feindura. „Die Erfahrung war super, und wir haben auch ein paar Euro verdient.“ Aber sie hätten gemerkt, solche Auftragssachen seien nicht ihr Ding, ergänzt Sören Grochau. Denn sie wollen frei sein in ihren Entscheidungen, in der Wahl der Themen und der Art und Weise der Umsetzung. „Und es soll vor allem eins: Spaß machen.“

Michael Feindura und Sören Grochau im Legoneom. Quelle: Anja Schneider

Rätseln im Legoneom

Spaß haben und seinen Grips anstrengen kann man mit der Lego-Fotokunst von „eat my bricks“ übrigens in der „Buntewelt“ von Daniel Conrad und Sebastian Harmel am Altmarkt 10 b-c. Im Legoneom hängen die Werke Michael Feindura und Sören Grochau. Mit Hilfe von kniffligen Rätseln in verschiedenen Schwierigkeitsgraden kann man diese mal auf ganz andere Weise „entdecken“.

Von Catrin Steinbach

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