Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Bis Sonnabend wird die Frauenkirche geputzt und erneuert
Dresden Lokales Bis Sonnabend wird die Frauenkirche geputzt und erneuert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:34 08.01.2019
Einmal mit dem Staubsauger quer durchs Gotteshaus: Küster Lutz Pesler legt selbst Hand an. Quelle: dpa/Monika Skolimowska
Dresden

Die japanischen Touristinnen sahen enttäuscht aus, als sie hörten, dass sich die Türen zur Frauenkirche nicht öffnen würden. Den ganzen Tag nicht und auch morgen würden sie vergebens klinken. „Reinigung“ haben wir geradebrecht. Da war das Lächeln schon wieder zurück. Bis Sonnabend finden im Gotteshaus die traditionellen Wartungs- und Reinigungsarbeiten statt. Schon zum zwölften Mal in diesem Turnus, in der ersten Woche nach dem Dreikönigstag. „Die meisten Menschen wissen das“, meint Thomas Gottschlich.

Der leitende Architekt der Kirchbauverwaltung der Frauenkirche weist darauf hin, dass sich die Regelmäßigkeit günstig auf den Erhaltungsgrad auswirkt und manche Arbeiten eben auch in Folge ausgeführt werden müssen. So sei schon 2016 damit begonnen worden, den Holzfußboden nicht nur zu reinigen, sondern für eine verbesserte Dauerhaftigkeit auch neu zu beschichten. Diesmal sind die Böden der Betstuben an der Reihe. Es wird im ganzen Bauwerk geschmirgelt, gepinselt, gestrichen. 20 Handwerker aus sieben verschiedenen Gewerken haben gut zu tun. Mit den Reinigungskräften gegen Ende der Schließzeit werden es 40 Leute sein.

Schwitzige Hände hinterlassen Abdrücke

„Wir wollen nicht auf neu trimmen“, sagt Gottschlich. Ein Alterungsprozess darf durchaus sichtbar sein. Vor allem das Holz soll edel altern. Aber Schäden werden beseitigt. Die können durch die rund zwei Millionen Besucher im Jahr entstehen oder auch durch den Aus- und Einbau der vorderen Sitzreihen bei großen Konzerten. Das erfolgt bis zu 30-mal im Jahr. Deshalb sind allein zwölf Tischler am Gestühl beschäftigt. Lehrling Nikolaj Neupert vom Atelier Sinnesmagnet schmirgelt sorgfältig die Kanten der Lehnen ab und nimmt dann den Spachtel zur Hand, um Schäden am Fußende auszubessern. Für ihn ist der Arbeitsplatz Frauenkirche Neuland.

Die Frauenkirche wird geputzt

Anders Tischlermeister und Restaurator Sebastian Schulz. Er kennt jeden Quadratzentimeter. Hat er doch mit seiner Firma nicht nur 80 Prozent der Holzausstattung eingebaut, sondern auch das verwendete Material – Weißtanne – nach gründlichen Recherchen vorgeschlagen. Schon seit dem ersten Jahr nach der Weihe kontrolliert er regelmäßig die Abnutzungsspuren.

Auch Malermeister Veit Lehmann gehört zu den Männern der ersten Stunde. Er hat unter anderem Marmorierungen mit angefertigt und kommt nun jährlich zur Schadensbeseitigung vorbei. Jetzt ist die Innentür des meistgenutzten Ausgangs B an der Reihe. Viele schweißige Hände haben hier sowie an einigen Wandstellen Spuren hinterlassen.

Nächste Inspektion 2022

Intensive Nachbesserungen sind auch im Kuppelaufstieg notwendig. Dort braucht der Handlauf seine regelmäßige Auffrischung sowie der Putz im unteren Bereich. Glücklicherweise hat die Frauenkirche kein Problem mit Vandalismus und auch die Kaugummis seien weniger geworden. Nur drei der bei verliebten Paaren so populären Vorhängeschlösser habe man mal entdeckt, berichtet Gottschlich. In Kürze wird der Kirchbau stromlos sein, damit auch die Elektrik komplett gereinigt werden und bei Bedarf neue Leuchtmittel erhalten kann.

Alles in allem sind für die Wartungswoche rund 40.000 Euro notwendig, teilt die Stiftung Frauenkirche mit. Die Inspektion und Wartung der äußeren Kuppel erfolgt nur alle fünf Jahre und ist erst 2022 wieder an der Reihe.

Schließzeiten: Kirchraum: bis 12 Januar; Kuppelaufstieg: bis 10. Januar

Veranstaltungen am Sonntag, 13. Januar: 11 Uhr: Gottesdienst; 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr: Offene Kirche; 15.30 Uhr: Kirchenklänge für junge Ohren; 18 Uhr: Gottesdienst

Von Genia Bleier

Das Wetter schlägt die nächsten Kapriolen. Nach dem Schnee sollen nun Stürme über Sachsen ziehen. Der Deutsche Wetterdienst hat für die Landeshauptstadt eine Warnung herausgegeben.

08.01.2019

Künstler, Manager, Sportler, Vertreter der Kirche und weitere Persönlichkeiten öffnen den DNN wieder die Türen ihres Zuhauses. Traditionell besuchen wir um die Jahreswende interessante Menschen und stellen sie mit ihren beruflichen Ambitionen sowie auch privat vor. Heute sind wir zu Gast bei Architekt Gerd Priebe im Kutscherhaus.

08.01.2019

Die Stadtverwaltung will die Situation von Radfahrern und Fußgängern auf der Marienbrücke verbessern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen gehen einseitig zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs, heißt es in einer Studie.

08.01.2019