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Lokales Auf der Nossener Brücke droht die Sperrung von zwei Fahrspuren
Dresden Lokales Auf der Nossener Brücke droht die Sperrung von zwei Fahrspuren
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18:13 21.02.2019
Der Nossener Brücke ist auch mit kleineren Reparaturen nicht zu helfen. Damit sie bis zum Abriss durchhält, wird jetzt über die Sperrung von zwei Fahrspuren nachgedacht. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Augustusbrücke, Carolabrücke, Albertbrücke – Bauleute haben in diesem Jahr auf vielen der elf Dresdner Elbbrücken das Sagen. „Es sind die großen Brückenbaujahre hier“, sagt Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) deswegen. Knapp 25 Millionen Euro investiert das Straßen- und Tiefbauamt in diesem Jahr in Sanierung und Unterhalt von Brücken und Ingenieurbauwerken wie Stützwänden, Durchlässen und Treppen. Auf der Nossener Brücke drohen dennoch Sperrungen.

Augustusbrücke – Auf die Zeit kommt es nicht an

Durch die derzeitige Winterpause geraten die Arbeiten auf der Augustusbrücke weiter in Verzug. Er hoffe dennoch, dass Ende des Jahres die ersten Straßenbahnen wieder fahren können, sagt Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz. Mit dem Ende der Sanierungsarbeiten sei nach derzeitigem Stand erst Mitte 2020 zu rechnen. „Bei diesem Bauwerk kommt es auf die Qualität der Arbeit an, nicht auf den Zeitplan“, bekräftigt Koettnitz. Weitere Überraschungen, wie es sie mit zu festem Mörtel oder mittelalterlichen Überresten schon gab, seien nicht ausgeschlossen. Der Kostenrahmen von 25 Millionen Euro werde bisher gehalten.

Carolabrücke – Fuß- und Radwege wachsen in die Breite

Der Brückenteil, auf dem Autos und Radler in Richtung Neustadt rollen, wird ab September bis Oktober 2020 für insgesamt 4,1 Million Euro erneuert. Dabei wird vor allem an der Dichtung unter der Fahrbahn gearbeitet und maroder Beton erneuert, der unter diesem Brückenteil schon auf die Elbwiesen herabgerieselt ist, weshalb es dort großflächige Sperrungen gibt. Um die Sanierungspläne hat es bereits Knatsch gegeben: Den Neustadtgrünen waren die vorgesehen 3,80 Meter für Geh- und Fußweg nicht breit genug. Eine Verbreiterung der Betonplatte unter Geh- und Fußweg könnte der Ausweg sein, macht allerdings wegen des Gewichts statische Probleme. Den Ausweg bietet nun eine „innovative Technologie der TU Dresden“, wie Koettnitz sagt: Karbonbeton. Mit dem leichteren Baustoff sind 4,50 Meter Breite drin – „für eine Rad- und Gehbahn ist das bonfortionös“, wie Koettnitz findet. Schlechte Nachrichten gibt es für Autofahrer. Das nicht nur, weil die Fahrbahn auf der Carolabrücke während der Bauzeit von vier auf zwei Spuren schwindet. Aus den Plänen, deswegen die Augustusbrücke wieder für Autos zu öffnen, wir schließlich auch nichts. Dort wird ja dann noch gebaut.

Um die Breite der Geh- und Radwege nach der Sanierung der Carolabrücke wird gestritten. Karbonbeton könnte dort für mehr Platz für Radler sorgen. Quelle: Anja Schneider

Albertbrücke – Elbbögen müssen auf Sanierung warten

Die Arbeiten an der Carolabrücke sind der Grund dafür, warum es an der Albertbrücke länger dauert. Dort werden zwar bis Mitte des Jahres Pavillon und das Brückenumfeld auf Neustädter Seite erneuert. Die Arbeiten unter den Brückenbögen, wo fehlerhafte Steine und Fugen erneuert werden, müssen dagegen pausieren. Der Grund: Nun sind die Bögen 6, 7 und 8 an der Reihe, die über der Elbe verlaufen. Dort müssten Hängegerüste gestellt werden, die auf der Brücke viel Platz und damit Fahrspuren wegnehmen. Während der Bauzeit auf der Carolabrücke will man sich das nicht leisten. Deshalb steht dieser Sanierungsschritt erst 2021 an, wenn auch der Brückenteil der Carolabrücke mit der Fahrbahn in Richtung Altstadt fertiggestellt ist.

