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Lokales Bürgerinitiative „Peschelstraße“ fühlt sich von der Stadt allein gelassen
Dresden Lokales Bürgerinitiative „Peschelstraße“ fühlt sich von der Stadt allein gelassen
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11:42 09.10.2016
Lärmintensives Wohngebiet: Anwohner Jörg Melzer auf der Dachterrasse seines Hinterhauses an der Peschelstraße.  Quelle: Anja Schneider
Dresden

Jörg Melzer sitzt auf der Dachterrasse seines Hinterhauses an der Peschelstraße. Über ihm steuert ein Passagierflugzeug den Flughafen Klotzsche an, auf den Bahngleisen hinter dem Haus rattert eine S-Bahn vorbei. Melzer hebt die Hand und sagt: „Das sind nie im Leben 30.“ Das Dröhnen auf der Peschelstraße wird von einem Poltern abgelöst. Ein Sattelschlepper bahnt sich seinen Weg über die schmale Fahrbahn.

„Wir sind eines der besonders lärmintensiven Gebiete in Dresden“, erklärt der Architekt und zählt auf: Rettungswagen in Richtung Krankenhaus Neustadt und Feuerwehren, Schwerlastverkehr und Flugzeuge, dazu die Bahnstrecke. „Nachts ist es besonders schlimm. Wenn da ein Sattelschlepper vorbeifährt, fällt man aus dem Bett. Besonders heftig sind Lkws mit offenen Containern.“ Melzer ist Sprecher der Bürgerinitiative „Peschelstraße“, die seit Jahren von der Stadtverwaltung Verbesserungen fordert. „Getan hat sich nichts. Wir fühlen uns im Stich gelassen“, sagt er bitter.

Zwei Kindertagesstätten und ein großer Spielplatz befinden sich an der Peschelstraße, nennt Melzer ein Argument zum Handeln. Am Besten wäre es, wenn kein Schwerlastverkehr mehr über die Peschelstraße rollen würde. „Aber wir sind Realisten“, so der Architekt. „Wenn hier etwas zugemacht wird, dann entstehen die Probleme an anderen Stellen.“ Wenigstens eine Forderung aber sollte die Stadt umsetzen, wenn es eine große Lösung nicht geben wird, findet Melzer. „Es wäre ein erster Schritt, wenn Tempo 30 eingehalten wird.“

Unterstützung erhält die Bürgerinitiative von Veit Böhm, Stadtrat aus der CDU-Fraktion. „Wir bräuchten eine Lkw-Trasse, die parallel zur Autobahn führt“, deutet er die „große Lösung“ an, die politisch nicht umgesetzt werden konnte. „Das ist an den Interessen anderer gescheitert.“ Die CDU hat im Januar einen Antrag eingebracht, der Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung zu prüfen. Im März fand der Antrag im Bauausschuss eine breite Mehrheit.

Was danach passierte, treibt Böhm die Zornesröte ins Gesicht: In einer Beschlusskontrolle teilt die Verwaltung mit, dass alle Vorkehrungen eingeleitet worden seien – mit Bezug auf Pläne zum Umbau des Knotens Peschelstraße/Leipziger Straße, die aber noch gar nicht realisiert wurden. „Das ist glatte Arbeitsverweigerung, hier wird der Wille des Ausschusses ignoriert.“ Er habe Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) deutlich mitgeteilt, dass es so nicht gehe. „Wir werden an dem Thema dran bleiben und nicht locker lassen, bis die Verwaltung sinnvolle Vorschläge macht“, kündigt Böhm an.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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