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Lokales Betrüger-Duo prellt Leasingfirmen um 1,8 Millionen Euro
Dresden Lokales Betrüger-Duo prellt Leasingfirmen um 1,8 Millionen Euro
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08:13 22.11.2019
Ein Betrüger-Duo steht vor Gericht: Die Männer sollen Leasingfirmen um 1,8 Millionen Euro gebracht haben (Symbolfoto). Quelle: picture-alliance/ dpa
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Dresden

Mario M. und Gregor T. sind befreundet und haben viele Gemeinsamkeiten. Beide sind studierte Ingenieure, haben in der Holzbranche gearbeitet und beide tüfteln gern und entwickeln neue Geräte – die allerdings keiner so richtig haben will. Und so dachten sich beide ein Geschäftsmodell aus, dass zwar sehr einträglich, aber auch ziemlich kriminell war. Deshalb teilen sie sich seit Donnerstag eine Anklagebank im Dresdner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Betrug in 22 Fällen vor.

Immer dasselbe Spiel

Das Duo soll deutschlandweit Leasingunternehmen um 1,8 Millionen Euro geprellt haben. Das Schema war immer dasselbe: Mario M. schloss über seine Firma mit den Leasingunternehmen Verträge über die Finanzierung von Koordinationsmessgeräten des Ingenieurbüros von Gregor T. ab. Er orderte jeweils mehrere Geräte – Stückpreis 17 300 Euro. Die Leasingfirmen beauftragte T. mit der Lieferung. Der bestätigte den Versand und Mario M. den Erhalt der Messgeräte. Die Leasingunternehmen überwiesen das Geld an T. Der behielt 200 Euro pro Gerät und überwies den Rest an M. Kontrollen oder Überprüfungen hat es da wohl nicht gegeben. Sonst wäre vielleicht aufgefallen, dass es die 88 bezahlten Koordinationsmessgeräte gar nicht gab.

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Anfangs zahlte Mario M. die Leasingraten, dann nicht mehr. Dafür organisierte er sich aber beim Finanzamt noch Investitionszulagen. Er zog mit seiner Firma nach Liverpool und versuchte, auch Versicherungen zu prellen. Mehrmals meldete er der Polizei, dass ihm böse Diebe die Scheiben seines Audi eingeschlagen und einige der teuren Geräte geklaut hätten. Die Diebstähle habe es wirklich gegeben, deshalb sei er ja auch insolvent geworden, erklärte Mario M.

„Nicht dass sie denken, ich bin ein Scharlatan“

Ein weiterer Vorwurf der Anklage: Zwei seiner Grundstücke in Wachwitz soll M. am Insolvenzverwalter vorbei verkauft haben.

Die Angeklagten zeigten sich zwar sehr optimistisch, dass sich alles klären würde, wollten sich aber zu den Betrugstaten zunächst nicht äußern. Sie erzählten aber aus ihrem Leben. Gregor T. referierte regelrecht darüber. Kein Wort zu den Taten, aber eine ein ausführlich Erklärung, wie ein von ihm entwickelter„Drehrohrofen“ funktioniert. Er hatte sogar Anschauungsmaterial mit. „Den habe ich mir patentieren lassen. Nicht dass sie denken, ich bin ein Scharlatan“, erklärte er der Kammer. Heute sei er „Angestellter im Bereich Sicherheitsleistungen und zuständig für 15 Gebäude.“ Auf Nachfragen kam raus: Er sitzt als Pförtner am Eingang einer Firma. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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