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Lokales „Carl und Carla“ verdoppeln Flotte
Dresden Lokales „Carl und Carla“ verdoppeln Flotte
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09:28 26.03.2019
„Carl und Carla“-Mitgründer Richard Vetter hat allen Grund zu lachen: Das Geschäft des Dresdner Carsharing-Unternehmens boomt. Damit es nun in elf weiteren deutschen Städten durchstarten kann, wird die Fahrzeugflotte stark erweitert. Quelle: Foto: Anja Schneider
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Dresden

Weil immer mehr Studenten, Spediteure und andere Kunden kurzfristig Kleinbusse und Kleintransporter von „Carl und Carla“ mieten wollen, verdoppelt das Dresdner Carsharing-Unternehmen seine Fahrzeugflotte. Das hat Mitgründer Richard Vetter gestern in der gläsernen VW-Manufaktur angekündigt.

In diesem Zuge sei auch eine Expansion in vier weitere Städte geplant: Köln, Düsseldorf, Karlsruhe und Frankfurt am Main stehen auf der Agenda. Bisher „bespielt“ das Unternehmen elf Städte mit 230 VW-Transportern der Typen T6 und T4. Perspektivisch wollen „Carl und Carla“ in rund 40 urbanen Ballungsgebieten in ganz Deutschland vertreten sein.

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„Unser Angebot kommt gut an, auch außerhalb von Sachsen“, erklärte Vetter. Einerseits seien die Kleinbusse und Transporter unter Studenten gefragt, die damit beispielsweise am Wochenende oder spätabends zu Partys fahren oder Umzüge erledigen wollen. Ein Drittel der Kunden seien Gewerbetreibende, die die Transporter eher tagsüber leihen, um Auftragsspitzen abfangen und Transportaufträge zu erledigen.

Test mit E-Transportern geplant

Um all dieser Nachfrage gerecht zu werden, erwerben „Carl und Carla“ bis zum Sommer 2019 per Kaufmiete („Leasing“) zusätzliche 200 Kastenwagen und Neunsitzer der Marke Volkswagen im Gesamtwert von rund sieben Millionen Euro. Die Auslieferung übernimmt das Dresdner Autohaus Holm Wirthgen. Laut Betriebsleiterin Petra Wolf handelt es sich um die größte Nutzfahrzeug-Bestellung in der Geschichte des Autohändlers.

Ist dieser Auftrag abgearbeitet, wollen „Carl und Carla“ erstmals auch zwei Elektro-Transporter von Volkswagen erwerben. Die Carsharer wollen damit testen, wie sich elektrisch umgerüstete T6-Fahrzeuge mit Blick auf Reichweite, Last und andere besondere Anforderungen im Transportsektor schlagen.

Das Unternehmen „Carl und Carla“ geht auf ein Vermächtnis zurück: 2011 erbte Student Bastian Thiere einen T4 (Spitzname: „Charly“). Weil der bei Kommilitonen gefragt war, schmiedeten Thiere und Vetter sowie Martin Wesner und Gregor Wendt eine Geschäftsidee. Sie gründeten 2013 die Firma „Carl und Carla“. Die spezialisierte sich auf die Kurzzeit-Vermietung von T4- und später auch von T6-Fahrzeugen, die sich als Transporter („Carl“) nutzen oder zum Kleinbus („Carla“) umbauen lassen. Vermieter von Carsharing-Autos gab es da zwar schon einige auf dem Markt. Aber das spezielle Nutzfahrzeug-Carsharing und App-gestützte Schlüssel-Management der Dresdner waren ein noch seltenes Angebot – und expandierte daher rasch.

Ruf-Upgrade im VW-Brüter

Einen ordentlichen Schub habe das junge Unternehmen bekommen, als VW Dresden das „Carl und Carla“-Team 2017/18 für sechs Monate im Firmeninkubator der Gläsernen Manufaktur betreute, erinnert Vetter. Dadurch habe die Mannschaft die eigene Geschäftsidee weiterentwickeln können. Vor allem aber habe die Zusammenarbeit mit dem allseits bekannten Konzern auch dem letzten Kunden klar gemacht: „Ja, Carl und Carla sind mehr als nur ein Spielmannszug, der bald wieder verschwindet“, sagt Vetter.

carlundcarla.de

Von Heiko Weckbrodt