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Lokales Bewährung für Messerstiche in Bauch und Rücken der Ex
Dresden Lokales Bewährung für Messerstiche in Bauch und Rücken der Ex
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11:03 26.09.2018
Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre ohne Bewährung gefordert. Quelle: Uli Deck/dpa
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Dresden

Ein Jahr und vier Monate mit Bewährung – mit dem Urteil kann Paso F. mehr als zufrieden sein. Denn das, was er sich geleistet hat, hätte auch vor einer höheren Instanz verhandelt werden können. Ob er da auch so gut weggekommen wäre, ist fraglich. Zumal der 46-Jährige einschlägig vorbestraft ist.

Offenbar hatte der Serbe seiner Ex-Lebensgefährtin an der Kesselsdorfer Straße aufgelauert. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung habe er ein Messer gezogen, der Frau zunächst in den Bauch – und als sie sich wegdrehte – noch in den Rücken gestochen, so die Anklage. Danach lief er weg. Die 50-jährige Frau ging blutend zu Boden und rief um Hilfe. Passanten kümmerten sich um sie, ein Mann folgte dem Angeklagten und hielt ihn fest, bis die Polizei eintraf.

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Kein einmaliger Ausrutscher

Das passierte am 2. August 2016. Vorübergehend saß Paso F. in U-Haft, wurde entlassen und stand am Dienstag – über zwei Jahre nach der Tat – wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht. Die Mühlen der Justiz mahlen manchmal wirklich nicht sehr schnell.

Der Angeklagte entschuldigte sich zwar, gab aber an, sich an die Tat nicht erinnern zu können. Das Opfer konnte das allerdings sehr genau. Die Frau hatte zwar keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten und die körperlichen Wunden sind auch gut verheilt, die seelischen allerdings nicht. Das war bei ihrer gestrigen Vernehmung deutlich zu merken. „Vor allem die erste Zeit war schlimm. Mein Sohn musste mich überall hin begleiten, weil ich solche Angst vor Paso hatte“, erzählte sie unter Tränen.

Das Paar führte elf Jahre lang eine Art „Achterbahnbeziehung“. Mal lief es gut, mal nicht. Knackpunkt war der Alkohol. Wenn der Angeklagte getrunken hatte, wurde er sehr aggressiv und handgreiflich. Deshalb hatte sich die Frau auch von ihm getrennt. Allerdings akzeptierte er das nicht und spionierte ihr eifersüchtig nach. Paso F. hatte sie Jahre zuvor schon einmal ins Krankenhaus geprügelt und auch eine Frau aus einer anderen Beziehung geschlagen. Es war also kein einmaliger Ausrutscher. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre ohne Bewährung gefordert.

Von Monika Löffler