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Lokales Antrag im Stadtrat: Linke will Robotron-Kantine vor dem Abriss retten
Dresden Lokales Antrag im Stadtrat: Linke will Robotron-Kantine vor dem Abriss retten
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16:56 11.12.2018
Die frühere Robotron-Kantine ist aus Sicht der Linken ein wichtiges Bauwerk der Ostmoderne. Die Fraktion im Stadtrat fordert den dauerhaften Erhalt.
Die frühere Robotron-Kantine ist aus Sicht der Linken ein wichtiges Bauwerk der Ostmoderne. Die Fraktion im Stadtrat fordert den dauerhaften Erhalt. Quelle: Archiv/Dietrich Flechtner
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Dresden

Der Vergleich ist hochgegriffen. An die Wand der Fraktionsräume der Linken im Rathaus ist das Farns­worth House in den USA gebeamt – ein bekanntesten Bauwerke des Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Klare Strukturen, große Fenster, freischwebend, ein Meisterwerk der Moderne. Und gewissermaßen verwandt mit der Robotron-Kantine an der Lingnerallee, einem Bau der Ostmoderne und somit auch der internationalen Mo­derne, wie es der Altstädter Linken-Stadtbezirksbeirat Marco Dziallas be­tont. Ein Ab­riss des Baus – für ihn undenkbar.

Schon länger müht sich die Linke im Stadtrat um den Erhalt der Robotron-Kantine. Ende 2017 stoppte der Bauausschuss per Veto vorerst den eigentlich besiegelten Abriss. Andere Gebäude des Robotron-Ensembles, wie etwa das Bü­rohaus am Georgplatz mit seinen Bleiglasfenstern verschwanden. Bei der Robotron-Kantine will die Linke das nun mit ei­nem Antrag im Stadtrat verhindern.

Darin fordert die Linke, dass die Stadt das Ge­bäude ankauft und in eine zukünftige städtische Nutzung überführt. Dazu soll OB Dirk Hilbert (FDP) ei­nen Runden Tisch ins Leben rufen, an dem Vertreter der Stadt, des Stadtrats und verschiedener Institutionen Konzepte für ei­ne künftige Nutzung entwickeln.

Im Umgang mit Bauten der Ostmoderne gebe es in Dresden einen fre­velhaften und respektlosen Umgang, erklärt André Schollbach, der dabei auf weitere Beispiele wie etwa dem Fußgängertunnel am Neustädter Markt verweist. Eine neue Nutzung der Robotron-Kantine, die Entwicklung hin zu einem Ort des Dialogs und der Kreativität, sei zudem auch mit Blick auf die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 ein wichtiger Beitrag.

Von Sebastian Kositz