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Lokales Amtsleiterwechsel im Rathaus: Koettnitz soll Schulen übernehmen
Dresden Lokales Amtsleiterwechsel im Rathaus: Koettnitz soll Schulen übernehmen
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07:59 15.03.2019
Reinhard Koettnitz soll an die Spitze des Schulverwaltungsamtes wechseln. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Ein klares Dementi klingt anders. Die DNN hatten die Stadtverwaltung gebeten, sich zu dem Gerücht zu äußern, dass Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz Leiter des Schulverwaltungsamtes werden soll. Stadtsprecher Kai Schulz erklärte: „Derzeit laufen Gespräche über mehrere personelle Veränderungen auf Ebene der Amtsleiter. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, so dass wir noch kein Ergebnis dazu mitteilen können.“

Erst am vergangenen Freitag hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf einer Personalversammlung das neue Organisationsentwicklungskonzept mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung diskutiert. Hilbert will die Verwaltung modernisieren und auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereiten. Der OB sucht Verwaltungsmitarbeiter und Amtsleiter, die die Themen High-Tech-Standort Dresden und Smart City voranbringen. Dabei geht es um strukturelle und personelle Veränderungen.

So ist nach DNN-Informationen eine Neustrukturierung des Haupt- und Personalamtes geplant. Die Leitung des Rechtsamtes ist unbesetzt, seit Amtsleiter Martin Weber im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen ist. Das Schulverwaltungsamt wird kommissarisch von Michael Fücker geleitet. Amtsleiter Falk Schmidtgen war Ende November 2018 als Radfahrer von einem betrunkenen Autofahrer tödlich verletzt worden.

Der 64-jährige Koettnitz ist seit 1995 Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. Er gilt als absoluter Fachmann und führungsstarker Abteilungsleiter. Sein selbstbewusster Stil hat aber nicht nur Freunde im Rathaus gefunden. Die Probleme beim Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt im Jahr 2017 wurden ihm verwaltungsintern angelastet. Darüber hinaus soll im Rathaus der Glaube daran fehlen, dass Koettnitz der richtige Mann dafür ist, Themen wie den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität oder Stationen für das Carsharing aufzubauen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Der Amtsleiter geht Ende des nächsten Jahres in den Ruhestand. Bis dahin könnte Koettnitz, so das Kalkül, Ordnung in die vielen Großbaustellen im Bildungsbereich bringen. Das Schulverwaltungsamt verfügt über eine eigene Bauabteilung, in der ein Bauexperte durchaus ein Betätigungsfeld finden könnte.

Sollte die Verwaltungsspitze Koettnitz als Leiter des Schulverwaltungsamtes installieren wollen, müsste der Stadtrat über diese Personalie entscheiden. Tilo Wirtz, Verkehrs- und Bauexperte der Linken im Stadtrat, erklärte, Koettnitz habe wenig visionär auf Pragmatismus, Machbarkeit und das Geld aus den jeweiligen Fördertöpfen des Freistaats gesetzt. „Es kann sein, dass sich der Baubürgermeister der Grünen frische Luft im Straßen- und Tiefbauamt durch eine Personalrochade verspricht und den schwer zu lenkenden alten PS-starken Diesel mit unzureichender Abgasreinigung lieber durch ein grüneres Modell mit Servolenkung ersetzen möchte“, so Wirtz.

Das Schulverwaltungsamt sei aber kein Gebrauchtwagenparkplatz, sondern brauche eine passgenaue effiziente Zugmaschine. „Eine Versetzung des bisherigen Leiters des Straßen- und Tiefbauamtes darf nicht zu Lasten der anstehenden Aufgaben im Schulverwaltungsamt gehen“, forderte Wirtz und kündigte an, dass die Linken das direkte Gespräch mit den Betroffenen suchen würden.

Weniger moderat äußerten sich die CDU-Stadträte Heike Ahnert und Gunter Thiele. „Die geplante Versetzung wäre das aus meiner Sicht eine ungeheuerliche Provokation nicht nur der Mitarbeiter in den Ämtern, sondern auch des Stadtrates, dem die Ernennung und Abberufung von Amtsleitern obliegt“, erklärte CDU-Bildungspolitikerin Heike Ahnert.

Koettnitz sei ein ausgewiesener Experte auf dem Feld des Straßen- und Tiefbaus, für Schulbauten sehe sie aber keine Schnittmengen. „Auch die dringend notwendigen Nachbesserungen des von Rot-Rot-Grün verpfuschten Schulnetzplans traue ich Herrn Koettnitz – bei allem Respekt vor seinen Leistungen – nicht zu“, so Ahnert.

Baupolitiker Thiele sieht keinen anlass für eine solch gravierende Personalentscheidung des OB. „Wir erwarten bei der Besetzung von wichtigen Amtsleiterpositionen selbstverständlich die Beteiligung des Stadtrates, transparente Verfahren und umfassende Information.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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