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Dresden Lokales Wie wird man eigentlich Heilpraktiker?
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08:00 17.03.2018
Neben den Unterrichtseinheiten finden auch regelmäßig Symposien und Kurse für Interessierte statt. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Immer wieder passiert es, dass Heilpraktiker mit spirituellen Heilern verwechselt werden. Letztere jedoch haben keinerlei staatlich geregelte Berufszulassung. Wie man eine fundierte medizinische Ausbildung zum Heilpraktiker absolvieren kannn, erklärt Steffi Mehner von der Mehner & Busshardt Akademie für Ganzheitliche Medizin GmbH.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um Heilpraktiker werden zu können?

Zunächst beträgt das Mindestalter 25 Jahre. Eine gewisse Lebenserfahrung muss schon vorhanden sein. Viele Anwärter haben bereits eine medizinische Vorbildung, sind also Krankenschwester, Ergotherapeut, Physiotherapeut oder Arzthelfer. Das ist allerdings keine Voraussetzung.

Außerdem ist ein polizeiliches Führungszeugnis notwendig, welches frei von strafrechtlichen Einträgen ist. Auch die gesundheitliche Eignung muss mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden. Der Anwärter darf also nicht suchtkrank sein und sollte keine körperlichen Behinderungen haben, welche die Ausübung des Berufes einschränken könnten.

Ein Abitur ist keine zwingende Voraussetzung, jedoch eine abgeschlossene Schulbildung. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass es selbst Menschen mit Hochschulabschluss nicht leicht haben, die Ausbildung zu schaffen.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Es gibt unterschiedliche Modelle. Bei uns in der Mehner & Busshardt Akademie dauert die Ausbildung zum Heilpraktiker zweieinhalb Jahre und findet begleitend zum Beruf statt. Es gibt auch Bildungsstätten, welche die Ausbildung in kürzerer Zeit anbieten, das führt allerdings selten zum Erfolg. Es ist nicht unmöglich, aber viele Anwärter müssen die Abschlussprüfung dann mehrfach wiederholen. Diese kann beliebig oft wiederholt werden, da es sich sozusagen um einen Antrag auf die Berufserlaubnis handelt. Mit dem Bestehen erhält der Heilpraktiker seine Berufserlaubnis. Anschließend gibt es eine Fortbildungspflicht.

Wie läuft die Ausbildung zum Heilpraktiker ab? Wie schaffen es die Absolventen, sich in zweieinhalb Jahren ein ähnlich fundiertes Wissen wie Mediziner anzueignen?

Da die Ausbildung neben dem Beruf stattfindet, ist es definitiv eine hohe Belastung. Dementsprechend gut müssen die Ausbildungsinhalte aufbereitet sein, sonst ist das nur schwer zu schaffen. Wir bereiten die Unterrichtsmaterialien sehr ausgefeilt vor. Dadurch können sich die Schüler auf das Verknüpfen und Verstehen konzentrieren. Es gibt bei uns auch keine Vorlesungen, wie es im Medizinstudium der Fall ist.

Unsere Schüler müssen sich also die Unterrichtsinhalte nicht zu Hause erarbeiten, sondern können diese mit unserem Material direkt aufnehmen und lernen.

Sechs Monate vor der großen Abschlussprüfung ist es dann endgültig vorbei mit der Freizeit. Dann wird jede Minute damit verbracht, zu lernen. Wir haben Absolventen dabei, welche die Ausbildung zum Heilpraktiker als intensiver und wertvoller betrachten, weil sie dafür nach eigenen Aussagen mehr machen mussten, als für alle bisherigen Ausbildungen oder gar Studiengänge. Die amtsärztliche Prüfung wird vor dem Gesundheitsamt abgelegt.

Gibt es auch praktische Einheiten während der Ausbildung?

Ja, es gibt die Möglichkeit, allerdings kommt es auf die jeweilige Vorbildung an. Schüler mit medizinischen Berufen sind quasi jeden Tag in der Praxis und benötigen kein extra Praktikum. Für alle anderen Schüler bieten wir vierzehntägige Praktika im Chemnitzer Klinikum an.

Außerdem gibt es noch das Kursformat der Lehrpraxis. Dabei arbeiten die Schüler mit Patienten und können Befundaufnahmen, Anamnesen und das Erstellen von Therapieplänen üben. Die Einführung eines Pflichtpraktikums wäre aufgrund der häufigen medizinischen Vorbildung eher eine zusätzliche Belastung als eine Hilfe.

Was unterscheidet den Heilpraktiker vom Arzt?

In der Ausbildung zum Heilpraktiker wird beispielsweise kein chirurgisches Wissen gelehrt, wie das Anlegen eines Gipses oder ähnliches. Auch medizinisches Wissen zu Medikamenten wird in der Ausbildung nur eingeschränkt vermittelt. Denn die meisten pharmakologischen Arzneimittel sind in der Regel verschreibungspflichtig und das darf nur der Arzt verordnen. Wissen über verschiedene Medikamente wird auch einem Heilpraktiker vermittelt, aber nicht in dem Ausmaß, wie es im Medizinstudium der Fall ist.

Die Methoden, die der Heilpraktiker anwendet, sind ganz oft nicht chemisch und ohne Einnahme von Präparaten. Verordnen kann der Heilpraktiker nur die Medikamente, die auch frei verkäuflich sind. Das wiederum schließt auch die häufige Annahme aus, dass wir etwas anwenden, was gefährlich werden könnte.

Der Beruf des Heilpraktikers steht häufig in der Kritik. Wie sehen Sie das?

Wir werden manchmal mit Heilern verwechselt und das ist fatal. Heiler haben keine medizinische Ausbildung, im Gegensatz zu den Heilpraktikern. Oft wird das aber in einen Topf geworfen. Was Heiler machen, ist gesetzlich nicht geregelt. Die Zulassungsbehörden sagt: „Wer zu einem Heiler geht, erwartet keinen Mediziner. Deshalb können wir ihnen keine Erlaubnispflicht auferlegen“. Ein Heiler nutzt oftmals die Spiritualität und kann natürlich Präparate empfehlen, die fragwürdig sind. Ein Heilpraktiker darf das erstens nicht. Und zweitens ist er so ausgebildet, dass er es auch von sich aus nicht tun sollte. Die Gesetze bilden dafür einen klaren Rahmen. Sobald ein medizinischer Umstand bei Patienten verbessert werden will, braucht es eine Heilerlaubnis.

Es gibt viele Kursangebote für Menschen, die sich einfach etwas Gutes tun wollen. Doch häufig stehen dann Dozenten vor ihnen, die keine medizinische Ausbildung haben. Die Aufsichtsbehörde sollte dort klar prüfen. In dieser Grauzone helfen keine Gesetze, sondern nur eine gute Aufsicht. Heiler und Heilpraktiker werden so oft miteinander vermischt, das bedauern wir sehr.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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