Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Bundespolizei 2.0: Wie Beamte künftig die Personalien checken
Dresden Lokales Bundespolizei 2.0: Wie Beamte künftig die Personalien checken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 24.01.2019
Die neuen Geräte bringen nun nicht nur die üblichen Errungenschaften eines modernen Smartphones wie eine Kamera oder ein Navigationssystem mit, sondern auch ein spezielles Programm, mit dem sich Ausweispapiere blitzschnell scannen lassen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Vier von fünf Deutschen besitzen längst ein Smartphone – nun hat die Technologie auch bei der Bundespolizei Einzug gehalten. Seit Jahresbeginn werden auch die fast 400 Mitarbeiter der Inspektion in Dresden nun nach und nach mit den Gerätschaften ausgestattet, die eine ganz besondere Anwendung an Bord haben, die die Arbeit der Beamten deutlich ver­einfacht.

Bisher waren die Bundespolizisten dienstlich tatsächlich noch mit einem Tastentelefon unterwegs, ga­ben darüber noch fernmündlich Informationen und Anfragen an die Zentrale weiter. Die neuen Geräte bringen nun nicht nur die üblichen Errungenschaften eines modernen Smartphones wie eine Kamera oder ein Navigationssystem mit, sondern auch ein spezielles Programm, mit dem sich Ausweispapiere blitzschnell scannen lassen – und ermittelt werden kann, ob etwas ge­gen den Inhaber vorliegt.

Tatsächlich ist das eine enorme Er­leichterung der Arbeit, sagt Bundespolizist Silko Schneidenbach. Denn bisher mussten die Beamten die Daten aus dem Ausweis immer mündlich an die Leitstelle durchgeben. „Das geht nun alles wesentlich schneller“, erklärt der Beamte. Der Scan wird quasi per Knopfdruck an das System gesendet, von dort gibt es kurz darauf ein grünes Okay im Display – oder ein rotes Warnzeichen. Ist letzteres der Fall, wissen die Beamten, dass etwas gegen die überprüfte Person vorliegt. Die Polizisten können dann die weiteren nötigen Schritte einleiten.

Doch die Überprüfung geht somit nicht nur wesentlich schneller – sondern er­spart dem zu Überprüfenden auch mögliche Unannehmlichkeiten. „Bei der mündlichen Durchgabe der Daten müssen wir oft laut und deutlich sprechen. Gerade in Zügen, wo alle eng beieinandersitzen, ist es für die Betroffenen nicht angenehm, wenn alle dessen Namen hören“, erklärt Silko Schneidenbach.

Das Programm hat die Bundespolizei in Eigenregie entwickeln lassen und läuft auch nur auf den Smartphones der Beamten. Ottonormalbürger können sich die Anwendungen nicht aus dem App Store herunterladen. Neben der Möglichkeit des Scans des Ausweises über die eingebaute Kamera kann das Programm mittels des im Mobiltelefon integrierten NFC-Chips, der beispielsweise das bargeldlose Bezahlen an Supermarktkassen oder Fahr­kartenautomaten ermöglicht, auch el­ektronische Pässe auslesen. Nach dem Ende der Überprüfung, so versichert Silko Schneidenbach, werden die dabei ausgelesen Daten nicht auf den Geräten der Polizisten gespeichert.

Hier sorgt die Bundespolizei für Sicherheit

Zuständig sind die fast 400 Beamten der Bundespolizeiinspektion Dresden für das gesamte Gebiet zwischen Riesa und Bautzen, Freiberg und Pirna. Schwerpunkte sind der Hauptbahnhof und der Neustädter Bahnhof in Dresden sowie die Bahnstrecken und der Flughafen – aber auch die Grenze zu Tschechien.

Rund 7700 Straftaten hat die Dresdner Bundespolizei in ihrem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr registriert – das sind etwa 300 weniger als noch 2017.

Das Thema Migration betrifft fast die Hälfte der Fälle. Konkret geht es beispielsweise um unerlaubte Einreisen, Einschleusen oder Ausweismissbrauch. Mit jeweils mehr als 1000 Straftaten schlagen aber auch Eigentumsdelikte wie Diebstahl oder Raub sowie Schwarzfahren zu Buche.

Ordnungswidrigkeiten werden ebenso durch Bundespolizisten geahndet. Von den 1660 Fällen im abgelaufenen Jahr gehen die Hälfte auf Verstöße gegen die Eisenbahn-Bau- und Betriebsverordnung zurück. Dahinter verbergen sich meist Fälle, in denen Menschen illegal Gleise überqueren.

Von Sebastian Kositz

„Schmachtkörner, Hungersteine & Borkenkäferschwärme“: So fassen Wetterexperten ihre Analyse für 2018 in Sachsen zusammen. In Zukunft könnten solche extremen Wetterlagen zum Normalfall werden. Für dieses Jahr sieht die Prognose jedoch etwas anders aus.

24.01.2019

Rico Reuschel leitet ab sofort die Inspektion in Dresden. Der 48-Jährige sieht große Herausforderungen in der Landeshauptstadt.

24.01.2019

Die ersten Dieselfahrer sind aus betroffenen Innenstädten verbannt, jetzt hinterfragen auch Experten aus Dresden die Studien, die der Entscheidung zu Grunde liegen. Der Dresdner Fraunhofer-Leiter Klingner spricht von „fragwürdigen Modellrechnungen“. Lungenspezialist Koschel mahnt „Verhältnismäßigkeit“ und plädiert für mehr Raucherprävention.

24.01.2019