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Lokales Diese Dresdnerin ist Ernährungsberaterin für Katzen und Hunde
Dresden Lokales Diese Dresdnerin ist Ernährungsberaterin für Katzen und Hunde
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13:29 08.08.2019
Babette Irmscher berät Katzenbesitzer bei der Futterwahl. Quelle: Isabel Doberitz
Dresden

Katzen und Futter, das ist so eine Sache. Klar, es gibt die Sorte Samptpfote, die sich auf alles stürzt, was ihr vorgesetzt wird. Es gibt aber auch Katzen, die bei der kleinsten Sortenänderung in einen Hungerstreik treten, den nur der Besitzer beenden kann – indem er das alteingesessene Futter kauft.

Doch wirklich artgerecht sind Dosen- und Tütenfutter aus dem Supermarkt nicht, sagt Babette Irmscher. Sie ist Ernährungsberaterin für Katzen und Hunde und hat sich der Rohfleischernährung – auch bekannt als Barf – verschrieben. Barf heißt ausgeschrieben „Born Again Raw Feeders“ (deutsch: wiedergeborene Rohfütterer). Was die Vorteile sind und wie man die Katze davon überzeugen kann, erklärt sie im Interview.

Wieso sollte ich meine Katze mit Rohfleisch ernähren, also barfen?

Katzen sind reine Fleischfresser. Sie können Nahrung mit einem hohen Glucosegehalt nicht verstoffwechseln. Hier kommen wir auch schon zum Problem: Die meisten Trockenfutter bestehen aus 30 bis 50 Prozent Kohlenhydraten und einem viel zu geringen Fleischanteil, der aber meist nicht genau deklariert ist.

Eine Barf-Ration besteht aus 95 Prozent Fleisch und fünf Prozent Obst und Gemüse. Wobei Fleisch nicht gleich Fleisch ist. Es wird in prozentual verschiedene Komponenten, also Muskelfleisch, Innereien sowie Knochen und Fett, aufgeteilt, um alle Bedarfswerte zu decken.

Welche Vorteile hat diese Ernährung?

Abgesehen davon, dass es eine artgerechte Ernährung ist, ist es möglich, einer erkranken Katze enorm zu helfen. Denn sämtliche Zusatzstoffe der Fertigfutter fallen weg, es handelt sich um hochwertiges Futter und man kann je nach Krankheitsbild Nahrungsergänzungsmittel dazugeben. Viele Tiere kommen erst aufgrund von Krankheit zu mir in die Ernährungsberatung.

Warum braucht es überhaupt Ergänzungsmittel zum Fleisch?

Notwendige Stoffe, die mit dem Rohfleisch nicht ausreichend gedeckt werden, müssen dazugegeben werden. Da beim Barf auf hormonlastiges Fleisch, wie beispielsweise Schlund oder Kehlkopf, verzichtet wird, muss die Jodversorgung durch Seealgenmehl sichergestellt werden. Außerdem ist Taurin für Katzen essenziell, da sie Taurin nicht selbst ausreichend synthetisieren können. Das muss ebenfalls mittels Supplement zugefüttert werden. Zum Schluss braucht man noch ein Omega 3-6-9-Öl mit Vitamin E. Bezieht man Fleisch aus Massentierhaltung, ist dies sehr wichtig, um den Omega 3-6-9 Haushalt auszugleichen. Vitamin E dient als Antioxidans.

Welche Fleischsorten eignen sich?

Man sollte sich bei der Barf-Fütterung auf drei Fleischsorten sowie auf Fisch beschränken. Das könnten zum Beispiel Huhn, Kaninchen, Lamm und Lachs sein. Da es im Laufe eines Katzenlebens zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen kann, ist eine Ausschlussdiät nötig. Diese wird mit einer unbekannten Fleischsorte durchgeführt. Wenn man aber schon alle Tierarten einmal verfüttert hat, ist das nicht möglich.

Wo bekomme ich Fleisch und Ergänzungsmittel her?

Es gibt mittlerweile viele Onlineshops die Futterfleisch vertreiben. Ebenfalls erhält man da die benötigten Supplemente. In und um Dresden gibt es auch Barfshops. Natürlich kann man das Fleisch auch im Supermarkt, beim Bauern oder beim Fleischer kaufen. Wichtig ist hier nur, dass man alle Komponenten für einen ausgewogenen Plan zusammen bekommt. Auch fertige Mixe sind nie bedarfsdeckend. Deshalb sollte man sich mehr Zeit für die Portionierung lassen und auf alle Bestandteile achten. Geflügel kann tiefgekühlt bis zu sechs Monate gelagert werden, Rind bis zu zwölf Monate.

Haben Sie Tipps, wie die Katze an die neue Fütterung gewöhnt werden kann?

Es ist sehr schwierig ältere Katzen umzustellen, da diese schon so von Lockstoffen verwöhnt sind. Am besten funktioniert es, wenn die Katze schon im Kittenalter an die Barf-Ernährung gewöhnt wird. Aber auch ältere Katzen können umgestellt werden. Das fordert nur viel Geduld und Improvisation. Beispielsweise könnte man Bierhefe als Lockstoff unter das Futter mischen oder die Fleischstücke im bisher gewohnten Futter panieren. Eine Katze sollte niemals länger als zwölf Stunden fasten. Wichtig ist in jedem Fall, dass man sich vorher ausreichend über diese Fütterungsmethode informiert. Dafür gibt es im Raum Dresden ausgebildete Ernährungsberater, die bei den ersten Schritten helfen können.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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