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Lokales Dicke Luft in der Dresdner CDU – Brauns wirft hin
Dresden Lokales Dicke Luft in der Dresdner CDU – Brauns wirft hin
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14:52 21.01.2019
atur zurück. Quelle: Antje Beier
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Dresden

Paukenschlag in der CDU kurz vor der Nominierung der Stadtratskandidaten am Sonnabend: Stadtrat Hans-Joachim Brauns hat in einem zornigen Schreiben an Kreisvorsitzenden Christian Hartmann die Rücknahme seiner Stadtratskandidatur mitgeteilt. Brauns wirft hin, weil er im Wahlkreis 1 (Altstadt) nach dem Willen des CDU-Kreisvorstands nicht auf Listenplatz 1 kandidieren soll.

„In den Gesprächen der vergangenen 15 Monate durfte ich das sichere Gefühl haben, zu dem Personal zu gehören, das auf jeden Fall der CDU-Fraktion in dem neu zu wählenden Stadtrat angehören soll.“ Er sei davon ausgegangen, auf Listenplatz 1 gesetzt zu werden, so Brauns. Ein einstimmiges Mitgliedervotum des Ortsverbandes liege vor.

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„Respektloses unddemütigendes Verhalten“

Im November 2018 sei er von anderen darauf aufmerksam gemacht worden, dass der Landtagsabgeordnete Patrick Schreiber den Spitzenplatz im Wahlkreis 1 erhalten soll, so Brauns. Schreiber hatte im September angekündigt, nicht mehr für den Landtag zu kandidieren. „Ich kann und werde ein solches demütigendes Verhalten um meiner Selbstachtung willen nicht hinnehmen. Weder haben die Mitglieder des Ortsverbandes noch ich ein derart respektloses Verhalten verdient“, erklärte der Stadtrat. Er habe es nicht für möglich gehalten, dass in der CDU, die für die Werte Ehre, Anstand, Würde, Respekt stünde, so etwas geschehen könne.

Entscheidung zwischenzwei sehr guten Bewerbern

Der 59-jährige Hans-Joachim Brauns ist seit 2001 – mit einer kurzen Unterbrechung – Mitglied des Stadtrats. Dabei machte sich der meinungsstarke und manchmal auch cholerische Kommunalpolitiker zunächst als baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion einen Namen. Politische Gegner verpassten ihm, der vehement für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur eintrat, den Spitznamen „Beton-Brauns“. 2014 trat Brauns im Wahlkreis 1 von Listenplatz 2 an und wurde nach der Wahl Sprecher für Ordnung und Sicherheit der CDU-Fraktion.

Ein namhaftes Dresdner CDU-Mitglied erklärte gegenüber DNN: „Die Partei hat aus der Bundestagswahl nichts gelernt. Die Hinterzimmerpolitik wird einfach fortgeführt.“ Mit Brauns verliere die CDU-Fraktion einen profilierten Stadtrat und einen Juristen. „Da bleibt inhaltlich eine Flanke offen.“

„Ich bedauere seine Entscheidung“, erklärte CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann. „Gleichwohl respektiere ich sie.“ Der Kreisvorstand habe zwischen zwei fachlich sehr gut geeigneten Bewerbern wählen müssen – und sich einstimmig für Schreiber entschieden. „Es kann nur eine Person auf Listenplatz eins antreten“, so Hartmann.

Schreiber erklärte, es handele sich um einen demokratischen, innerparteilichen Prozess, der am Sonnabend abgeschlossen werde. „Ich bin verwundert über die Art und Weise, wie Hajo Brauns jetzt an die Öffentlichkeit geht. Ich weiß nicht, ob das, was er tut, der Partei gerade hilft.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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