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Lokales „Alles nur Pantomime?“ – Kinderuni Dresden befasst sich mit der Gebärdensprache
Dresden Lokales „Alles nur Pantomime?“ – Kinderuni Dresden befasst sich mit der Gebärdensprache
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13:12 22.11.2018
Statt laut mit den Füßen zu trampeln reckten die jungen Hörer der Kinderuni dieses Mal zur Begrüßung ihre Hände in die Höhe. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Egal ob im Alltag oder im Fernsehen – jeder hat schon einmal beobachtet, wie zwei Menschen sich lautlos gestikulierend gegenüberstanden. Waren das vielleicht Agenten, die geheime Zeichen austauschten? Wohl kaum. Es waren sicher gehörlose Menschen, die sich mit ihren Händen unterhalten haben. Wie das funktioniert, das erfuhren junge Studenten, die am Dienstag in der Kinderuni-Vorlesung „Gebärdensprache: Alles nur Pantomime?“ im Hörsaalzentrum saßen.

Schnell wird klar, diesmal ist alles etwas anders als sonst: Diesmal ist nicht nur ein Professor zur Kinderuni geladen, sondern gleich ein vierköpfiges Experten-Team von „Scouts – Gebärdensprache für alle“. Und zur Begrüßung wird nicht mit den Füßen getrampelt wie sonst, stattdessen recken die Kinder ihre Hände in die Luft und winken. So begrüßen sich taubstumme Menschen, erklärt Sprachpädagogin Sabine Flohr in Gebärdensprache, Dolmetscherin Sindy Christoph übersetzt für das junge Publikum.

Sprachpädagogin Sabine Flohr brachte den Kindern die Gebärdensprache näher. Quelle: Anja Schneider

„Was ist Gebärdensprache überhaupt?“, will Flohr als Nächstes von den Kindern wissen. „Eine Zeichensprache“, meint ein Mädchen. „Damit verständigen sich Leute, die nicht sprechen und hören können“, ergänzt ein Junge. Das Experten-Quartett ist sehr zufrieden mit den Antworten. „Ihr wisst ja schon eine ganze Menge“, erkennt Museumsguide Norbert Richter.

Im weiteren Verlauf vergleichen die Referenten die deutsche Gebärdensprache mit der Lautsprache, die Menschen ohne Hörschädigung sprechen. Zudem geben sie Tipps für die Kommunikation mit gehörlosen Menschen. Dabei erfahren die Kinder, dass die Zeichensprache viele Vorteile mit sich bringt: „Man kann sich etwa beim Essen oder bei lauter Musik verständigen. Und durch die bildhafte Darstellung können sich zwei Menschen aus unterschiedlichen Ländern fließend unterhalten.“ Dennoch gebe es nicht die eine Gebärdensprache, erklärt Flohr, „auch innerhalb eines Landes gibt es unterschiedliche Grammatikregeln, Betonungen und Dialekte.“

Zum Abschluss der letzten Vorlesung des Jahres erfahren die aufmerksamen Zuschauer, dass das Fingeralphabet als Ergänzung zur Gebärdensprache dient – und dass es gar nicht so leicht ist, Wörter von den Lippen abzulesen. Obwohl das mutige Mädchen, das sich freiwillig gemeldet hat, immer wieder in die Kamera schaut und die Lippen bewegt, errät keiner im Saal den gesuchten Begriff. Wie die Kinder nun wissen, bleibt tauben Menschen eine derartige Scharade zum Glück erspart. Schließlich haben sie ihre eigene Sprache – und eine eigene Gebärde für das gesuchte Wort „Regenwurm“.

Anmeldung für Sommersemester 2019: 4. März 2019, ab 8 Uhr, unter ku-dresden.de oder Tel.: 0351 463-32733.

Von nes Semmoudi

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