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Lokales Brüssel segnet Gelder für Halbleiter-Branche in Dresden ab
Dresden Lokales Brüssel segnet Gelder für Halbleiter-Branche in Dresden ab
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17:25 18.12.2018
Ein Wartungsmitarbeiter inspiziert eine Plasma-Ätzanlage für Wafer. Bosch wird Halbleiter in 300-mm-Technologie erstmals in seinem künftigen Werk in Dresden fertigen. Im Testzentrum Reutlingen testet Bosch schon heute 300-mm-Wafer. Quelle: Bosch
Dresden/brüssel

Die Europäische Kommission hat die Sondermilliarde für die deutsche und vor allem für die sächsische Mikroelektronik nun genehmigt. Das geht aus einer Mitteilung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hervor. Die Extra-Subventionen fließen in „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischen Interesse“ (englisch als „IPCEI“ abgekürzt) wie die neue Chipfabrik von Bosch in Dresden.

„Mit der Entscheidung wird die Halbleiterkompetenz in Europa und in Deutschland gestärkt“, begrüßte Minister Altmaier die Nachricht aus Brüssel. Dies stärke Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in Europa. „Die Mikroelektronik ist Basis für viele Anwendungsbereiche von Künstlicher Intelligenz über neue Quantentechnologien bis hin zur Sicherheit in der Informationsspeicherung und -verarbeitung.“

Dulig: Guter Tag für Sachsen

Auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) freut sich: „Von der heutigen Entscheidung der Europäischen Kommission profitiert nicht nur der europäische Mikroelektronik-Standort Nr. 1 hier in Dresden“, erklärte er auf DNN-Anfrage. „Die Entscheidung kommt letztlich der gesamten deutschen und europäischen Industrie zugute. Kurzum: Ein guter Tag für Sachsen, Deutschland und Europa. Das IPCEI gibt uns Europäern die Chance, wettbewerbsfähig zu bleiben und von den großen Veränderungen zu profitieren, die mit der digitalen Transformation in beinahe allen Lebens- und Arbeitsbereichen einhergehen werden“, unterstrich Dulig.

Hintergrund: Bisher waren Subventionen zum Beispiel für Chipfabriken nur bis zu – regional unterschiedlich hohen – Obergrenzen möglich gewesen, die die EU vorgab, um eine innereuropäische Subventionsspirale zu verhindern. Wirtschaftspolitiker und Manager aus Sachsen und anderen Mikroelektronik-Hochburgen wiesen inds darauf hin, dass Hightech-Investoren in Asien oder den USA weit höhere Beihilfen bekommen.

Bisher Nachteile im globalen Wettbewerb

„Die Welt wandelt sich in bislang nicht gekannter Geschwindigkeit – technologisch und geopolitisch“, argumentierte Minister Dulig. „Vor allem China und die USA bestimmen diesen Wandel durch riesige Investitionen. So segensreich, wie sich die Regulierung des innereuropäischen Wettbewerbs auf die Innovationskraft europäischer Unternehmen erwiesen hat, so verhängnisvoll sind die Auswirkungen auf den Gebieten, auf denen kaum innereuropäischer Wettbewerb, aber große globale Konkurrenz besteht – allen voran bei Halbleiterproduzenten.“

Immer häufiger hatten daher EU-Standorte bei globalen Investitionsentscheidungen in der Branche das Nachsehen. Vor allem auf Drängen der Deutschen wurde daher die IPCEI-Öffnungsklausel konstruiert, die staatliche Zuschüsse bis zu 30 Prozent der Gesamtinvestitionssumme erlaubt, wenn es sich um Hightech-Vorhaben von überragender wirtschaftsstrategischer Bedeutung handelt. Erst jetzt aber ist dafür auch das Okay aus Brüssel eingetroffen.

Sonderzuschüsse für Halbleiterindustrie

Zunächst wollen nun die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien Sonderzuschüsse an ihre Halbleiterindustrien per IPCEI-Erlaubnis verteilen. Deutschland gilt dabei als Vorreiter: Die Bundesregierung will eine Milliarde Euro Subventionen in besonders wichtige Halbleiter-Projekte und -Unternehmen stecken. Im Vertrauen darauf, dass die EU-Wettbewerbshüter das IPCEI-Programm erlauben, hatten in Deutschland unter anderem Infineon, Globalfoundries, Osram und Zeiss bereits 2017 Projekte im Umfang von 3,1 Milliarden Euro auf eigenes Risiko begonnen. Das prominente darunter ist die neue Bosch-Halbleiterfabrik in Dresden, die etwa eine Milliarde Euro kosten soll. Insofern kann Bosch nun auf bis zu 300 Millionen Euro Zuschüsse hoffen.

Zugute kommt der deutsche IPCEI-Teil vor allem Sachsen. Altmeier: „Das seit rund 50 Jahren gewachsene Cluster in Dresden und Umgebung wird damit weiter ausgebaut und seine Stellung als treibender Innovator in Europa gefestigt.“

Von Heiko Weckbrodt

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