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Lokales Asylsuchende in TU-Turnhallen: Landesdirektion schafft Notunterkünfte an Uni Dresden
Dresden Lokales Asylsuchende in TU-Turnhallen: Landesdirektion schafft Notunterkünfte an Uni Dresden
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19:40 09.09.2015
In diesem TU-Sportkomplex aus zwei Turnhallen sollen bis zu 600 Asylsuchende vorübergehend untergebracht werden.
In diesem TU-Sportkomplex aus zwei Turnhallen sollen bis zu 600 Asylsuchende vorübergehend untergebracht werden. Quelle: Tanja Tröger
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Das teilte die Behörde am Donnerstagabend mit. Insgesamt sollen dort bis zu 600 Asylbewerber vorübergehend ein Quartier erhalten.

Gegenwärtig werden in und an den Turnhallen die nötige soziale und medizini­sche Betreuung, die Verpflegung für die künftigen Bewohner und der Wachdienst vorbereitet, so die Landesdirektion. Am Freitag wurde der Komplex aus einer unsanierten DDR- und einer modernen Turnhalle von Sportgeräten beräumt. Aktuell fahren regelmäßig Firmenautos vor, bringen beispielsweise Fachleute für Stromerzeugung, Elektro- und Lüftungstechnik und das nötige Equipment. Die Betten für die künftigen Bewohner sollen laut Information der Landesdirektion am Sonnabend aufgestellt werden. Derzeit rechnet die Behörde damit, dass die ersten Asylsuchenden am Sonntag eintreffen werden.

Als Grund für die Notunterkunft verwies die Behörde auf den unverändert hohen Zustrom von Asylsuchenden nach Sachsen. Die Erstaufnahmeeinrichtung sei bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, aber es müsse damit gerechnet werden, dass am Wochenende erneut mehrere Hundert Asylbewerber ankommen.

Kritik an Zuständen in Dresdner Zeltlager - Landesdirektion verspricht Besserung

Seit dem vergangenen Freitag müssen rund 1000 Flüchtlinge in einer eilig aus dem Boden gestampften Zeltstadt in Dresden campieren. Die hygienischen Zustände, die Betreuung und Versorgung der Asylsuchenden in dieser Notunterkunft stehen seit Tagen in der Kritik. Auch die Informationspolitik des Landes Sachsen, das für die Erstaufnahme zuständig ist, wurde beanstandet.

Nach der massiven Kritik sollen die Lebensbedingungen für die Bewohner des Zeltlagers für Flüchtlinge in Dresden besser werden. Das kündigte die Landesdirektion Sachsen am Donnerstag an. Bereits am Freitag sollen die mobile Toiletten von Containern ersetzt werden, die vom Deutschen Roten Kreuz aus Polen stammen, sagte ein Sprecher der Landesdirektion Sachsen. Außerdem stelle man zusätzliche Duschcontainer auf. Auch bei der Verpflegung, Abfallbeseitigung und Reinigung der sanitären Anlagen sei Besserung in Sicht. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kümmere sich, viele Freiwillige Helfer würden von festangestellten DRK-Mitarbeitern ersetzt. Das Lager hatte am Donnerstag mit rund 1000 Bewohnern seine maximale Kapazität von 1100 Plätzen fast erreicht.

Eindrücke von der Dresdner Zeltstadt für Flüchtlinge:

Im ersten Halbjahr 2015 hat der Freistaat Sachsen laut Landesdirektion bereits 10.500 Asylbewer­ber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3800. In den vergangenen Wochen haben sich die Zugangszahlen noch einmal deut­lich erhöht. Bis einschließlich 29. Juli sind allein im laufenden Monat mehr als 3.700 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen. Die Erstaufnahmeeinrich­tung ist derzeit mit über 4.600 Asylbewerbern belegt.

ttr/dpa