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Lokales Bekenntnis zum Ferdinandplatz
Dresden Lokales Bekenntnis zum Ferdinandplatz
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20:03 08.11.2018
Auf dem Ferdinandplatz soll das neue Verwaltungszentrum entstehen.
Auf dem Ferdinandplatz soll das neue Verwaltungszentrum entstehen. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Mieten statt selbst bauen – ist das beim neuen Verwaltungszentrum eine Option? Das World Trade Center bietet der Stadtverwaltung 38 000 Quadratmeter Mietfläche, Platz für 1600 Mitarbeiter. Das hat die Diskussion über den geplanten Verwaltungsneubau auf dem Ferdinandplatz für 162 Millionen Euro neu angefacht (DNN berichteten).

Für Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) steht fest: „Die Landeshauptstadt verfolgt mit dem Neubau eine umfänglichere Vision zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Bürgernähe und des Dialogs – auch innerhalb der Verwaltung – , als die bloße Unterbringung von Mitarbeitern.“ Diese könne im WTC so nicht umgesetzt werden, erklärte der Baubürgermeister.

Grünen-Stadtratsfraktionsvorsitzender Thomas Löser verweist auf einen einstimmigen Stadtratsbeschluss für den Neubau. Das Projekt lasse sich weiterentwickeln, viele Fragen wie die Höhe des Turms oder ein möglicher Bau in Abschnitten müssten diskutiert werden. „Wir wollen ein modernes, zukunftsfähiges Verwaltungszentrum in der Innenstadt. Das lässt sich aus meiner Sicht im WTC nicht verwirklichen.“

SPD-Fraktionsvorsitzende Dana Frohwieser erklärte, das Ziel eines eigenen Verwaltungsneubaus stehe für die Sozialdemokraten nicht in Frage. „Da ist sich meine Fraktion mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert einig.“ Es gehe um Verwaltung der Zukunft. „Dieses Ziel müssten wir in einem klassischen Bürogebäude aufgeben.“

Linke-Finanzpolitiker Tilo Kießling sagte gegenüber DNN: „Wir werden im Rahmen der Haushaltsdiskussion Aussagen dazu treffen und legen darauf Wert, dass die drei beteiligten Fraktionen und der Oberbürgermeister zu einer gemeinsamen Einschätzung kommen werden.“ Im Vordergrund stehe die pünktliche Verabschiedung des Haushaltes für 2019/2020 am 22. November.

In diesem Haushalt sieht Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) eine Rücklage von 100 Millionen Euro für den Neubau vor. Geld, das für andere Vorhaben zur Verfügung stünde, wenn der Stadtrat auf das Angebot des WTC eingehen und einen Neubau abblasen würde.

Peter Krüger, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, betonte die Notwendigkeit eines neuen Verwaltungszentrums. „Eigentum zu besitzen, hat einen gewissen Charme“, findet er. Das Angebot des WTC sei aber auch verlockend. „Zumal ich nicht glauben kann, dass es bei den 162 Millionen Euro Kosten für den Neubau bleibt.“ Die Verwaltung sollte das Mietangebot genau prüfen und die Vor- und Nachteile gegenüber einem Verwaltungsneubau darstellen, so der Christdemokrat.

FDP-Fraktionsvorsitzender Holger Zastrow forderte, das jahrelange Stückwerk zu beenden und das städtebauliche Problem am Ferdinandplatz zu lösen. „Wir brauchen eine endgültige Lösung für die Verwaltung“, erklärte er.

Von Thomas Baumann-Hartwig