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Lokales Baustelle Hafencity Dresden: Hier wächst ein neues Stadtquartier
Dresden Lokales Baustelle Hafencity Dresden: Hier wächst ein neues Stadtquartier
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15:38 21.01.2020
Blick vom Elbradweg Richtung Leipziger Straße. Der Kran in der Bildmitte baut am Haus F. Rechts ist das Kreativzentrum. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Zwischen Leipziger Straße und Elbe am Neustädter Hafen wächst nach langen Jahren der Planung, der Diskussionen und Proteste, des Verwerfens und der Neuplanung jetzt ein neues Stadtviertel empor: die Hafencity. Das 120-Millionen-Euro-Projekt beinhaltet den Neubau von 350 Wohnungen.

Das Kreativzentrum unmittelbar neben dem Pharmaunternehmen Menarini von Heyden hat der Bauherr der Hafencity, die in Dresden ansässige USD Immobilien GmbH, schon fertig. Auch die ehemalige Melkus-Villa ist saniert. Jetzt entstehen entlang der Leipziger Straße gerade zwei große Gebäude in L-Form – die Häuser F und G.

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Stadtrat entscheidet erst am 5. März

Beim Haus F stehen schon Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. Beim Haus G wird am Fundament und an den Säulen für die Tiefgarage gearbeitet. In beiden Häusern entstehen Wohnungen, von denen die meisten offensichtlich schon verkauft sind, wie man auf dem Immobilienportal von Viarealis sehen kann.

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15 Wohnungen in den Häusern F und G werden Sozialwohnungen sein. 30 mietpreis- und belegungsgebundene Mietwohnungen sind in der Hafencity insgesamt vorgesehen. „Mit dem Haus F wollen wir Anfang 2021 fertig sein, mit dem Haus G Mitte 2021“, so Hafencity-Projektleiter Sebastian Forkert von USD.

Hinter Projektleiter Sebastian Forkert wächst das Haus F in die Höhe. Quelle: Dietrich Flechtner

Doch zunächst wird am 31. Januar erst einmal Richtfest gefeiert – für das neue Hotel, das auf dem Gelände entsteht. Als Betreiber hat die USD, die allein in dieses Projekt 28 Millionen Euro investiert, das Familienunternehmen Arcotel aus Österreich gefunden.

Was die anderen geplanten Gebäude – neun weitere Wohnhäuser und die Gestaltung der Hafenpromenade betrifft – wartet USD auf die Entscheidung des Stadtrates zum Bebauungsplan für die künftige Hafencity. Gegenwärtig wird die Vorlage, die die während des Verfahrens zum Bebauungsplan abgegebenen Stellungnahmen enthält, noch in den Ausschüssen beraten. Läuft alles nach Plan, steht der Bebauungsplan dann am 5. März auf der Tagesordnung des Stadtrates.

Weiterlesen: Grundstein für Hotel in der Hafencity gelegt

Darum kann schon jetzt gebaut werden

Doch wieso konnten Kreativzentrum, Hotel und die beiden Wohnhäuser schon gebaut werden, wenn der Bebauungsplan noch gar nicht abgesegnet ist? „Die Gebäude befinden sich innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils (Innenbereich), so dass die Vorhaben im Rahmen des Bauantragsverfahrens bauplanungsrechtlich nach § 34 Baugesetzbuch zu beurteilen waren.

Die Prüfung der Bauanträge hat ergeben, dass die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit für die Vorhaben gegeben ist und keine öffentlich-rechtlichen Belange entgegenstehen. Die Vorhaben widersprechen auch nicht den Zielen des Bebauungsplans, so dass eine Zurückstellung des jeweiligen Bauantrags nicht erforderlich war. Nach sächsischer Bauordnung muss eine Baugenehmigung erteilt werden, wenn alle Anforderungen erfüllt sind. Bei diesen Vorhaben war das der Fall“, so die Begründung aus dem Stadtplanungsamt.

Galerie: So sieht es auf der Baustelle aus

Blick auf die Baustelle der Hafencity Dresden

Steinmetz Stäbe will nicht weg – und soll nun integriert werden

Die Stadt hat mit der USD Immobilien GmbH im Oktober 2019 einen städtebaulichen Vertrag geschlossen. Dieser regele u.a. die Herstellung der öffentlichen Erschließungs- und Verkehrsanlagen sowie der öffentlichen Freiflächen, den Umgang mit dem Artenschutz und dem Retentionsraumausgleich sowie die Errichtung von Photovoltaikanlagen, heißt es auf DNN-Anfrage aus der Stadtverwaltung.

Umgeben von großen Erd- und Steinhaufen wirkt das Grundstück samt Haus von Steinmetzmeister Michael Stäbe direkt an der Leipziger Straße wie ein Fels in der Brandung auf dem Hafencity-Gelände. Der Handwerker hat allen Offerten widerstanden und sein Grundstück, auf dem er nicht nur Material lagert, sondern auch produziert, nicht verkauft. „Ich geh hier nicht weg“, sagt er immer noch. Aber er betont, dass es jetzt ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit USD gäbe. „Wir haben uns geeinigt, er wird integriert“, sagt Projektleiter Sebastian Forkert. Was das genau heißt, will er nicht ausführen.

Lärmschutz für Wohngebäude

USD wird, vorausgesetzt der Bebauungsplan wird vom Stadtrat so beschlossen, an zwei Seiten des Stäbe-Grundstückes Wohngebäude errichten. Aus Lärmschutzgründen werde man die Häuser u.a. so konzipieren, dass Richtung Steinmetz nur nicht schutzbedürftige Räume – also Bäder und Küchen – zeigen.

In Sachen Lärmschutz beteiligt sich USD nach eigener Aussage auch an den Kosten für die Einhausung des Anlieferbereiches von Menarini. „Das ist für uns beide von Vorteil“, so Sebastian Forkert.

Auch für die einstige Hafenmeisterei am Hafenbecken, die nicht USD gehört, arbeite man an einer Lösung. In dem sanierten Gebäude mit dem an einen Schiffsbug erinnernden Dachaufbau wird gewohnt und gearbeitet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Eventlocation. Da das Hafencity-Gelände aus Hochwasserschutzgründen bis zu 1,80 Meter aufgeschüttet wird, gibt es ein Problem, wie man dann zur Hafenmeisterei gelangt. „Wir werden eine Parkplatzlösung in der Nähe finden und das Ganze so planen, dass die Nutzung der Hafenmeisterei nicht eingeschränkt wird“, so der Hafencity-Projektleiter.

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Von Catrin Steinbach