Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales An der Spitze des „Hopfenkult“ in der Neustadt steht eine Frau
Dresden Lokales An der Spitze des „Hopfenkult“ in der Neustadt steht eine Frau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:47 23.04.2019
Seit 2013 lebt Barbara Staudenmaier in Dresden und hat hier Italienisch und Philosophie studiert – jetzt leitet sie das „Hopfenkult“. Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Bier ist mehr als ein Getränk – es verbindet Menschen aller Nationen und Generationen. Bei einem Bier kann man über alles reden“, findet Barbara Staudenmaier. Die 25-Jährige ist Store-Managerin des Ladens „Hopfenkult“ in der Neustadt – eine Art Feinkostenladen für Bier. Über 400 verschiedene Biere, ein ständig wechselndes Sortiment. „Wir wollen weg vom Einheitsbier und anstatt dessen die Vielfalt der unzähligen Sorten näher bringen“, so die Wahl-Dresdnerin. Den Laden gibt es 2013, er ist der einzige mit diesem Konzept in der Stadt.

Jedes Bier hat eine Geschichte

Seit Mitte letzten Jahres ist Staudenmaier Store-Managerin. Seitdem kümmert sie sich um Personal, Verkostungen und Bierbestellungen. Das Wissen rund um das Hopfengetränk musste sich die 25-Jährige selbst aneignen. „Die Leute kommen zum einen, um Neues auszuprobieren. Und zum anderen, um zu fachsimpeln“, weiß Staudenmaier. „Da braucht man definitiv Fachwissen. Aber es gibt so viele Fachzeitschriften und Bücher zu dem Thema – das glaubt man gar nicht.“ Mittlerweile kann sie zu jedem der Biere dessen Geschichte und Besonderheiten erzählen, wo es herkommt und wie es schmeckt.

Fast alle Sorten hat sie selbst schon probiert. Bautzner Bier mit Senf-Honig-Geschmack, Bier mit Lebkuchen-Aroma oder im Whiskyfass gereift – das Angebot ist ausgefallen. „Kaffee, Schokolade, Algen, Austern – all das ist schon ins Bier gewandert. Es ist zum Trend geworden, mit Bier und dessen Herstellung zu experimentieren“, verrät die Bierliebhaberin.

Weniger Bier, mehr Mischgetränke

Sachsen zählt gemeinsam mit Bayern und Nordrhein-Westfalen zu den größten Bierproduzenten in Deutschland – jedoch ist der Ausstoß rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr fiel 2018 die Produktion nach Angaben des Landesstatistikamtes in den mittelgroßen und großen Brauereien um 2,1 Prozent. Insgesamt wurden dort fast 7,5 Millionen Hektoliter gebraut. In der Statistik nicht erfasst sind die kleinen Brauereien, in denen weniger als 20 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Stattdessen erfreuen sich offenbar Biermischgetränke wachsender Beliebtheit. Wie aus den Zahlen des in Kamenz angesiedelten Landesstatistikamtes weiter hervorgeht, stiegt in den erfassten Brauereien die Menge der produzierten Biermischgetränke auf aus 180 000 Hektoliter – ein sattes Plus von immerhin 14,8 Prozent.

Das Sortiment kommt aus der ganzen Welt. Doch nicht etwa die Biersorten aus Hawaii oder China liegen der Ladenführerin besonders am Herzen, sondern die Kreationen sächsischer Brauereien. „Man kennt viele kleine Hersteller aus Sachsen einfach nicht“, so die Bierkennerin. Im Schnitt hat der Laden rund 100 Biere von etwa 20 regionalen Brauereien im Angebot.

Aber das Hopfenkult ist nicht nur ein „Späti“ der besonderen Art: „Zwei Mal pro Woche findet eine Open Bottle Night statt, zu der fünf verschiedene Biere verkostet werden. Und ein Mal pro Monat kommt ein Brauer vorbei“, zählt Staudenmaier die Highlights auf. Im Sommer will sie zudem Kurse zum Selberbrauen anbieten.

Viele Vorurteile

Eine junge Frau als Leiterin eines Bierspezialitätengeschäfts – da stößt Staudenmaier schon Mal auf einige Vorurteile. „Ich werde so oft gefragt, wie es sein kann, dass sich eine Frau so für Bier interessiert“, erzählt die 25-Jährige schmunzelnd. Ab und zu werde sie der Fragerei zwar müde, aber sie höre dennoch nie auf, ein Denken fernab von Geschlechter-Stereotypen zu etablieren. „Man wird oft nicht ernstgenommen und manchmal fehlt auch der Respekt. Aber da habe ich eine dicke Haut.“

Zudem spielen die Geschlechter in der Craftbeer-Szene keine große Rolle, es geht hauptsächlich um den Geschmack und die Vielfalt des Bieres sowie das Können des jeweiligen Bierbrauers – oder eben der Bierbrauerin.

Wichtig ist Staudenmaier auch, klarzustellen, dass es kein reines Frauen- oder Männerbier gibt. „Es ist völliger Quatsch, dass es vom Geschlecht abhängt, was man mag“, findet die 25-Jährige. „Bier ist für mich wie Wein: Ich überlege meistens, zu welchem Anlass ich es trinken möchte. Es gibt für jede Situation das passende Bier“, ist sich die Ladenchefin sicher.

Die Suche nach dem Richtigen

Die größte Herausforderung ist, für jeden Kunden das optimale Bier zu finden. „Meistens wissen die Gäste nicht, was sie wollen und können den Geschmack nicht beschreiben. Aber es gibt für jeden das perfekte Bier“, weiß die Ladenführerin. Die Kunst sei, die richtigen Fragen zu stellen. Tendenziell trinken die Dresdner laut der Kennerin gerne Pilsner und Schwarzbier. Ihr Lieblingsbier? „Keines, dazu gibt es einfach zu viele. Aber es geht nichts über ein schönes Pils“, sagt die Bierliebhaberin.

Auch sie ist dabei, ständig Neues zu entdecken. Bei ihren Reisen spielt das Hopfengetränk eine große Rolle. „Mir macht es unglaublich Spaß ein neues Land zu entdecken – und dazu gehört eben auch das Bier“, sagt die 25-Jährige. Im Sommer reist sie nach Japan – und ist schon gespannt, wie das Hefegetränk dort schmeckt.

Bierstore-Managerin als ihr Traumjob? Staudenmaier muss nicht lange überlegen: „Für den Moment gerade definitiv ja! Wo es mal hingehen wird, weiß ich zwar noch nicht. Aber ich glaube schon, dass ich dem Bier-Business treu bleibe.“

Von Annafried Schmidt

Autofahrer wird es freuen: Eigentlich sollte Parken in Dresden schon längst teurer sein. Die vom Stadtrat geforderte Erhöhung der Parkgebühren ist nun auf die Zeit nach der Kommunalwahl und die Sommerpause verschoben. Der Grund: Elektromobilität.

23.04.2019

Knapp 300 Menschen haben am Ostermontag für Frieden und Abrüstung demonstriert. Die von der Friedensinitiative Dresden organisierte Veranstaltung war der erste Ostermarsch in der Landeshauptstadt seit langer Zeit.

22.04.2019

Ab Dienstag ist auf der Michelangelostraße abschnittsweise mit Parkverboten und Sperrungen von Fußwegen und Fahrbahnen zu rechnen. Die Drewag erneuert Wasserleitungen.

22.04.2019