Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Bei der Sanierung der Augustusbrücke gibt es weitere Verzögerungen
Dresden Lokales Bei der Sanierung der Augustusbrücke gibt es weitere Verzögerungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:12 05.02.2019
Väterchen Frost hat die Augustusbrücke fest im Griff. Dort müssen die Arbeiten witterungsbedingt ruhen. Es kommt zu weiteren Verzögerungen.
Väterchen Frost hat die Augustusbrücke fest im Griff. Dort müssen die Arbeiten witterungsbedingt ruhen. Es kommt zu weiteren Verzögerungen. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Auf der Augustusbrücke herrscht Winterpause. Deswegen kommt es bei der mit knapp 25 Millionen Euro kalkulierten Grundsanierung zu weiteren Verzögerungen, wie Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz auf DNN-Anfrage bestätigte. Derzeit lasse sich nicht abschätzen, wie stark man in Verzug kommt.

Im Sommer war es das letzte Mal zu Schwierigkeiten gekommen, weil überraschend Reste eines mittelalterlichen Brückenvorgängers in der Augustusbrücke auftauchten und deshalb die dortige Leitungsführung neu geplant werden musste. Damals hieß es noch, dass die Arbeiten zum Jahreswechsel von der oberstromigen, der Carolabrücke zugewandten Seite, auf den anderen Brückenteil wechseln sollten.

„Es geht nicht um Zeit, sondern um Qualität“

Dieses Datum hat man nicht geschafft. Wegen der winterlichen Zwangspause werde es wohl erst im März oder April so weit sein, schätzt Amtsleiter Koettnitz. „Ich habe aber immer gesagt: Bei der Augustusbrücke geht es nicht um Zeit, sondern um Qualität“, betont er.

Koettnitz befürchtet nicht, dass die neuerliche Verspätung die Stadtkasse teuer zu stehen kommt. Im Budget sei ein großer Puffer, weil man den Auftrag für die Brückensanierung billiger vergeben hatte als zuvor gedacht. Das müsste wohl reichen, hofft der Amtsleiter. Unklar ist jedoch, ob die Zielvorgabe, bis Ende des Jahres die Straßenbahn wieder über die Augustusbrücke fahren zu lassen, noch zu schaffen ist. „Das ist unser erklärtes Ziel, das wollen wir schaffen“, so Koettnitz.

Arbeiten ziehen sich bis ins Jahr 2020

Zum Datum der Gesamtfertigstellung will er sich vor Ende März nicht äußern. „Die Arbeiten werden sich bis ins Jahr 2020 hinein ziehen, wir müssen also einen weiteren Winter hindurch bauen“, sagt er. „Seriös lässt sich das jetzt noch nicht abschätzen.“

Nur eine von vielen Unwägbarkeiten. So steht in den Sternen, ob die Augustusbrücke tatsächlich noch einmal von Autos befahren werden kann, sobald die Carolabrücke in die Sanierung geht. Das soll 2020 geschehen – zu einem Zeitpunkt also, an dem auf der Augustusbrücke noch Arbeiten laufen. Zudem gibt es in dieser Sache rechtliche Hindernisse, weil der Planfeststellungsbeschluss geändert werden müsste – ein aufwendiges Unterfangen.

Abwarten und Teetrinken

Außerdem wird überlegt, den Umbau des Gleisdreiecks am Neustädter Markt zumindest teilweise im Sperrschatten auf der Augustusbrücke zu erledigen. „Dafür haben wir jedoch noch kein Baurecht“, gibt Koettnitz zu bedenken. Wird die Brückenbaustelle auf der Rampe am Neustädter Ufer räumlich und zeitlich verlängert, wäre es auch wohl nichts mit einer Verkehrsfreigabe für die Straßenbahn Ende 2019. Am Neustädter Markt planen die Dresdner Verkehrsbetriebe den Bau barrierefreier Haltestellen und die Aufweitung des Gleismittenstandes, damit dort dann die neuen Stadtbahnwagen fahren können.

Bleibt also Abwarten und Teetrinken – auch für die Bauarbeiter. Bei Frost oder Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt können sie nicht mit Sandsteine und Borde mit Mörtel setzen, weshalb das Aufmauern der Brüstung unterbrochen ist. Sobald die Temperaturen wieder etwas wärmer sind, wollen die Arbeiter auf der Neustädter Brückenseite die Borde verlegen.

Terrassenufer bleibt frei

Immerhin für Autofahrer gibt es gute Nachrichten: Das Terrassenufer muss zumindest wegen der Brückenarbeiten auf lange Sicht nicht mehr gesperrt werden. Der Neubau des ersten Brückenbogens über dem Terrassenufer ist abgeschlossen, so dass allein die Wiederanhebung der Straße eine erneute Sperrung nötig macht. Sie ist in den ersten drei Wochen der Sommerferien geplant. Ohne Verkehrseinschränkung werden in den kommenden Wochen die noch verbliebenen Teile der Traggerüst-Fundamente unter dem Bogen beseitigt.

Auf der Brücke steht neben den Arbeiten an Sandstein und Borden auch noch der Bau einer Entwässerungsleitung an. Ist diese fertig, verlegen Arbeiter die höher liegenden von der Brücke kommenden Leitungen und Leerrohre. Auch diese Arbeiten müssen witterungsbedingt immer wieder unterbrochen werden, da die Leitungsgräben nicht mehr ordentlich verfüllt werden können, wenn der Boden durchfeuchtet ist. Beim ehemaligen Fußgängertunnel am Neustädter Markt reißen die Bauarbeiter den Fußweg ab.

Von Uwe Hofmann