Blaues Wunder – Neues Blau erst ab 2020

Im März wird bis Dezember die Gehbahn auf der Unterstromseite für rund 955 000 Euro instandgesetzt. In den folgenden fünf Jahren wandert dann ein Gerüst mit luft- und lichtdichter Verhüllung über die Brücke, wie es derzeit an der Brücke am Alberthafen zu sehen ist. Unter den weißen Planen wird Rost abgestrahlt, das giftige Strahlgut aufgefangen, werden marode Stahlteile ausgetauscht und die inneren Geländer erneuert, ehe dann das neue Blau auf den Brückenstahl kommt. Bis 2024 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein, in der Bauzeit wird eine Fahrspur auf der Brücke fehlen, weil das Gerüst deren Platz beansprucht.

Quelle: Anja Schneider

Nossener Brücke – Es droht die Zweispurigkeit

Zum Zustand der Nossener Brücke gibt es seit Ende 2018 ein Gutachten, das noch immer im Straßen- und Tiefbauamt ausgewertet wird. Dort hat man inzwischen zwei Erkenntnisse herausgefiltert: Mit kurzfristigen Reparaturen lässt sich der vielbefahrenen Brücke mit 37 900 Autos am Tag nicht helfen. Die Überlegungen im Amt gehen deshalb dahin, zwei der vier Spuren für den Autoverkehr zu sperren, um die Belastungen zu reduzieren, sagt Amtsleiter Koettnitz. Noch ist unklar, wann es so weit ist. Wird die Teilsperrung angeordnet, verlängert sich dieser Zustand bis in die Bauzeit. 2023 kann der Abriss des Bauwerks und der anschließende Neubau mit Straßenbahntrasse frühestens beginnen.

Die Übrigen – Mit Bahnsperrungen ist zu rechnen

Die großen Vorhaben ergänzen viele kleinere, die aber auch so ihre Tücken haben. So wird im Mai die Brücke der Talstraße über die Bahngleise für 2,3 Millionen Euro erneuert. Dafür sind bis Juni 2020 sowohl auf der wichtigen Verbindung ins Cossebauder Oberland als auch auf der Bahnstrecke zeitweise Sperrungen nötig. Ähnlich sieht es bei einer Brücke aus, die in der Dresdner Heide den Weg Unterringel über die Bahnstrecke nach Radeberg führt. Die Brücke sei der Stadt mehr oder weniger von der Bahn aufgedrängt worden, sagt Koettnitz. Ab März steht die etwa 585 000 Euro teure Instandsetzung an. Zeitweise muss deshalb die Bahnstrecke gesperrt werden. Sperrungen gibt es auch von März bis Dezember an der Schillerstraße. Dort wird eine sechs bis sieben Meter hohe Stützmauer für knapp 960 000 Euro erneuert. Eine Ampel regelt während der halbseitigen Sperrung den Verkehr. In Weißig wird von März bis Juli eine Brücke im Zuge der Bautzner Landstraße für rund 820 000 Euro erneuert, in Lockwitz ist ab September der Maltengraben an der Lugaer Straße für rund 635 000 Euro dran. Unter der Mügelner Straße gehen die Arbeiten am Prohliser Landgraben weiter. Dort wird bis Mai für rund 1,9 Millionen Euro ein instabiles Rohr instandgesetzt und zwar durch ein „glasfaserverstärktes und kunstharzvergossenes Wickelrohr“, das hineingedrückt wird, wie Koettnitz erläutert.

Von Uwe Hofmann

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