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Lokales Braunkohleausstieg: Was mit der Müllanlage auf dem Dresdner Hammerweg passiert
Dresden Lokales Braunkohleausstieg: Was mit der Müllanlage auf dem Dresdner Hammerweg passiert
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20:07 14.01.2020
Die Abfallsortieranlage am Hammerweg. Quelle: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat den Betrieb der biologisch-mechanischen Abfallbehandlungsanlage (BMA) am Hammerweg langfristig genehmigt. Gleichzeitig darf die Zwischenlagerhalle zum Umschlag von bis zu 420 Tonnen Restmüll pro Tag und zur Zwischenlagerung von maximal 1000 Tonnen Müll genutzt werden. Das teilte die LDS am Montag mit.

Keiner will mehr Müll-Pellets

Teil zwei der Genehmigung ist der interessante für die Landeshauptstadt Dresden. Denn die Stadtverwaltung teilte am Montag mit, dass sie nicht gedenke, die Genehmigung für den Weiterbetrieb der BMA tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Grund ist der Braunkohleausstieg.

Das Problem: Die Abfälle der Dresdner Haushalte werden auf der Anlage am Hammerweg sortiert und dann zu Ersatzbrennstoffen verarbeitet. Diese Brennstoffe wiederum werden in Kraftwerken verfeuert oder in Zementwerken verarbeitet. Mit dem vom Bund festgeschriebenen Braunkohleausstieg ist jedoch der Markt für die Ersatzbrennstoffe zusammengebrochen. Die Abnehmer heben die Hände – keiner will die Müll-Pellets mehr haben.

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Deshalb soll der Dresdner Müll künftig unbehandelt abgefackelt werden. Das ist zwar – ökologisch gesehen – auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber die Energie für das Herstellen der Pellets wird gespart. Und die Transportwege werden deutlich kürzer: Der Ersatzbrennstoff gondelt bis zu 120 Kilometer durch die Lande. Die Müllverbrennungsanlage Lauta ist dagegen nur 55 Kilometer von Dresden entfernt.

Weniger Geruchsbelästigung in Trachenberge

Deshalb wird der Hammerweg zur Umladestation für unbehandelten Restmüll umgebaut. Die Kosten dafür liegen bei rund 3,1 Millionen Euro. Bis zum 7. März 2021 läuft noch die Genehmigung für die BMA. Ab 8. März 2021 entsorgen die Unternehmen ALBA Supply Chain Management GmbH, EEW Energy from Waste GmbH und NERU GmbH & Co KG die rund 80.000 Tonnen Restabfall pro Jahr – unbehandelt. Die drei Unternehmen haben die entsprechende Ausschreibung gewonnen und im November 2019 den Zuschlag erhalten.

Das aufwendige Genehmigungsverfahren für die BMA sei betrieben worden, so die Stadtverwaltung, um die Entsorgungssicherheit der Dresdner Restabfälle in jedem Fall zu gewährleisten. Es hätte ja sein können, dass niemand den unbehandelten Müll abtransportieren will. Für die Anwohner insbesondere von Trachenberge, die unter den Gerüchen der BMA zu leiden haben, verbessert sich die Situation wahrscheinlich. Zumindest hat die LDS strenge Auflagen für die Abluftbehandlung der Lagerhalle erteilt.

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Von Thomas Baumann-Hartwig

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