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Lokales Kleingärtner tagen in Dresden – Städtebau soll grüne Oasen in Wohngebieten fördern
Dresden Lokales Kleingärtner tagen in Dresden – Städtebau soll grüne Oasen in Wohngebieten fördern
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15:04 07.09.2019
Im Kleingartenpark Hansastraße ist das Gebiet von 16 Schrebergärten beiderseits der Hansastraße für Jedermann zugänglich – ein Musterprojekt für die Entwicklung von Kleingärten in Deutschland. Quelle: Porstmann/Stadtverwaltung Dresden
Dresden

99 Kleingärten in Dresden sind in den letzten acht Jahren verschwunden. Und das, obwohl in der Landeshauptstadt die Nachfrage nach den Parzellen stetig steigt. Beides sind Erkenntnisse aus einer von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie, die das Kleingartenwesen in der Republik untersucht. Bei der Tagung des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde am Sonnabend in Dresden wird das Papier vorgestellt – gemeinsam mit Forderungen, die der Verband daraus ableitet.

Peter Paschke gibt seinen Vorsitz im Landes- und Bundesverband der Kleingärtner ab. Quelle: Archiv

Kleingärten im Wandel“ steht über der Broschüre – und das trifft in mehrfacher Hinsicht zu. So habe der ländliche Raum infolge des demografischen Wandels mit einem Schwund von Kleingärtnern zu kämpfen, wie der scheidende Verbandsvorsitzende Peter Paschke sagt. Er soll am Sonnabend vom jetzigen Vize und Hamburger Landeschef Dirk Sielmann abgelöst werden.

Kleingärten sind grüne Infrastruktur

In einer Großstadt sieht es dagegen ganz anders aus: Hier genügen gerade in der Innenstadt die Parzellen nicht, führen die Kleingartenvereine Wartelisten für die Aufnahme. Gleichzeitig werden immer mehr Parzellen Infrastrukturprojekten geopfert – aktuell wird wegen der Renaturierung der Prießnitz über das Verschwinden von 37 Kleingärten der Prießnitzaue diskutiert. „Kleingärten stehen gerade in wachsenden Städten unter Druck“, sagt Verbandsvize Sielmann. Man wolle diese Entwicklung aufnehmen und aktiv gestalten.

Dazu hat der Verband Forderungen formuliert, die ebenfalls am Sonnabend verabschiedet werden sollen. Es sind Dauerbrenner darunter wie die Aufforderung, am Bundesgartengesetz in seiner bisherigen Form festzuhalten. Hinzu kommen aktuelle Forderungen, wie jene, die Kleingärtner von einer hohen Grundsteuerbelastung zu verschonen.

Kernpunkt ist jedoch etwas anderes: Kleingärten sollen künftig auch Fördermittel für den Städtebau erhalten. „Kleingärten sind grüne Infrastruktur – das müssen die Kommunen erkennen“, begründet Sielmann.

Kleingärten werten Wohnlagen auf

Mit dem Griff in den Städtebaufördertopf sollen sowohl die Probleme auf dem Land als auch die in der Stadt gelöst werden. So könnten Städtebaumittel fließen, wenn Kleingärten aufgegeben werden müssen. Der Abriss einer gemauerten Laube könne schnell 30.000 bis 40.000 Euro kosten – zuviel für einen Kleingartenverein, der sich noch dazu in Auflösung befindet. Dieser Rückbau könnte wie beim Abriss leerstehender Wohnungen gefördert werden – im Gegenzug erhält die Kommune eine Ausgleichsfläche für Ausbauvorhaben anderswo.

In einer Stadt wie Dresden muss es andere Lösungen geben, „kreative Lösungen“, wie Sielmann sagt. Aus Hamburg bringt er einige Ideen mit: So wurden dort große Parzellen halbiert, was angehenden Kleingärtnern ihr Schreberparadies beschert hat. „Die Kommune hat den Infrastrukturausbau bezahlt – es mussten ja Wege und Leitungen verlegt werden“, sagt der designierte Bundeschef. Im Gegenzug konnte sie einen Teil des Gartenlandes für Wohnungsbau verkaufen.

Gesinnungswandel bei allen in der Stadtentwicklung

Der spielt eine wichtige Rolle in den Überlegungen des Verbandes. So sollen überall dort, wo neue Siedlungsgebiete entstehen, auch neue Kleingärten gebaut werden. Diese seien schließlich immer dann gefragt, wenn sie nah an der Wohnung liegen. Deshalb gelte es auch, alle innenstädtischen Kleingärten zu erhalten, sagt Bundeschef Paschke. Es gehe um einen Gesinnungswandel bei allen, die mit Stadtentwicklung zu tun haben.

Dafür brauche es auch Zustimmung aus der Bevölkerung. „Im Moment sind Kleingärten wieder hipp, das hilft uns“, sagt Bundesvize Sielmann. Damit das nicht rasch vorbei geht, müssten sich jedoch auch die Schrebergärtner bewegen.

Sie sollen ihre Parzellen für die Nachbarschaft öffnen. Wie das geht, wird links und rechts der Hansastraße mustergültig gezeigt. Seit 2013 sind dort unter dem Namen Kleingartenpark 16 Kleingärtenvereine zugänglich. Dazu gehören öffentliche Spielplätze, Parkplätze, Gartenlokale, öffentliche Toiletten. „Es wird noch eine Weile dauern, bis wir mit dem Ausbau fertig sind, aber es ziehen alle mit“, sagt Paschke.

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