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Lokales Als erste weltweit: Dresdner Mediziner behandeln Herzrhythmusstörungen im MRT
Dresden Lokales Als erste weltweit: Dresdner Mediziner behandeln Herzrhythmusstörungen im MRT
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12:13 15.02.2020
Christopher Piorkowski (li.), Chefarzt der Abteilung für Rhythmologie des Herzzentrums Dresden und der leitende Oberarzt Thomas Gaspar führen eine Ablation im MRT-Scanner durch. Quelle: Herzzentrum Dresden
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Dresden

Mal schlägt es zu langsam, mal zu schnell, dann stolpert es oder überschlägt sich förmlich. Herzrhythmusstörungen sind in jedem Fall unangenehm und müssen im Ernstfall behandelt werden. Dafür hat das Herzzentrum der Dresdner Universitätsklinik in den vergangenen Jahren gemeinsam mit einem amerikanischen Hersteller für Medizinprodukte an einem neuen und schonenderen Verfahren gearbeitet.

Nun bietet das Herzzentrum als erstes Krankenhaus weltweit Verödungen am Herzen mittels Katheter im Magnetresonanztomographen, kurz MRT, an. Bedeutet: Das herkömmliche Verfahren, bei der ein Katheter durch die Leiste an die geschädigte Stelle im Herzen geführt wird und diese verödet, wird direkt im MRT-Scanner durchgeführt. Innerhalb von zwei Tagen haben die Ärzte drei Patienten damit erfolgreich und schnell behandelt, teilt das Herzzentrum mit.

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Erkranktes Gewebe wird gezielt verödet

Nicht nur, das Verfahren im MRT durchzuführen, ist neu. Auch die Methode selbst. Der Mediziner Christopher Piorkowski wendet mit seinem Team das sogenannte „Active Imaging“ an. Dadurch kann der Katheter während der Behandlung in der MRT-Bildgebung sichtbar gemacht werden. „Das MRT-Bild ähnelt einer Röntgenaufnahme, die wir aus dem herkömmlichen Herzkatheterlabor kennen“, sagt Piorkowski, Chefarzt der Abteilung für Rhythmologie am Herzzentrum.

Die Behandlungen mit dem Katheter am Herzmuskelgewebe werden auch Ablationen genannt. Damit können Ärzte bestimmte Arten von Herzrhythmusstörungen behandeln. Durch den Katheter wird erkranktes Gewebe gezielt verödet. Unregelmäßige und schädliche Herzimpulse gehören danach in der Regel der Vergangenheit an. Bisher wurden diese Behandlungen mithilfe einer Röntgenanlage in einem Herzkatheterlabor durchgeführt. Mit der neuen Methode lasse sich das Herz besser sehen und die erkrankten Areale besser finden und präziser zu behandeln, sagt Piorkowski. „Darüber hinaus gibt es keine Belastung mit Röntgenstrahlen für Patienten und Klinikpersonal, was die Eingriffe zusätzlich sicherer macht“, ergänzt er.

Nur ein erster Schritt bei der minimalinvasiven Herzmedizin

15 Jahre Forschung waren nötig, um diese Behandlungsmethode nun erfolgreich an Patienten anwenden zu können. Startschuss war die klinische Zulassung der MRT-fähigen Ablationskatheter des amerikanischen Herstellers Imricor in Europa. Dies ist das einzige Unternehmen weltweit, welches die nötigen Produkte zur Verödungsbehandlung im MRT anbietet. Das Herzzentrum sei eng an der praktischen Entwicklung des Verfahrens beteiligt gewesen, berichtet Christopher Piorkowski.

Trotzdem ist das nur ein erster Schritt bei der minimalinvasiven Herzmedizin, weiß Piorkowski: „Aktuell stehen wir am Anfang“, sagt er und ergänzt: „Wir haben jetzt die prinzipielle Möglichkeit geschaffen, zu lernen, wie wir die zusätzlichen MRT-Informationen nutzen können, um elektrisch erkranktes Herzgewebe besser zu lokalisieren, die Ablation besser zu planen, und den Endpunkt besser zu überprüfen. Das wird die Zukunft in unserem Fachgebiet verändern.“

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