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Lokales Bürgerinitiative will für Erhaltung des Grünzuges in Dresden-Mockritz kämpfen
Dresden Lokales Bürgerinitiative will für Erhaltung des Grünzuges in Dresden-Mockritz kämpfen
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20:01 09.05.2019
Blick auf das Areal, auf dem sich zahlreiche Freizeitgärten mit Lauben befanden. Einen großen Teil des Landes südlich der Eutschützer Straße hat ein Bauunternehmer erworben. Er kündigte den Pächtern. Dann wurden Bäume gefällt. Das Gelände ist frei zugänglich eine Einladung an Diebe, Vandalen und auch an spielende Kinder. Die Unfallgefahr sei groß, befürchten die Anwohner. Quelle: Foto: Catrin Steinbach
Dresden

Das Vereinsheim „Grüne Oase“ des Kleingärtnervereins Mockritz ist gerappelt voll. Stuhl steht an Stuhl. Trotzdem reichen die Sitzgelegenheiten nicht, einige müssen stehen. Zig Bewohner des Stadtteils haben sich abends noch mal aufmacht, um der Bürgerversammlung beizuwohnen, die die Bürgerinitiative Mockritz initiiert hat. Grund ist die Sorge um die Zukunft eines Grünzuges südlich der Eutschützer Straße.

Baumfällungen auch auf geschützter Streuobstwiese

Ein Dresdner Bauunternehmer hat einen großen Teil der Fläche südlich der Eutschützer Straße bis zum Nöthnitzbach sowie eine benachbarte Streuobstwiese erworben. Er kündigte den Gartenpächtern zum 31.12.2018. Im Februar folgten dann Baumfällungen im großen Stil, auch auf der unter Schutz stehenden Streuobstwiese (DNN berichtete).

Anwohner fürchten um Sicherheit

Die Bürger schlugen Alarm, informierten die Stadtverwaltung und gründeten eine Bürgerinitiative. Zum einen wollen sie nicht, dass der Baumfrevel ohne Folgen für den Verursacher bleibt. Zum anderen sorgen sie sich um die Sicherheit auf dem Gartenareal. Niedergerissene Grundstücksbegrenzung und leerstehende, zum Teil kaputte Lauben würden zu Vandalismus und „Plünderung“ geradezu einladen und auch Kinder zum Spielen anlocken. Und da seien Unfälle vorprogrammiert.

Vor allem aber glauben die Bürger nicht, dass der Bauunternehmer hier Möhren und Kohlrabi ziehen und in der Hängematte liegen möchte, sondern dass er bauen will. Und genau das wollen sie verhindern.

Stadt: Gegenwärtig Bebauung nicht möglich

Dass die Fläche im überarbeiteten Flächennutzungsplan, der gerade durch die Gremien geht, als Grünfläche ausgewiesen ist, vermag sie nicht zu beruhigen. Das Stadtplanungsamt antwortete am 1. April auf eine Anfrage der DNN: „Nach dem gegenwärtigen Baurechtszustand sind die Flächen dem Außenbereich nach § 35 Baugesetzbuch (BauGB) zuzuordnen. Damit ist eine bauliche Entwicklung nicht möglich. Einziger Weg, um Baurecht zu erlangen, wäre die Durchführung eines Bauleitplanverfahrens, in dem die zu berücksichtigenden Belange zu ermitteln und gegeneinander abzuwägen wären. Zu beachten wären insbesondere Umwelt- und naturschutzrechtliche Belange (Eingriff/Ausgleich, Klima, Artenschutz).“

Jens Lattermann: „Es gibt noch keine Planung“

Zudem teilte die Stadt mit, dass „aktuelle Anträge auf Erteilung eines Bauvorbescheids oder einer Baugenehmigung oder auf Einleitung eines Bauleitplanverfahrens dem Stadtplanungsamt nicht vorliegen“ würden (Stand 29.3.). Bauunternehmer Jens Lattermann antwortete auf eine Anfrage der DNN „Es gibt noch keine Planung.“

Die Bürgerinitiative unter Vorsitz des Mockritzer Verlegers und langjährigen ehemaligen Stadtrates Christoph Hille (der jetzt übrigens wieder als Stadtbezirksbeirat für die Freien Bürger zur Wahl steht) machte gleich Nägel mit Köpfen. Sie lud zur Bürgerversammlung in der „Grünen Oase“ (potentielle) kommunale Entscheidungsträger ein: Stadträte, Stadtbezirksräte bzw. Kandidaten für diese Funktionen aus verschiedenen Parteien.

Einigkeit über alle Fraktionen

AfD, Bündnis90/Grüne, CDU, Die Linke, FDP, Freie Bürger, Freie Wähler und SPD kamen. Natürlich nutzten diese die Versammlung gleich, um Wahlkampf zu machen. Manche mehr, manche weniger glücklich, wie an den Reaktionen zu merken war. Am Ende waren sich alle einig, dass sie sich dafür einsetzen werden, dass der Grünzug erhalten bleibt. „Es ist eine einmalige Erfahrung, dass wir uns über alle Fraktionen einig sind. Wir wollen alles tun, um Ihren Wünschen zu entsprechen“, brachte es Georg Böhme-Korn (CDU), seit 1990 Stadtrat, auf den Punkt.

Von Catrin Steinbach

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