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Lokales CDU: Lames hat Orang-Utan-Haus vermasselt
Dresden Lokales CDU: Lames hat Orang-Utan-Haus vermasselt
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16:00 08.09.2018
Bei Orang-Utan Toni hält sich die Bewegungsfreude doch sehr in Grenzen. Quelle: Picasa
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Dresden

Die CDU-Fraktion hat sich zum Neubau eines Orang-Utan-Hauses im Dresdner Zoo bekannt und harsche Kritik an Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) geübt. Die Investition in Höhe von acht Millionen Euro ist nicht Bestandteil des Haushaltsentwurfes der Verwaltung. Lames hatte im DNN-Interview als Grund erklärt, der für den Zoo zuständige Geschäftsbereich habe andere Prioritäten gesetzt.

Laut CDU-Stadträtin Anke Wagner, die auch im Aufsichtsrat der Zoo GmbH sitzt, ist zwar Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) Aufsichtsratsvorsitzender. Für die Beteiligungsverwaltung sei aber der Geschäftsbereich des Finanzbürgermeisters zuständig. Und damit auch für die Zoo GmbH. „Der Zoo fällt die volle Zuständigkeit des SPD-Bürgermeisters“, so Wagner.

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Der möglicherweise entstandene Eindruck, die CDU oder CDU-geführte Geschäftsbereiche würden Anliegen des Zoos vernachlässigen, weise sie entschieden zurück, erklärte die Stadträtin. In den vergangenen Jahren seien dem Zoo immer die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung gestellt worden. „Das haben wir stets unterstützt.“ Es sei im höchsten Maß ärgerlich, wenn die Investition nun in der Haushaltsplanung des SPD-Bürgermeisters keine Rolle spiele.

Es gehe nicht in erster Linie um eine neue Attraktion für den Zoo, so Wagner. „Für mich ist es schlicht eine Frage der artgerechten Tierhaltung.“ Es bestünde dringender Handlungsbedarf. „Ich sehe bei diesem Vorhaben eine hohe Priorität“, erklärte die Stadträtin.

Das jetzige Orang-Utan-Haus ist so veraltet, dass eine Tierschutzorganisation dem Zoo 2017 einen Negativpreis für die angeblich „schlimmste Orang-Utan-Haltung in einem europäischen Zoo“ verliehen hat.

Von Thomas Baumann-Hartwig