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Lokales Anwälte fordern Freispruch für Infinus-Gründer
Dresden Lokales Anwälte fordern Freispruch für Infinus-Gründer
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09:11 15.06.2018
Im Infinus-Prozess haben die Verteidiger die ersten Plädoyers gehalten. Quelle: dpa
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Dresden

Im Betrugsprozess gegen sechs ehemalige Manager des FinanzdienstleistersInfinus“ sind am Landgericht die ersten Plädoyers der Verteidigung gehalten worden. Ulf Israel und Alexander Hübner, die Anwälte des Geschäftsführers Jörg B., forderten für ihren Mandanten einen Freispruch. Er habe das Unternehmen aufgebaut und ordnungsgemäß geführt, das Geld zusammengehalten und sich um die Anleger gekümmert. „Es gab keine schwarzen Kassen, keine gefälschten Gutachten, eine funktionierende Buchhaltung, es wurden Steuern gezahlt und nichts zur Seite geschafft“, so Israel. Es gebe keine Beweise für Betrug und Täuschung.

Seine Kritik galt der Staatsanwaltschaft, die er mit ihrem „unverhältnismäßigen Eingreifen“ für die Infinus-Pleite verantwortlich machte. Erst durch sie sei das Unternehmen zusammengebrochen und ein großer Schaden für die Anleger entstanden. „Sie haben ein Flugzeug zum Absturz gebracht, das jahrelang gut geflogen ist.“ Zudem rügten die Verteidiger die Kammer, die voreingenommen und extra für diesen Prozess zusammengesetzt worden sei. Ein fairer Prozess sei deshalb nicht möglich gewesen.

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Infinus war mein Leben, ich wollte immer alles selbst machen und kontrollieren – das ist nicht optimal gelaufen“, sagte Jörg B. im Prozess. Es habe sicher Fehler gegeben, aber keine absichtlichen. „Aufsichtsbehörden, Finanzämter, Wirtschaftsprüfer, Banken, alle bekamen Unterlagen. Es gab regelmäßige Gespräche, aber keine Beanstandungen. Unsere Aktivitäten wurden nie in Frage gestellt oder gar als verboten bezeichnet. Und so dachte ich, es sei alles in Ordnung“.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Jörg B. eine Freiheitsstrafe von acht Jahren gefordert. Er soll gemeinsam mit den Mitangeklagten mit einer Art Schneeballsystem Anleger um rund 150 Millionen Euro geprellt haben.

Von ml