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Lokales Baustart für „Quartier Hoym“
Dresden Lokales Baustart für „Quartier Hoym“
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17:42 15.07.2018
Die rot markierten Gebäude am Polizeipräsidium entstehen bis 2021. Quelle: CG Gruppe AG
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Dresden

Am Montag wird das Baufeld vom Bauherrn an den Generalunternehmer übergeben. In wenigen Tagen starten die ersten vorbereitenden Arbeiten: Die Baustelle wird eingerichtet, Wildwuchs entfernt, Gehwege und unterirdische Leitungen müssen verlegt werden. Dann können mit dem Aushub der Baugrube die Erdarbeiten beginnen. Für das größte Neubauvorhaben am Dresdner Neumarkt fällt jetzt der Startschuss: Die CG Gruppe AG beginnt mit dem Bau von Quartier III/2. Das kündigte der Projektentwickler jetzt gegenüber DNN an.

Die Baugenehmigung liegt seit Mai vor. Bis Ende Juli will das Unternehmen beim Bauaufsichtsamt eine sogenannte Tektur einreichen, eine Änderung der genehmigten Pläne. Es habe sich herausgestellt, dass die von den Planern entworfene Tiefgarage nicht wirtschaftlich errichtet werden könne, teilte die CG Gruppe mit. Die neuen Planungen seien lange fertig und würden das Unternehmen in die Lage versetzen, das Projekt innerhalb der kalkulierten Kosten zu realisieren. Die Tektur sei mit der Bauaufsicht abgestimmt und könne in sehr kurzer Frist genehmigt werden. Es gehe darum, weniger als die ursprünglich geplanten 380 Stellplätze zu errichten, hieß es von Seiten des Unternehmens. Rechtlich ist das jetzt möglich, da der Stadtrat vor wenigen Tagen eine entsprechende Satzung erlassen hat.

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144 Millionen Euro will die CG Gruppe in das „Quartier Hoym“ investieren – Leitbau ist das Palais Hoym, dass originalgetreu rekonstruiert wird und ein Hostel beherbergen soll. Heftig diskutiert wurde vor allem die Frage, ob das Palais Riesch am Polizeipräsidium wiederaufgebaut werden soll. Es beherbergte früher im unteren Bereich Pferdekutschen und Sattelkammern – entsprechend war die Architektur ausgerichtet. Für eine Immobilie mit moderner Nutzung schwer vorstellbar – bei einem Architektenwettbewerb machte 2016 ein Entwurf des Berliner Büros Nöfer Architekten das Rennen, der mit historischen Elementen spielt.

Das „Riesch“ war auch bis zuletzt der Problemfall für die Erteilung der Baugenehmigung. Die zunächst geplante Gebäudehöhe überschritt das laut Bebauungsplan erlaubte Maß. Stadtplanungsamt und Investor einigten sich schließlich auf einen Kompromiss, der laut CG Gruppe inzwischen auch mit dem betroffenen Grundstücksnachbarn abgestimmt worden sei. Das Unternehmen sei zuversichtlich, allen nachbarschaftlichen Ansprüchen genügen zu können und stehe in enger Kommunikation mit allen Beteiligten.

Die Anwohner sollen auch noch Informationen aus erster Hand zum Bauablauf erhalten, der ab Herbst den Spezialtiefbau unter anderem mit Bohrpfählen zu den Nachbargebäuden vorsieht. Danach werden die Pumpen für die Wasserhaltung eingebaut. Im Spätherbst soll der erste Kran aufgebaut werden, der erste Teil der Bodenplatte könnte Ende des Jahres fertig sein. Falls es nicht zu unvorhergesehenen Ereignissen kommt und das Wetter mitspielt.

Die Fertigstellung von Quartier III/2 ist im Sommer 2021 geplant. Der Freistaat Sachsen hatte die 9614 Quadratmeter große Freifläche neben dem Polizeipräsidium im Juni 2015 an die CG Gruppe verkauft. Gröner hatte sich damals zuversichtlich gezeigt, mit dem Bau 2016 beginnen zu können. Doch Schwierigkeiten gab es nicht nur mit der Architektur des Quartiers. Der Freistaat Sachsen als Verkäufer des Grundstücks stellte im weiteren Verfahren fest, dass die Sicherheit des Polizeipräsidiums von der benachbarten Bebauung gefährdet werden könne. Für die Genehmigung des Bauantrags musste ein nachbarschaftlicher Vertrag ausgehandelt werden, der die geplanten Abläufe erheblich verzögerte.

Umso mehr freue sich die CG Gruppe über die nun erteilte Baugenehmigung und den bevorstehenden Baustart, hieß es aus dem Unternehmen.

Von Thomas Baumann-Hartwig