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Lokales Bettelverbot für Kinder zeigt Wirkung
Dresden Lokales Bettelverbot für Kinder zeigt Wirkung
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22:07 25.02.2019
Kinder halten in Dresden nicht mehr die Hand auf, seit der Stadtrat ein Bettelverbot beschlossen hat. Quelle: Volkmar Heinz
Dresden

Das Bettelverbot für Kinder hat Wirkung gezeigt: Wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) jetzt auf Anfrage der Grünen-Stadträtin Tina Siebeneicher mitteilte, haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes letztmals im März 2018 Kinder beim Betteln erwischt. Der Stadtrat hatte Anfang März 2018 das Bettelverbot für Kinder mit äußerst knapper Mehrheit erlassen.

Nach dem Beschluss ertappten städtische Bedienstete elf Kinder unter 14 Jahren beim Betteln. In allen Fällen hätten sich die Eltern in der näheren Umgebung aufgehalten. Eltern und Kinder seien belehrt worden. Danach hätten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in allen Fällen Platzverweise ausgesprochen.

Verbot hilft nicht gegen Armut

Siebeneicher erklärte, sie sehe ihre Befürchtungen bestätigt. Das Bettelverbot helfe den Kindern nicht aus der Armut. Es habe den Kindern – trotz der vom Stadtrat beschlossenen Begleitmaßnahmen – kein besseres Leben ermöglicht. „Ganz im Gegenteil: Die Kinder unter 14 Jahren wurden aus der Stadt verdrängt“, erklärte die jugendpolitische Sprecherin der Grünen.

Das Bettelverbot erschwere es außerdem den Sozialarbeitern, Vertrauen zu den bettelnden Familien aufzubauen, so die Grüne. „Die Kontaktaufnahme zu den jungen Menschen mit Bettelerfahrung gestaltet sich durch deren abgrenzende Gruppenstruktur und deren Abwehrhaltung für die Angebote der mobilen Jugendarbeit als herausfordernd“, heißt es bei Hilbert.

Die Meisten stammen aus der Slowakei

Fachgespräche mit Sozialarbeitern in den Angeboten würden zeigen, dass diese einzelne junge Menschen erreichen und ihnen Unterstützung gewähren würden. Eine Bearbeitung der persönlichen Herausforderungen könne nur mit den jungen Menschen erfolgen, die bereit seien, sich auf diesen Prozess einzulassen und eine Veränderung ihrer Situation anstreben würden.

Die meisten vom Bettelverbot betroffenen Familien stammen laut Hilbert aus der Slowakei. Sie könnten sich als EU-Bürger bis zu 90 Tage in Deutschland aufhalten, hätten aber keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Wegen fehlender Meldeadressen kann die Stadt den Kindern bisher keinen Schulbesuch ermöglichen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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