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Lokales Bronze-Funde weisen auf Handel zwischen Germanen und Kelten hin
Dresden Lokales Bronze-Funde weisen auf Handel zwischen Germanen und Kelten hin
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14:53 25.10.2019
Im Vordergrund sind die drei keltischen Fiebeln zu sehen, mit denen einst Gewänder zusammengesteckt wurden. Dahinter ist das Ketten-Collier ausgebreitet. Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Bronze-Schmuckstücke schimmern geheimnisvoll im Licht – auch wenn die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat: drei „Fibeln“, die keltische Handwerker vor rund 2500 Jahren als Gewandnadeln geformt haben, und ein bisher einmaliges Collier. Archäologen haben diese Relikte einer untergegangenen Hochkultur im Oktober 2018 auf dem Gelände des Kieswerkes Pirna-Pratzschwitz gefunden. Dort entdeckten sie außerdem zwei Perlenketten aus rund 500 Bernstein- und Glasperlen.

Die Ausgrabungen dauerten drei Jahre

„Im Jahr 2015 fingen wir mittels Prospektionsschnitten, also länglichen Baggerschnitten, an, die rund zwölf Hektar große Ausgrabungsfläche umzugraben“, berichtet Referatsleiter Ingo Kraft vom Landesamt für Archäologie Sachsen. Schon diese Voruntersuchung brachte zahlreiche archäologische Funde zutage – die den Weg für weitere Ausgrabungen bereitete. Drei Jahre lang dauerten die Arbeiten, die schließlich mit dem Fund der keltischen Schmuckstücke ihren Höhepunkt hatten.

„Diese Stücke sind aufgrund ihrer künstlerischen Qualität und ihres Stils in die Frühphase der sogenannten La-Tène-Zeit zu stellen“, sagt Christoph Heiermann vom Landesamt. Somit sind die Schmuckstücke etwa zweieinhalb Jahrtausende alt.

Luftaufnahme vom Kieswerk in Pirna, auf dessen Gelände die Artefakte verborgen waren. Quelle: Repro: Dietrich Flechtner

Kein vergleichbares Collier in Mitteleuropa

Besonders das mit grüner Patina bedeckte Collier, bestehend aus einem halbkreisförmigen „Joch“ und einer daran fixierten fünfstrangigen Kette aus nahezu 700 kleinen bronzenen Ringen hat es den Archäologen angetan. Der Grund: „Nach unserem Kenntnisstand gibt es kein vergleichbares Collier in der keltischen Welt Mitteleuropas“, betont Ingo Kraft.

Die Archäologen Ingo Kraft (links) und Wolfgang Ender haben die Funde untersucht und als hochinteressant eingestuft. Quelle: Dietrich Flechtner

Der Fund begeistert auch aus einem anderen Grund: „Sachsen selbst war kein Verbreitungsgebiet der Kelten, sondern von der germanischen Kultur geprägt.“ Landesamts-Archäologe Wolfgang Ender ergänzt: „Das Mittelgebirge war damals die Grenze zwischen der keltischen und der germanischen Welt – der Elbweg die einfachste Möglichkeit für einen Handel zwischen den Kulturen.“

Pirna könne also durch seine Lage an der Elbe ein Handelszentrum gewesen sein – und zum Austausch beider Kulturen beigetragen haben.

Von Felix Franke

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