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Lokales Bis zu 14.000 Autos täglich: Das sind die Pläne für die Zwickauer Straße
Dresden Lokales Bis zu 14.000 Autos täglich: Das sind die Pläne für die Zwickauer Straße
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13:28 08.10.2019
Die marode Zwickauer Straße soll ausgebaut werden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Grobes Pflaster und Unkraut, das kniehoch am Fahrbahnrand wuchert: Bei der Zwickauer Straße in der Dresdner Südvorstadt handelt es sich im wahren Wortsinn um eine Holperpiste. Doch das soll sich ändern. Die Stadt will den Bereich zwischen der Würzburger Straße und der Hahnebergstraße ausbauen lassen, aus der poltrigen Buckel- eine Asphaltpiste machen. Die DNN erklären, was ge­nau hinter den Plänen steckt.

Die Idee: Alternative für die „Chemnitzer“ und „Budapester“

Hinter der Idee stehen gleich drei konkrete An­liegen: Einerseits wird die Zwickauer Straße mittelfristig als Um­leitungsstrecke benötigt, wenn die neue Straßenbahnstrecke zwischen Löbtau und Strehlen gebaut wird – und dann auch die viel befahrene Kreuzung der Budapester, Chemnitzer und Nürnberger Straße für längere Zeit dicht gemacht werden muss.

Darüber hinaus will die Stadt die Budapester und Chemnitzer Straße und besagte Kreuzung dau­erhaft entlasten und eine Alternative für den Verkehr zwischen Plauen und Zentrum schaffen. Und: Im Norden der Zwickauer Straße ist die Ansiedlung von neuem Gewerbe geplant. Dafür braucht es aber auch eine vernünftige Zufahrt.

Der Plan: Ausbau zwischen Arbeitsamt und „Würzburger“

Konkret geht es um den etwas mehr als einen Kilometer langen Ab­schnitt zwischen der Hahnebergstraße im Norden, die am Arbeitsamt vorbei von der Budapester Straße auf die Zwickauer Straße führt, und der Würzburger Straße. In diesem Be­reich möchte die Stadt die Fahrstreifen auf eine Breite von je­weils 2,75 Meter bringen lassen.

Am Rand sind in beide Richtungen je­weils eineinhalb Me­ter breite Schutzstreifen für Radfahrer vorgesehen. Zwischen der Fahrbahn und den Gehwegen wollen die Planer Grünstreifen und Ausbuchtungen mit Parkplätzen an­ordnen. Um zu verhindern, dass achtlose Autofahrer beim Aufreißen der Tür Radfahrer zu Fall bringen, ist zwischen den Parkplätzen und dem Schutzstreifen eine 50 Zentimeter breite Sicherheitszone angedacht.

Der komplette Abschnitt wird in ei­ne Hauptstraße umgewandelt. An­ge­sichts der zu er­wartenden Verkehrsmengen muss an der Würzburger Straße eine Am­pel aufgestellt werden. Um Schleichverkehr auf dem dahinterliegenden, südlichen Ab­schnitt der Zwickauer Straße zu vermeiden, soll die Einfahrt von der Würzburger Straße in Richtung Altplauen verboten werden.

Die Prognose: Bis zu 14.000 Autos auf der „Zwickauer“

Die Planer haben bereits durchgerechnet, wie sich das Verkehrsaufkommen auf den betroffenen Straßen entwickeln könnte. Kommt der Ausbau, könnten in zehn Jahren bis zu 14.000 Autos täglich über den ausgebauten Abschnitt der Zwickauer Straße rollen. Zum Vergleich: An einem Wochentag im März 2016 waren dort gerade einmal 1800 Fahrzeuge gezählt worden.

Insgesamt, so die Erwartung der Fachleute, wird der Verkehr in dem Bereich bis 2030 ohnehin um einige Tausend zusätzliche Autos ansteigen. Die Schaffung ei­ner alternativen Route könnte aber im Vergleich mit heute unterm Strich auf der Bu­dapester Straße für 3000 Autos weniger und auf der Chemnitzer Straße für 2000 Autos weniger sorgen. Aktuell sind auf der Chemnitzer Straße täglich knapp 14.000 und auf der Budapester Straße mehr als 23.000 Au­tos unterwegs.

Der Zeitplan: Baubeginn frühestens 2022

Der Stadtbezirksbeirat Plauen wird sich an diesem Dienstag auf seiner öffentlichen Sitzung mit dem Vorhaben beschäftigen, bevor die dazugehörige Be­schlussvorlage im November erst im Bauausschuss und dann im Stadtrat behandelt wird. Stimmen die Räte zu, könnte im kommenden Frühjahr das Planfeststellungsverfahren starten, also je­ner Prozess, in dem Ämter und Be­hörden alle nötigen Details und mö­glichen Einwände checken.

Geht das Verfahren glatt über die Bühne, so könnten frühestens ab 2022 oder 2023 die Bagger rollen, schätzt Robert Franke, der das Straßen- und Tiefbauamt kommissarisch leitet. Die Kosten werden gegenwärtig von der Stadtverwaltung mit etwa 2,1 Mil­lionen Euro beziffert.

Die Kritik: Zu wenig Sicherheit für Radfahrer

Da es an dem Abschnitt praktisch kaum Anwohner gibt, drohen da­hingehend keine Konflikte. Erstmals öffentlich diskutiert wurde das Vorhaben Mitte vergangener Wo­che in einer Veranstaltung, zu der die Grünen nach Plauen eingeladen hatten. Ein wichtiger Kritikpunkt dort: die Sicherheit der Radfahrer. Statt der Schutzstreifen (ge­strichelte Linie, die von Autos überfahren werden darf), forderten An­wesende ei­nen Radfahrstreifen (durchge­zo­ge­ne Linie, die nicht überfahren werden darf).

Das, so erklärt es Robert Franke, gibt der Platz aber wegen der Bäume am Straßenrand, die größtenteils erhalten werden sollen, nicht her. Die Fahrbahn ist schlicht zu schmal. Begegnen sich Pkw und Lkw, muss die Möglichkeit bestehen, auf den Schutzstreifen ausweichen zu können. Für Kritik sorgt zugleich, dass grundsätzlich die Einordnung des Abschnitts in eine durchgehende Route vom Dresdner Süden in Richtung Innenstadt fehlt.

Die Politik: Grüne sehen Nachbesserungsbedarf

Der Plauener Grünen-Stadtrat Mi­chael Schmelich sieht allen vo­ran in der Sicherheitsfrage für Radfahrer großen Klärungsbedarf. „Hier wird man nachbessern müssen“, mahnt der Politiker, der zu­dem eine grundsätzliche und strategische Betrachtung des Radverkehrs und seiner Routen im Süden fordert.

Von Seiten der SPD lobt in­des die Plauener Stadtbezirksbeirätin und Stadträtin Dana Frohwieser die Vorlage als „ei­nen großen Schritt zur Entlastung der Chemnitzer Straße“. Positiv hervorzuheben sei auch das Einfahrtsverbot in die südliche Zwickauer Straße, um dort Schleichverkehr zu vermeiden. Gegebenenfalls, so die Politikerin, sei zu prüfen, inwieweit weitere Maßnahmen wie Bodenschwellen zur „Entschleunigung“ auf der südlichen Zwickauer Straße“ beitragen können.

Sitzung des Stadtbezirksbeirats Plauen, Dienstag, 8. Oktober, 17.30 Uhr, Stadtbezirksamt Plauen, Ratssaal, Nöthnitzer Straße 2.

Von Sebastian Kositz

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