Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Betrüger forderten Geld für gefakte Eintragungen ins Handelsregister
Dresden Lokales Betrüger forderten Geld für gefakte Eintragungen ins Handelsregister
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:17 12.02.2019
Der Prozess wird fortgesetzt.
Der Prozess wird fortgesetzt. Quelle: dpa/Arne Dedert
Anzeige
Dresden

Wegen banden- und gewerbsmäßigem Betrug und Urkundenfälschung müssen sich Steffen B. und Rolando R. derzeit vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Laut Anklage haben sich die beiden älteren Herren mit zwei anderen Männern ein sehr einträgliches Geschäftsmodell ausgedacht und richtig Geld kassiert.

Steffen B. soll, so die Staatsanwaltschaft, mit gefälschtem Pass und unter griechischen Namen per Notarvertrag die Firma GKM Deutschland gegründet, ins Handelsregister eintragen lassen, ein Büro auf der Dresdner Enderstraße angemietet und deutschlandweit bei verschiedenen Kreditinstituten Konten eröffnet haben. Dann wurden vor allem kleinere und mittelständig Firmen angeschrieben, die tatsächlich Anträge auf Änderungen im Handelsregister gestellt hatten – zum Beispiel Namens- oder Adressenänderungen – die aber von der wirklichen amtlichen Stelle noch nicht bearbeitet worden waren. Unklar ist, wie die Angeklagten an diese sensiblen Daten kamen.

In den Schreiben – offiziell aussehend und mit dem Bundesadler im Briefkopf - wurden bei den Unternehmen Geldforderungen für die angeblichen Änderungen erhoben. Verlangt wurden meist Beträge zwischen 842 und 903 Euro, die auf die vorher angelegten Konten gezahlt werden sollten, versehen mit der Mitteilung, dass, wenn innerhalb von fünf Tagen keine Geld eingehe, der Eintrag im Handelsregister gelöscht werde.

Nicht alle Firmen sich darauf ein, aber über 100 zahlten doch. Das Geld hoben die beiden an verschiedenen Automaten ab. So um die 100.000 Euro ergaunerten sich die Ganoven – ein guter Gewinn in reichlich sechs Wochen. Das Geschäft lief von April bis Mai 2018.

Er habe die Firma und die Konten eröffnet, die Briefe verschickt, und auch das Geld abgehoben, erklärte Steffen B., aber alles an einen Griechen übergeben, den er 2017 kennenlernte habe. „Er wusste von meinen Schulden und sagte, dass es eine Möglichkeit gebe, Geld zu verdienen. Er hat alles organisiert und mir 15 Prozent von allem versprochen bekommen habe ich nur 7000 Euro.“ Rolando R. habe damit gar nichts zu tun, beteuerten beide, der habe nur beim Geldabheben geholfen, damit es schneller geht. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

12.02.2019
12.02.2019