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Lokales Beschaffungskriminalität – 26-Jähriger ohne Bewährung verurteilt
Dresden Lokales Beschaffungskriminalität – 26-Jähriger ohne Bewährung verurteilt
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11:12 17.07.2019
Steve G. kassierte zwei Jahren und drei Monate. Quelle: dpa/Uli Deck
Dresden

„Ist da eigentlich schon etwas wieder gut gemacht worden“, fragte Richter Markus Maier den Angeklagten. „Ich weiß nicht, was Sie meinen“, entgegnete Steve G. konsterniert. „Was wieder gut machen?“ Der 26-Jährige kam gar nicht auf den Gedanken, dass er den Schaden, den er verursacht hat, auch wieder gut machen muss. Er ist arbeitslos, aber drogenabhängig und braucht deshalb Kohle. So etwa 2100 Euro pro Monat. Dass er da andere betrügt und beklaut ist für ihn normal. Beschaffungskriminalität nannte er es lapidar.

Und er hat viel „beschafft“ – das sei ja fast in Arbeit ausgeartet, befand der Richter. Steve G. klaute im Supermarkt und beleidigte und attackierte die Mitarbeiter, bot Waren bei eBay an, kassierte das Geld, lieferte aber nicht. Er stieg in Hotels und Geschäfte ein, klaute Bargeld und alles was sich verkaufen ließ und hinterließ eine Spur der Verwüstung. In einem Hotel stahl er eine Börse mit 50 Euro – Sachschaden: stolze 4400 Euro. Klar, dass die Besitzer nicht erfreut sind, so wie der Betreiber eines Waschsalons, dem Steve G. die Geldbox ausgeräumt hatte. „Ständig wird bei mir geklaut, seit 2011 hatte ich 80 Einbrüche. Aber richtig abgestraft werden die ja nicht.“ Der 49-Jährige war echt sauer.

Der Angeklagte räumte alles ein, aber ohne ein Wort der Reue oder Entschuldigung. Der 26-Jährige hat außer einem gut gefüllten Strafregister nicht viel vorzuweisen, aber den Steuerzahler schon reichlich Geld gekostet: Ausbildungen abgebrochen – „keine Lust mehr“ –, arbeitslos, Drogen, Straftaten, Verurteilungen, Knast, Therapien, Rückfälle, neue Therapien. Er hat nie etwas für das Gemeinwohl getan, erwartet aber mit der größten Selbstverständlichkeit, dass man sich um ihn kümmert.

Selbst sein Anwalt las ihm die Leviten und kam zu dem Schluss: „Bewährung kann ich nicht fordern, ich mache mich nicht gern lächerlich.“ Bewährung gab’s auch nicht. Steve G. kassierte zwei Jahren und drei Monate. Da kann er zufrieden sein, die Staatsanwältin wollte mehr. Es gibt noch sieben weitere offene Verfahren gegen ihn.

Von Monika Löffler

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