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Lokales „Alte Kommunistensau“, „Nazischwein“: Ein Kommentar zum Umgangston in der Politik
Dresden Lokales „Alte Kommunistensau“, „Nazischwein“: Ein Kommentar zum Umgangston in der Politik
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13:47 01.03.2020
Der Stadtrat könnte am Donnerstag ein kleines Zeichen in Sachen Umgangston setzen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Woche der Brüderlichkeit wird am 8. März in Dresden eröffnet – der Stadtrat könnte am Donnerstag ein kleines Zeichen setzen: Alle Fraktionen verpflichten sich, den Redner am Pult nicht ein einziges Mal durch Zwischenrufe zu unterbrechen. Eigentlich eine Frage der Kinderstube. Man lässt den anderen ausreden, bringen Eltern ihren Kindern bei.

„Kommunistensau“ vs. „Nazischwein“?

Dieses Prinzip gilt im politischen Raum längst nicht mehr. Es geht darum, am lautetesten zu rufen und den Gegenüber mit den drastischsten Worten niederzumachen. Sau, Schwein, Arschloch sind zu Begriffen geworden, mit denen sich Kommunalpolitiker regelmäßig titulieren – sei es im Plenarsaal, sei es öffentlich bei Facebook.

Im Kindergarten ist es Aufgabe der Erzieherinnen und Erzieher, den Kindern zu verdeutlichen, dass sich solche Ausdrücke nicht gehören. Politiker rufen Gerichte an. So geschehen diese Woche, als der Leipziger Grüne Jürgen Kasek gegen den Dresdner Freien Wähler Frank Hannig vorging. Er biete jedem, der Kasek als „Alte Kommunistensau“ tituliere, kostenlose Verteidigung an, hatte Hannig ins Internet gestellt. Kasek soll zuvor einen AfD-Politiker als „Nazischwein“ tituliert haben. Was der Grüne bestreitet.

Mehr Kindergarten im Stadtrat

Ein Gericht ist die falsche Institution für die Frage, wer wen im politischen Meinungsstreit mit welchen Schimpfworten belegen darf. Was bitte soll denn der Richter entscheiden? „Alte Kommunistensau“ geht nicht, „Alter Kommunistensack“ ist gerade noch erlaubt? Oder so ähnlich?

Es sollte selbstverständlich sein, dass man Mitmenschen weder als Sau noch als Schwein bezeichnet. Das ist kein juristisches Thema, das ist eine Frage der Erziehung. Wer Menschen menschliche Attribute abspricht, will doch nur eines: Sich selbst erhöhen und den anderen erniedrigen.

Ein Verhalten, das im Kindergarten konsequent sanktioniert wird. Es gibt auch viele Kitas, in denen darauf Wert gelegt wird, dass der andere ausreden darf. Ohne dass jemand dazwischen quasselt. Es wäre durchaus wünschenswert, wenn es im Stadtrat wie im Kindergarten zuginge. Gerade vor dem Auftakt der Woche der Brüderlichkeit, die sich mit Themen wie Respekt und Toleranz befasst.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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