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Lokales Antrag im Stadtrat: Linke drängt auf 365-Euro-Ticket für Bus und Bahn
Dresden Lokales Antrag im Stadtrat: Linke drängt auf 365-Euro-Ticket für Bus und Bahn
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21:53 12.04.2019
Archivbild Quelle: Foto: Monika Skolimowska/dpa
Dresden

Ein Tag, ein Euro – so einfach ist die Rechnung im Wiener Nahverkehr. 365 Euro kostet dort die Jahreskarte für Bus und Bahn, ganz bewusst hatten die Wiener schon vor Jahren die Preise gesenkt, um mehr Menschen zum Umstieg vom Auto in die öffentlichen Verkehrsmittel zu überzeugen. Mit Erfolg. Auch deshalb wird das Wiener Modell inzwischen in vielen europäischen Städten diskutiert, in Dresden hatte sich die CDU das 365-Euro-Ticket unlängst ins Wahl­pro­gramm geschrieben. Die Linken haben jetzt nachgelegt – und wollen das Ticket nun sogar noch vor der Wahl durchboxen.

Seit Jahren bemüht sich Linken-Stadtrat Jens Matthis um Senkungen bei den Fahrpreisen – was nicht zuletzt oft am Widerstand der CDU gescheitert sei, wie der Verkehrspolitiker betont. „Umso be­merkenswerter ist es nun, dass sich die CDU für das Wiener Modell erwärmt“, so Jens Matthis, der Nägel mit Köpfen ma­chen möchte: „Damit es nicht beim Wahlprogramm bleibt, schlagen wir vor, überparteilich die Einführung eines 365-Euro-Tickets vorzubereiten.“

Deutliche Entlastung für Abo-Karten

Dazu will die Linksfraktion noch vor der Wahl einen Antrag in den Stadtrat einbringen. Darin soll die Verwaltung beauftragt werden, die Voraussetzungen für die Einführung des Tickets zu prüfen und eine Projektgruppe einzurichten. Aktuell zahlen Abo-Monatskarteninhaber etwa 620 Euro im Jahr, würden also spürbar entlastet werden. Im Ge­genzug fielen jedoch sofort Einnahmen in Höhe von über 20 Millionen Euro weg.

Das erwartete Plus bei den Fahrgästen würde aber noch viel größere Investitionen nach sich ziehen: in Angebot und Netz, die Fahrzeugflotte und in qualifiziertes Personal. „Uns ist klar, dass wir da an einem sehr großen Rad drehen und dass die Umsetzung nicht von heute auf morgen geht“, sagt Jens Matthis. „Wir können uns aber dazu be­kennen, dass wir es wollen.“

Tatsächlich könnten CDU und Linke das Ansinnen mit ihren Stimmen im Stadtrat gemeinsam durchbringen. Der Verkehrsexperte der Union, Gunter Thiele, weist den Vorschlag der Linken jedoch als Wahlkampfgetöse zurück: „Das Thema ist viel zu ernst, um es vor der Wahl übers Knie zu brechen. Wir sind aber nach der Wahl gern bereit, mit den Linken darüber zu reden.“

Vorbild Wien macht Autoverkehr unattraktiver

In Wien war der Anteil der Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs seit Einführung des 365-Euro-Tickets deutlich angestiegen, während im gleichen Zeitraum weniger Menschen ins Auto stiegen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Parallel dazu hat die Stadt Wien mit massiven Eingriffen auch Straßen für autofrei erklärt, Fahrspuren und Parkplätze gestrichen – und damit das Autofahren deutlich unattraktiver gemacht.

Für die Linken ist das in Dresden nicht zwingend, die CDU schließt es derweil kategorisch aus. „Wir wollen die Menschen motivieren, umzusteigen – nicht zwingen“, erklärt Unionsfraktionschef Jan Donhauser. Zudem möchten die Christdemokraten den direkten Austausch mit den Dresdner Verkehrsbetrieben und dem Verkehrsverbund Oberelbe suchen und nicht den OB damit beauftragen. „Wir wollen sicher gehen, dass aus diesem Projekt was wird“, so Jan Donhauser.

Von Sebastian Kositz

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