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Lokales Angst vor Uber & Co.: Deshalb streiken am Mittwoch Dresdens Taxifahrer
Dresden Lokales Angst vor Uber & Co.: Deshalb streiken am Mittwoch Dresdens Taxifahrer
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11:42 09.04.2019
Dresdens Taxifahrer wollen gemeinsam in einem Korso durch Dresden fahren. Die Aufnahme entstand bereits im vergangenen Jahr bei einem Protest-Konvoi in Kassel. Quelle: Archiv/dpa/Swen Pförtner
Dresden

Dresdens Taxifahrer treten in den Streik: Mit einer zweistündigen Auszeit und einem Autokorso quer durch die Stadt wollen sie am Mittwoch gegen Liberalisierungspläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheu­er (CSU) mobil ma­chen. Die Taxifahrer befürchten durch eine Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes eine Zerstörung des bestehenden Marktes – langfristig auch zum Nachteil der Kunden.

Die Taxifahrer wollen sich am Mittwochmorgen auf dem Busbahnhof auf der Ammonstraße versammeln, von dort ab 8 Uhr in ei­nem Korso über die St. Petersburger Straße und die Königsbrücker Straße hinauf zum Flughafen rollen und von dort über die Hansastraße und am Landtag vorbei zurück zum Ausgangspunkt.

Mehr als 100 Teilnehmer in Dresden erwartet

Organisator Alex Noack hat zunächst 100 Kollegen als Teilnehmer gemeldet, es könnten aber auch deutlich mehr werden, so der Taxifahrer. Inzwischen hätten sich auch Kollegen aus dem Umland angekündigt. Allein in Dresden gibt es insgesamt rund 470 Taxilizenzen.

Der Streik dürfte unter anderem viele Geschäftsleute treffen, die am frühen Vormittag am Dresdner Flughafen ankommen. Wichtige Patientenfahrten – etwa für Dialysepatienten – seien aber abgesichert, sagt Alex Noack.

Im Visier haben die Taxifahrer vor allem gesetzliche Neuerungen, die den Markt auch für andere Mitbewerber öffnen sollen – beispielsweise für den umstrittenen Anbieter Uber. Wegen der strengen Regulierung hat das Unternehmen bisher in Deutschland kaum Fuß gefasst, was sich durch die Novellierung aber ändern könnte, fürchten Alex Noack und seine Kollegen.

Gravierende Folgen für Kundschaft möglich

Bisher ist der Markt genau abgesteckt – durch regelmäßige Analysen wird genau festgelegt, wie viel Taxis in Dresden fahren dürfen, ohne das es ein Überangebot gibt. Drängen nun Mietwagendienste wie Uber mit auf den Markt, wird der Kuchen kleiner. Die Zahl der Taxis würde sich dann reduzieren, so die Sorge. Am Ende könnte der gesamte Markt zerstört werden, erklärt Alex Noack.

Das könnte gravierende Folgen haben – nicht nur für die Kollegen, die ihren Job verlieren, sondern auch für die Kundschaft. „Wir haben eine Beförderungspflicht, andere nicht“, sagt Alex Noack. Taxifahrer seien auch bei Glatteis oder Starkregen im Einsatz und müssen auch kurze Fahrten machen, etwa wenn ältere Menschen zum Friseur oder zur Zahnarztpraxis um die Ecke wollen. Private Anbieter könnten mangels Wirtschaftlichkeit abwinken, argumentiert Alex Noack. Eine Denke, die auch im ländlichen Räumen große Risiken berge.

Uber & Co. könnten profitieren

Zugleich stoßen sich die Taxifahrer an der möglichen Aufhebung der so genannten Rückkehrpflicht. Die sieht bisher vor, dass Taxis immer nur in ihrem Bezirk Kunden aufnehmen können. Geht eine Fahrt von Dresden nach Berlin, darf der Fahrer nicht einfach an der Spree einen anderen Kunden, der nach Dresden möchte, einsteigen lassen. Das dürfen dann wiederum nur die Berliner Kollegen.

Fällt diese Regelung weg, könnte das Uber & Co. in die Karten spielen – weil das Geschäft damit lukrativer wird. „Nach Dresden kommen viele Touristen“, sagt Alex Noack – inzwischen auch mit entsprechenden Anbietern. Wenn in diese Autos, die dann einmal in Dresden sind, auch hier Fahrgäste einstiegen, geht das ebenfalls zu Lasten der hiesigen Taxiunternehmen, so Alex Noack.

Von Sebastian Kositz

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