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Lokales "Backstage“ – Tanztheater für die ganze Familie an der Staatsoperette Dresden
Dresden Lokales "Backstage“ – Tanztheater für die ganze Familie an der Staatsoperette Dresden
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13:29 14.01.2020
Radek Stopka und das Ballett der Staatsoperette Dresden  Quelle: Stephan Floß
Dresden

Bis Mitternacht hat er auf der Bühne mit den Kollegen die Beleuchtung für seine neueste Produktion eingerichtet, jetzt spricht Radek Stopka, Ballettdirektor der Staatsoperette Dresden, mit mir offen und konzentriert über sich und das ambitionierte Ballettensemble, bevor er sich wieder auf seinen Roller schwingen wird, um durch die langen Flure des Theaters zur Bühnenprobe zu eilen. In wenigen Tagen hebt er mit seiner Truppe eines seiner liebsten Kinder aus der Taufe: das Tanzspektakel „Backstage“.

Das Können der Tänzer im Mittelpunkt

„Wir brauchen neues Publikum. Jüngere und ältere Zuschauer sollen sich bei uns wohlfühlen und begeistern lassen. Wir möchten bei Jugendlichen das Interesse für Ballett wecken und sie anregen, vielleicht sogar selbst aktiv zu werden. Ich lade alle ein, in unserem Stück die tolle Arbeitsatmosphäre und den spannenden Alltag hinter den Kulissen auf dem Weg zu einer perfekten Bühnenshow hautnah mitzuerleben.“ Radek Stopka sprüht vor Energie und Ideen. Und er weiß, wovon er spricht.

Voller schwärmerischer Begeisterung für die Multitalente Jiri Korn und Helena Vondrácková begann der in Pilsen Geborene als Kind mit Ballett- und Klavierunterricht und schnupperte die Bühnenluft des Theaters. Nach Tanz- und Pädagogikausbildung tanzte er bald am Nationaltheater Prag sein erstes „Pas de trois“ im Ballett „Schwanensee“. Sein Vorbild wurde nun der avantgardistische Tänzer und Choreograf Jirí Kylián. Stopkas Begabung für vielfältige Tanzstile von Klassik über Jazz bis Step führten ihn als Solotänzer an das Experimentaltheater „Laterna Magika“ in Prag und in die Ensembles von Musical-Europatourneen.

Mit diesen Erfahrungen und seinem choreographischen und pädagogischen Talent kam er 2002 als Solist ins Ensemble der Staatsoperette Dresden, wurde 2011 Ballettdirektor und ist seitdem mit seinen Tänzerkollegen einen erfolgreichen Weg gegangen. Mit seiner Inszenierung der Tango-Oper „María de Buenos Aires“ 2017 fügte er dem Repertoire der Staatsoperette eine ganz neue Facette hinzu.

In „Backstage“ nun stehen die Tänzerinnen und Tänzer mit ihrem Können im Mittelpunkt. Um an diesem Haus zu bestehen, müssen sie nicht nur alle Tanzstile beherrschen, sondern auch singen und Theater spielen können. Dies alles in einem eigenen Projekt zu zeigen und dabei noch eine Geschichte von drei Jugendlichen zu erzählen, die das Theater vom Ballettsaal bis zur Kantine stellvertretend für das Publikum entdecken, ist die Aufgabe, die Stopka seiner Company gestellt hat. Alle sind mit sehr viel Herzblut und Einsatz dabei. Die rasante Inszenierung kommt multimedial auf die Bühne: In einem mehrteiligen Video agieren Mitglieder des Schauspielstudios des Dresdner Staatsschauspiels. Drei Musiker begleiten die Performance live auf der Bühne.

Radek Stopka

■ 1972 in Pilsen geboren

■ steht seit seinem 8. Lebensjahr auf der Bühne

■ Ausbildung in klassischem Tanz und Pädagogik am Staatlichen Konservatorium Prag

■ Engagements am Nationaltheater Prag, dem angeschlossenen Avantgarde-Theater „Laterna Magika“, in den Filmstudios Barrandov und bei Musical-Europatourneen

■ 1992 Engagement als Tänzer und choreografischer Assistent am Städtischen Theater Regensburg

■ 2002 Engagement als Solotänzer an der Staatsoperette Dresden

■ seit 2011 Ballettdirektor

und Choreograf

■ Aktuelle Produktionen: „Die Banditen“, „Hier und Jetzt und Himmelblau“, „My Fair Lady“, „Die Csárdásfürstin“, „Die lustige Witwe“ (Choreografie); „Maria de Buenos Aires“, „Backstage“ (Inszenierung/ Choreografie)

Die Realisierung dieses anspruchsvollen und generationsübergreifenden Projekts musste neben dem täglichen Proben- und Vorstellungsbetrieb, in kurzer Produktionszeit und ohne das sonst übliche umfangreiche Kreativteam erfolgen. Alle Beteiligten nahmen zusätzliche Belastungen in Kauf, der Ballettchef lieferte nicht nur Idee, Buch und Choreographie, sondern kümmerte sich zusätzlich um Ausstattung und Videoschnitt.

Backstage“ ist für Radek Stopka auch ein Schritt auf dem Weg zu eigenständigen Ballettaufführungen dieses Ensembles, das mit seinen vielseitigen Spezialisten einen besonderen Platz in der Theaterlandschaft Dresdens einnimmt. Der Ballettdirektor sieht das Potenzial für eigene Tanztheaterproduktionen. Dieser Traum wird jedoch nicht leicht zu verwirklichen sein an einem Musical- und Operettenhaus, in dem das Ballett in fast jeder Aufführung unverzichtbar ist. Die Arbeitszeiten bewegen sich meist am Limit, die Leistungsanforderungen in den Repertoirevorstellungen sind hoch.

Stopka möchte, dass „Backstage“ im Kraftwerk Mitte neue, positive Energie freisetzt. Energie, die Herzen und Sinne aller Altersgruppen nur durch die Kraft und Ausstrahlung des Tanzes erreichen kann. Sein Ballettensemble sieht er damit als wichtigen Teil der Zukunft der Staatsoperette. Die Theaterleitung nimmt die Bemühungen der Tänzerinnen und Tänzer offenbar ernst und vertraut ihnen. Aus dem ursprünglich als Schulkonzert angelegten einstündigen Stück wird nun eine abendfüllende Aufführung. Radek Stopka hofft besonders auf viel Resonanz bei Familien, die aus dem gemeinsamen Erlebnis dieser Show ein ganz neues Interesse für Theater entwickeln könnten.

Backstage. Aus dem Alltag eines Tänzers, Konzept und Choreografie von Radek Stopka, Musik von Smetana bis Einardi. Für Zuschauer ab 10 Jahren und die ganze Familie

Premiere: 16. Januar, 19.30 Uhr, Staatsoperette Dresden; weitere Vorstellungen: 17. Januar, 20 Uhr; anschließend Aftershow-Party im Foyer mit DJ Matthias Weidelhofer; 18. Januar, 15 Uhr; 10. März, 18 Uhr; 11. März, 11 Uhr

Ticketsan der Theaterkasse Mo-Fr, 10-18 Uhr, und Sa, 16-18.30 Uhr.

Tel. 0351/32042222

www.staatsoperette.de

Von Hugo Thiel

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