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Lokales Alkohol bleibt in Dresden Droge Nummer eins
Dresden Lokales Alkohol bleibt in Dresden Droge Nummer eins
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14:04 17.07.2018
Alkohol bleibt gemessen an den Fallzahlen weiterhin Dresdens schlimmste Droge. Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

Alkohol ist nach wie vor Problemdroge Nummer eins in Dresden. Das geht aus dem Suchtbericht 2018 hervor, den das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt nun veröffentlicht hat. Demnach stehen Verhaltenssüchte, zu den etwa pathologisches Glücksspiel und ein problematischer Mediengebrauch zählen, an zweiter Stelle. Es folgen der Missbrauch der Rauschgifte Crystal Meth und Cannabis auf den Plätzen drei und vier.

Drei von vier Suchtkranken landen wegen Alkohol im Krankenhaus

Der Suchtbericht wird jährlich erstellt und greift auf unterschiedliche Datenquellen zurück. Dazu zählt auch die aktuellste Krankenhausstatistik, die das Jahr 2016 behandelt. Ihre Aussage ist sehr eindeutig: Etwa mehr als drei Viertel aller der mit Drogenmissbrauch im Zusammenhang stehenden Krankenhausaufenthalte sind demnach auf Alkohol zurückzuführen. Mit 77,3 Prozent ist diese Quote gegenüber 2015 sogar leicht um vier Prozentpunkte angestiegen. Jeder vierte Krankenhausaufenthalt ist zudem auf riskanten Alkoholkonsum zurückzuführen – wurde also vom Trinker mehr oder weniger bewusst in Kauf genommen.

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Spiel und Mediensucht landet auf Platz zwei

Zu den an Platz zwei liegenden Verhaltenssüchten herrscht bereits ein großer Abstand. Das Gesundheitsamt begründet die hohe Einordnung in der Rangfolge damit, dass neun Prozent aller 2017 in Dresdner Suchtberatungs- und Behandlungsstellen vorgetragenen Beratungsanliegen Spielsucht und Co. betreffen.

Cannabis löst Crystal Meth unter den Rauschgiften ab

Auch wenn die Fallzahlen von Crystal-bedingten Krankenhausaufenthalten rückläufig sind, weist Sachsen im bundesweiten Vergleich nach Thüringen und Sachsen-Anhalt noch immer eine der höchsten Falldichten auf (2016: 32 Fälle je 100 000 Einwohner; 2015: 45 Fälle). Während sowohl stationär als auch ambulant sonst die Behandlungszahlen infolge des Konsums von Crystal Meth weiter sanken, stiegen sie bezogen auf den Cannabis-Gebrauch an. Beide Entwicklungen werden schon sei Längerem beobachtet. Krankenhauseinweisungen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen, die mit Cannabis in Verbindung stehen, haben sich in der Zeit von 2012 (34 Fälle) bis 2016 (109 Fälle) nahezu verdreifacht. Unter allen illegalen Drogen nehmen in den Suchtberatungs- und Behandlungsstellen zudem die Cannabis-Beratungen inzwischen 38 Prozent ein (Vorjahr 31 Prozent) und die Beratungen in Folge des Gebrauchs von Crystal Meth 47 Prozent (Vorjahr 50 Prozent).

Rauschgiftkriminalität steigt, Cannabisdelikte auf Höchststand

Der Suchtbericht widmet sich auch der Rauschgiftkriminalität. Im Jahr 2017 wurden im Stadtgebiet Dresden 2818 Rauschgiftdelikte registriert. 2016 waren es nur 1941 Fälle. Das entspricht einer Steigerung um 45,2 Prozent. Dieser starke Anstieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass erstmals 528 Fälle des Zolls in die Statistik einflossen. Außerdem handelt sich um eine Deliktart mit großem Dunkelfeld, das umso stärker ausgeleuchtet wird, je mehr die Polizei sich engagiert. Gerade in der Dresdner Neustadt und auf dem Wiener Platz hat es 2017 mehr Drogenkontrollen gegeben als in den Jahren zuvor. Der Anteil der Rauschgiftdelikte an der Gesamtkriminalität stieg in der Folge von 3,3 Prozent auf 3,6 Prozent an. Am häufigsten werden Personen mit Cannabis aufgegriffen. Im Jahr 2017 waren es 1659 Fälle. Das sind fast 600 Fälle mehr als noch 2016 und damit ein neuer, trauriger Rekord.

Suchtbericht im Internet einsehbar

Der jährlich erscheinende Suchtbericht fasst alle Trends und Fakten zu suchtspezifischen Problemen aus dem ambulanten und stationären Bereich der Suchtbehandlung in Dresden zusammen, enthält ein Lagebild der Polizei und beschreibt neue Wege in der Suchtprävention. Er ist für alle Interessierten im Internet frei zugänglich unter www.dresden.de/sucht > Publikationen und Netzwerk > Suchtberichte.

Von uh